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Nürnberg Ice Tigers-nachrichten
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Interview

Rob Wilson will Titel statt Einzelpreise

Nürnbergs DEL-„Trainer des Jahres“ spricht über das Geheimnis des Erfolgs, Oldie Reinprecht und Playoff-Gegner Augsburg.
Von Thorsten Drenkard

Der „Trainer des Jahres“: Rob Wilson Archivfoto: Eibner

Nürnberg.Herr Wilson, Sie sind zum „Trainer des Jahres“ in der DEL gewählt worden, herzlichen Glückwunsch. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Sie bedeutet mir viel. In dieser Liga gibt es viele gute Trainer. Dass ich nun diese Auszeichnung erhalten habe, freut mich. Sie ist auch eine Anerkennung für die Zusammenarbeit des ganzen Teams.

Wenn Ihnen jemand anbieten würde, die Auszeichnung „Trainer des Jahres“ gegen den Meistertitel in der DEL einzutauschen, würden Sie das annehmen?

Jederzeit! Wir spielen Eishockey, um als Mannschaft und Verein Titel zu gewinnen. Darum geht es in unserem Sport, nicht um Individualpreise.

Was zeichnet einen guten Trainer aus?

Da spielen viele verschiedene Dinge rein. Man muss dafür sorgen, dass die Mannschaft immer in jeder Hinsicht vorbereitet ist. Man muss wissen, wann man die Zügel anzieht, wann man lockerer lässt. Man muss dafür Sorge tragen, dass die Spieler voll bei der Sache sind und darauf achten, dass sie sich nicht von negativen Stimmen von außerhalb beeinflussen lassen. Gerade in den Playoffs geht es auch darum, Entwicklungen beim Gegner zu analysieren und sich gegebenenfalls anzupassen.

Sie haben bereits in Italien und Großbritannien als Trainer Titel gewonnen. Was braucht es, um am Ende der Playoffs Meister zu sein?

Es braucht Einsatz eines jeden Einzelnen und Geschlossenheit im Team. Man muss als Einheit auftreten, braucht aber auch das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben. Weiterhin entscheiden die kleinen Dinge: wie das Blocken von Schüssen, das Gewinnen von Zweikämpfen an der Bande, ein erfolgreiches Unterzahlspiel. In den Playoffs braucht man auch gute Führungsspieler, die vorangehen.

„Trainer des Jahres“ Rob Wilson bei der Gala des Deutschen Eishockeys:

Apropos Führungsspieler: Gerade das Duo Patrick Reimer/Steven Reinprecht, das seit Jahren in der Hauptrunde hervorragend punktet, blieb in den Playoffs meist hinter den Erwartungen zurück.

Für mich geht es nicht allein um Punkte. Es ist wichtig, dass Führungsspieler auch Schüsse blocken, in Unterzahl auf dem Eis stehen, vorangehen – das tun die beiden. Ich fand, dass beide im vergangenen Jahr beispielsweise im Halbfinale gegen Wolfsburg, das wie eine Endspielserie war, großartig gespielt haben. Es geht um mehr als nur Punkte.

Beim Stichwort „Verletzungen“ kommen die Verteidiger Milan Jurcina und Colten Teubert, die seit Wochen ausfallen, in den Sinn. Wie wichtig sind sie fürs Team und wie sieht es mit dem Gesundheitszustand beider aus?

Sie sind wichtig für uns, aber auch nur zwei von neun Verteidigern im Team. Wir haben Vertrauen in unsere Abwehr. Ob die beiden einsatzbereit sind, werden wir mit unserer medizinischen Abteilung kurzfristig sehen.

Zahlreiche Leistungsträger haben bereits für die nächste Saison unterschrieben, auch Sie haben Ihren Vertrag verlängert. Mit Steven Reinprecht fehlt noch ein Leader. Was für ein Gefühl haben Sie, bleibt oder geht er?

Momentan konzentrieren sich alle im Verein nur auf die Playoffs. Auch Reino (Reinprecht, Anm. d. Red.) beschäftigt sich aktuell zu 100 Prozent mit den Playoffs. Er ist zweifelsohne ein sehr wichtiger Spieler für uns, und ich bin mir sicher, das sich alles zu seiner Zeit regeln wird. Jetzt gilt aber unser Fokus ausschließlich den Playoffs.

Ob Steven Reinprecht in Nürnberg bleibt, ist fraglich.

Mit Andreas Jenike und Jochen Reimer haben Sie ein Torhüter-Duo, das Sie während der Hauptrunde stets im Wechsel eingesetzt haben. Wer wird in Spiel eins gegen Augsburg im Tor stehen?

Wir können uns glücklich schätzen, zwei sehr gute Torhüter im Team zu haben. Das werden wir uns auch in den Playoffs zunutze machen. Wer im ersten Spiel im Tor stehen wird, entscheide ich am Mittwoch.

Wie schätzen Sie den Gegner Augsburg ein?

Das ist ein schwerer Gegner, der nicht umsonst unter den Top-Sechs-Teams nach der Hauptrunde stand. Sie spielen hart, haben eine sehr gute Offensive, ein exzellentes Überzahlspiel und können im Spiel Fünf-gegen-fünf jederzeit Tore schießen.

Sie haben bei den Panthern aber sicherlich auch Schwächen ausgemacht?

Sie haben keine wirklichen Schwächen. Augsburg ist ein gutes Team, das davon überzeugt ist, dass es in den Playoffs weit kommen kann.

Was für eine Serie erwarten Sie also?

Es wird eine schwere, aber auch sehr interessante Serie.

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