mz_logo

Nürnberg Ice Tigers-nachrichten
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Eishockey

Spielpause kommt Ice Tigers gerade recht

Nach den Niederlagen gegen Mannheim und Wolfsburg ist Nürnberg nicht mehr Erster. Spieler haben nun Zeit zum Durchschnaufen.
Von Thorsten Drenkard

Taylor Aronson (weiß) und seine Ice Tigers lieferten Mannheim einen großen Kampf. Foto: Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Mit Phil Dupuis‘ 2:1-Siegtreffer fast 19 Minuten vor dem Ende gegen Augsburg hatte die frustrierende Torflaute der Thomas Sabo Ice Tigers ihren unschönen Lauf genommen.

Knapp 140 Minuten hatten sich die Nürnberger Profis seit jenem Dienstagabend ebenso redlich wie vergeblich daran versucht, das zu tun, was der ureigenste Sinn des Eishockeyspiels ist – ein Tor zu erzielen. Weit mehr als 100 Schüsse feuerten die Spieler in ihren Partien seither wirkungslos ab, bis im sonntäglichen Nachmittagsspiel der Ice Tigers bei den Adlern aus Mannheim die Zeitmessung gespielte 59 Minuten und 56,3 Sekunden anzeigte – dann durfte Nürnberg wieder jubeln: Passenderweise dank Phil Dupuis.

Schuss entscheidend abgefälscht

Knapp vier Sekunden vor der Schlusssirene beendete der Angreifer die Durststrecke der Nürnberger, als er bei 6:4-Überzahl einen Schuss seines Teamkollegen Taylor Aronson an Torwart Dennis Endras vorbei ins Tor der Mannheimer Adler abfälschte, damit das 1:1 erzielte und schließlich die Verlängerung notwendig machte.

Bereits am Freitag schossen Leo Pföderl, Dane Fox und Kollegen im gewohnt hart umkämpften Heimspiel gegen die ungeliebten Grizzlys aus Wolfsburg zwar stets eifrig, gelegentlich sogar äußerst aussichtsreich auf das von Gerald Kuhn gehütete Tor, die Hartgummischeibe brachten sie aber bei ihren 44 Versuchen nicht am Gäste-Keeper vorbei, weshalb nun eine 0:1-Niederlage in den Statistikbüchern der DEL notiert ist.

Folgenschweres Missverständnis

Weil sich die beiden US-Boys David Steckel und Tom Gilbert in der sonntäglichen Verlängerung im Mannheimer Angriffsdrittel missverstanden, Adler-Geburtstagskind Sinan Akdag sich gedankenschnell den Puck schnappte, entschlossen davon zog und die Scheibe an Nürnbergs Torsteher Andreas Jenike vorbei zum 2:1-Siegtreffer in der Verlängerung einnetzte, gingen die Ice Tigers zum zweiten Mal an diesem Wochenende als Verlierer vom Eis.

Dank des späten Ausgleichs durch Dupuis nahmen sie zumindest einen Zähler aus der Quadratestadt mit. Allerdings machten sich die Schützlinge von Coach Rob Wilson nicht mehr als Spitzenreiter auf den Heimweg und in die herbeigesehnte Deutschland Cup-Pause (kommendes Wochenende), sondern musste meister München wieder den Vortritt an der Tabellenspitze lassen.

Eine Verschnaufpause ist nötig

Die beiden Spiele des Wochenendes offenbarten deutlich, dass die Nürnberger Mannschaft eine Verschnaufpause benötigt, zu fordernd – physisch wie psychisch – waren die vergangenen Wochen gewesen, in denen teilweise ein halbes Dutzend Stammkräfte verletzt zuschauen musste.

Die angespannte Personalsituation war auch ein Grund, weshalb Sportdirektor Martin Jiranek den Ex-NHL-Stürmer John Mitchell in die Noris holte. Bislang lässt das Spiel des klangvollen Neuzugangs noch deutlich zu Wünschen übrig: In seinen bisherigen fünf Spielen steht beim Importspieler die Null – weder ein Tor, noch eine Vorlage gelangen Mitchell, der zudem noch Defizite im Zusammenspiel mit den neuen Kollegen offenbarte.

John Mitchell (rechts) blieb meist wirkungslos. Foto: Michael Bermel/Eibner-Pressefoto

Auch am Sonntag gegen Mannheim war Mitchell in der Offensive der Franken neben seinen neuen Reihenkollegen David Steckel und Leo Pföderl kein entscheidender Faktor – was aber, bis auf das Tor durch Dupuis, für sämtlichen Tiger-Spieler gilt.

Im ersten Drittel war es den Ice Tigers noch möglich, das hohe Tempo der Hausherren mitzugehen – weshalb sich eine abwechslungsreiche und gutklassige Partie auf dem Eis entwickelte. Nach der Drittelpause spielten sich die torgefährlichen Szenen – bis auf einen Ehliz-Alleingang (22.) – fast ausschließlich vor dem Nürnberger Kasten ab. Nicht unverdient deshalb die 1:0-Führung Mannheims durch Ex-NHL-Crack Marcel Goc (24.).

Ein ausführliches Porträt über Nürnbergs Trainerduo Wilson/Flanagan lesen Sie hier.

Im Schlussabschnitt bewiesen die Gäste, dass sie trotz aller personellen Widrigkeiten in der jüngeren Zeit ein willenstarkes Team sind. Mit sichtbar mehr Schwung gingen die Nürnberger Eishockeyprofis ihrer rasanten Arbeit nach. Die Gäste hätten auch deutlich früher als 3,7 Sekunden vor dem Ende durch Dupuis’ Schuss den Ausgleich erzielen können – doch Yasin Ehliz (45.), Kapitän Patrick Reimer, John Mitchell (53.) und Dane Fox (56.) blieben erfolglos bei ihren Versuchen.

Apropos Fox: Den Torjäger der Ice Tigers hatte ein ebenso knackiger wie fragwürdiger Bandencheck von Mannheims Aaron Johnson im ersten Drittel kräftig durchgeschüttelt. In der Folge wirke der Angreifer etwas benommen.

Die nächsten Spiele im Info-Block:

So geht‘s weiter

  • Auswärts:

    Am 16. September müssen Rob Wilsons Ice Tigers nach Bremerhaven reisen. Dann steht die Partie gegen die Fischtown Pinguins auf dem Spielplan der DEL.

  • Daheim:

    Am 19. November (Sonntag) laden die Nürnberger dann in heimischer Arena zum Family Day. Zu Gast werden an diesem Spieltag die Akteure der Straubing Tigers sein.

Schließlich rasselten im Schlussabschnitt noch die Teamkollegen Pföderl und Steckel zusammen. Der Oberbayer blutete heftig und musste vom Eis, auf das er nicht mehr zurückkehren sollte.

Keine Frage, in Nürnberg sind sie ganz froh darüber, dass kommendes Wochenende spielfrei ist – außer für Leo Pföderl (sofern gesund), Yasin Ehliz und Tom Gilbert: Das Trio muss beim Deutschland Cup ran.

Weitere Sportmeldungen aus der Region finden Sie hier.

Alles rund um die Ice Tigers können Sie hier nachlesen.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht