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Regionalsport
Dienstag, 21. November 2017 5

Basketball

Generationswechsel in einer neuen Liga

Die Fibalon Baskets haben der 2. Regionalliga den Rücken gekehrt und gehen nun in der Bayernliga auf Korbjagd – dabei soll ein Nachwuchs-Quartett helfen.
Von Thorsten Drenkard

Die Fibalon Baskets wollen als verschworene Einheit die sportliche Aufgabe in der Bayernliga erfolgreich lösen. Fotos: Rehberger

Neumarkt.Dresden ist immer eine Reise wert – eigentlich. Die sächsische Landeshauptstadt kann mit prächtigen Prunkbauten sowie spektakulären Kunstschätzen von Weltrang wuchern und wird nicht umsonst als „Elbflorenz“ geadelt.

Doch wenn ein Ausflug in die stolze Kunst- und Kulturstadt nicht einen Besuch der Semperoper, der Frauenkirche oder zumindest des Elbufers beinhaltet, sondern die schnöde Sporthalle der Margon Arena als Ziel vorsieht, dann geht der Reiz einer Anreise, vor allem, wenn diese 330 Kilometer einfach beträgt, schonmal verloren.

In Dresden, dort wo einst Könige und Kürfürsten die Geschicke des Landes lenkten, sind heutzutage unter anderem die basketballspielenden Titanen beheimatet – weshalb die Korbjäger der Fibalon Baskets Neumarkt in den vergangenen Jahren stets zu ihren Auswärtsspielen der 2. Regionalliga in die sächsische Großstadt anreisen mussten.

Knapp sieben Stunden Fahrzeit hin und her für lediglich 40 Minuten Basketballspielen – ein immenser zeitlicher wie finanzieller Aufwand für die Neumarkter, die der Spielplan nicht nur auf Tour nach Dresden, sondern auch nach Chemnitz (250 Kilometer einfach) oder Erfurt (280 Kilometer) schickte – letztlich zu viel für die Basketballer aus Neumarkt.

Deshalb entschied der Verein, mit seinem Herrenteam heuer eine Klasse tiefer in der Bayernliga um Punkte zu spielen. Und das, obwohl das Team in der vergangenen Saison das beste Ergebnis der Klubgeschichte eingefahren und souverän die 2. Regionalliga gehalten hatte.

Ein alternativloser Weg

„Es war eine ganz schwere Entscheidung. Aber nach Rücksprache mit dem Präsidium und den Spielern war dieser Schritt letztlich alternativlos“, sagt Mario Göhring, Coach der Herrenmannschaft.

Knapp 80 Prozent der Auswärtsspiele hätten die Neumarkter heuer abermals auf kilometerintensive Ochsenstouren in die neuen Bundesländer geschickt, ein Zeitaufwand, den ein Großteil der Leistungsträger sich und ihren Familien nicht erneut zumuten wollte. Ganz zu schweigen von den zusätzlichen finanziellen Mehrkosten für den Verein, den ein Start in der Regionalliga bedeutet hätte.

So ist heuer die Bayernliga neue sportliche Heimat für den ehemaligen Bundesliga-Basketballer Göhring und seine Mannschaft – ein Neustart, dem der neue Chef-Trainer, der den gen Ansbach abgewanderten Martin Ides ersetzt, optimistisch entgegenblickt. Das liegt unter anderem daran, dass „der Kader heuer viel größer ist als im letzten Jahr“.

Göhring stehen 16, 17 Spieler zur Verfügung, was für den Trainer bedeutet, dass „ich verstärkt nach Trainingsleistungen aufstellen kann“. Anders als in den Jahren zuvor, als mitunter jene Spieler auf dem Platz standen, die sich – gerade zu den langen Auswärtsfahrten – zusammengefunden hatten.

Bis auf Martin Deinhardt, der berufsbedingt den Verein verließ, blieb der Kern der Vorjahresmannschaft zusammen. Dieser wird unter anderem um vier Spieler aus der eigenen Jugend erweitert. Florian Neu (Center), Paul Trummeter (Aufbau), Alex Ortwein und Michael Donisch (jeweils Flügelspieler) sind zwar allesamt „noch nicht ganz erwachsen“, dafür aber talentiert, wie Göhring weiß.

Sein jugendliches Quartett möchte der Trainer „gerne in die Mannschaft integrieren“. Da sei es von Vorteil, dass die Mannschaft in der Bayernliga und nicht in der 2. Regionalliga spiele. „Der Sprung von der U16 ist für die Jungs da nicht so groß“.

Dass der Verein überhaupt den Luxus besitzt, eigene Talente ins Herrenteam einbinden zu können, liegt an der intensiven Jugendarbeit, die federführend in der Hand von Maximilian Richter liegt. Die Fibalon Baskets stellen nicht nur eigene Jugendteams (siehe Info-Kasten), sie sind zudem einer von sechs Klubs, der sich beim Projektverein Tornados Franken einbringt und so den Jugend-Leistungsbasketball in der Metropolregion langfristig fördern will. Mit Dominik Neu, dem jüngeren Bruder von Florian, sowie Leo Trummeter spielten bereits zwei Neumarkter im U14-Bayernligateam der Tornados.

Max Richter ist überzeugt: „Ich sehe Tornado Franken als riesige Chance, nachhaltig etwas Gutes für unseren Nachwuchs zu tun.“ Bereits heuer sorgen die vier Jugendspieler aus den eigenen Reihen für einen Generationswechsel im Herrenteam, zu dem aber auch gestandene Korbjäger stoßen.

Andy Rosca (Aufbau/Flügel) sowie Tim Gieritz und Felix Blomenhofer kehren zu den Neumarktern zurück, die obendrein durch Tim Handt (Center), der vom Nürnberger Basketball Club kommt, verstärkt werden. Gerade über die Verpflichtung des 1,90 Meter großen, 19-jährigen Handt freut sich Göhring. „Er wird uns sehr weiterhelfen“, ist der Coach überzeugt.

Das Spiel soll schneller werden

Für ihn gilt es nun, aus den zum Team gestoßenen Nachwuchsspielern und Neuzugängen eine funktionierende Mannschaft zu formen. „Ich will unser Spiel ein bisschen schneller machen, ich glaube, dass wir die Spieler haben, um das umzusetzen“, so Göhring, der zudem auch „die Verteidigung verbessern will“.

Das Ziel „direkter Wiederaufstieg“ will der Trainer nicht formulieren, auch vor dem Hintergrund, dass bei der aktuellen Ligenstruktur die 2. Regionalliga Nord für die Neumarkter unattraktiv ist. „Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und eine gute Rolle spielen“, so die verhaltene Aussage Göhrings, für den die Bayernliga kaum bekanntes Terrain darstellt.

Kein Wunder also, dass sich der Trainer vor allem auf die erste Saisonpartie am 30. September (Turnhalle der Mittelschule West) freut. Nicht nur, weil es dann im Oberpfalz-Derby gegen Regensburg geht, sondern, „weil wir dann viele offene Fragen beantwortet bekommen und wir sehen werden, wo wir sportlich stehen“.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zum Thema finden Sie bei uns im Internet:

www.mittelbayerische.de/sport/neumarkt

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