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Sport aus Kelheim
Samstag, 18. November 2017 5

Nervensache

ATSV-Ringer liefern ein Husarenstück

Die Aufsteiger lassen gegen SC 04 Nürnberg ihre Muskeln spielen und bewahren in vielen Situationen ein kühles Köpfchen.
Von Alexander Roloff

Felix Henneberger (rot) hielt dem Druck stand. Foto: Alfred Huber

Kelheim.Spannender hätte der Landesliga-Heimkampf der Ringer von Aufsteiger ATSV Kelheim gegen Vorjahreschampion SC 04 Nürnberg nicht verlaufen können: Erst mit dem letzten Duell des Tages kämpften sich die Gastgeber in einer wendungsreichen Auseinandersetzung die Führung zurück und zelebrierten den 16:15-Heimsieg.

Weil Johannes Mayerhofer und Andreas Schmidt verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden konnte, war Coach Helmut Wild erneut zu Umstellungen gezwungen. Die Mannschaft reagierte mit einer geschlossenen Leistung und kämpfte engagiert um den fünften Saisonsieg. „Die Halle hat gebrodelt. Das war bisher der beste Fight in dieser Saison auf der Kelheims Matte“, schwärmte ATSV-Pressewart Stephan Hacker, nachdem der Heimsieg perfekt war.

Der Spannungsbogen baute sich bis zum Auftritt von Felix Henneberger auf. Die Kelheimer lagen vor dem abschließenden Kampf mit 14:15 zurück. Doch Henneberger (Griechisch-Römisch, 75 kg) verstand es, mit dem Druck umzugehen. Sein Gegner Aleksander Drozdek hatte bisher alle sechs Saisonkämpfe gewonnen. Drozdek wurde seiner Favoritenrolle mit einer anfänglichen Viererwertung gerecht. „Die Kelheimer Ecke zuckte zusammen, doch mit Felix kann man immer rechnen“, so Hacker. Henneberger verkürzte bis zur Pause auf 4:5.

Ein Kampf auf Messers Schneide

Im zweiten Durchgang spielte der ATSV-Ringer seine konditionelle Überlegenheit aus und ergatterte durch den 11:7-Sieg die entscheidenden beiden Mannschaftspunkte für die Kelheimer. „Eine starke Energieleistung“, würdigte Hacker den Einsatz Hennebergers.

Ohne die vorherigen Leistungen der Teamkameraden wäre dieser Erfolg aber nur wenig wert gewesen.

Bereits im ersten Kampf sicherte Ben Böswald (Freistil, 57 kg) den Gastgebern zwei wichtige Mannschaftszähler. In einer aktionsreichen Auseinandersetzung mit Jakob Gerschmann überstand Böswald kurz vor Schluss eine gefährliche Situation und ging mit 8:5 als Sieger von der Matte. „Für mich war Ben einer der Schlüsselkämpfer“, betonte Hacker die Bedeutung des erfolgreichen Auftakts.

Ben Böswald (rot) erkämpfte zu Beginn zwei wichtige Mannschaftspunkte. Foto: Alfred Huber

Tolga Izci (Griechisch-Römisch, 130 kg), der im Vorjahr noch in den Diensten der Gäste stand, musste sich gegen Sascha Iannocona nach ausgeglichenem Kampf mit 6:9 geschlagen geben. Ein Kopfzug brachte dem Nürnberger die entscheidende Wertung. Der ATSV verzichtete aus taktischen Gründen auf die Besetzung der griechisch-römischen Gewichtsklasse bis 61 kg. Nürnberg kassierte die vier Mannschaftspunkte kampflos.

Daniel Ritter (Griechisch-Römisch, 98 kg) wurde mit der Vorgabe auf die Matte geschickt, gegen Balazs Czimre bis zum Ende durchzuhalten und den Gästen keine weitere Viererwertung zu ermöglichen. Allerdings wurde Ritter nach verbissenem Kampf geschulter und Nürnberg führte nach vier Gewichtsklassen mit 10:2. Im Freistil bis 66 kg gingen die vier Mannschaftspunkte kampflos an den Kelheimer Ebrahim Salmeh.

Umstrittenes Schiedsrichterurteil

Nach der Pause trat Johannes Mayer (Freistil, 86 kg) beim Zwischenstand von 6:10 auf die Matte. Der Kelheimer hatte einen schweren Stand, weil er sich die Punkte hart erarbeiten musste. Während seinem Gegenüber Lawrence Muoh die Punkte aus Sicht der Kelheimer vom Schiedsrichter „geschenkt“ wurden. Letztlich entschied nach einem ausgeglichenen Kampf (5:5) eine ebenfalls aus Sicht der Gastgeber „unnötig vom Unparteiischen verhängte Verwarnung“ gegen Mayer.

Csongor Knipli (Griechisch-Römisch, 71 kg) lieferte sich gegen seinen ehemaligen Freisinger Teamkameraden Andre Bordihn einen Spitzenkampf, dem der Kelheimer eindeutig den Stempel aufdrückte. Knipli dominierte von Beginn und ging schnell in Führung. Aus der Bodenlage heraus wurde der ATSV-Ringer immer wieder durch unerlaubte Griffe am Ausheber gehindert.

Csongor Knipli drückte dem Spitzenkampf gegen Andre Bordhin den Stempel auf. Foto: Alfred Huber

Der Schiedsrichter verwarnte Bordihn mehrmals und verhängte Strafpunkte. Es folgte ein griffreicher Kampf, der die Klasse der beiden Kontrahenten widerspiegelte. Schlussendlich konnte der Nürnberger Kämpfer nach 4:08 Minuten ein 16:0 und somit die technische Überlegenheit Kniplis nicht verhindern.

Mike Fischer (Freistil, 80 kg) brachte die Gastgeber mit einem Schultersieg gegen Markus Kaltschew erstmals nach Böswalds Auftritt wieder in Führung (14:11). Ersatzmann Günther Stark (Freistil, 75 kg) musste nach 2:33 die technische Überlegenheit von Andrej Kaltschew akzeptieren und schickte damit seinen Teamkameraden Henneberger beim Gesamtstand von 14:15 auf die Matte.

„Jetzt musste Felix das Eisen aus dem Feuer holen“, sagte Kacker - und Henneberger holte sich unter dem tosenden Applaus der des Publikums die entscheidenden Zähler.

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