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Sport aus Kelheim
Montag, 22. Januar 2018 11

Spannung

Matte frei für den Ringer-Showdown

Der ATSV Kelheim erwartet den AC Regensburg zum finalen Duell um den Bayernliga-Aufstieg. Die Halle soll beben.
Von Martin Rutrecht

Der Ungar Csongor Knipli (in blau) zählt zu Kelheims Punktgaranten. Auf seine Zähler baut der ATSV auch im großen Finale. Foto: Brüssel

Kelheim.Bei Helmut Wild ist ganz schön was los, im Hintergrund hört man Stimmengewirr und vereinzelte Rufe. „Wir haben gerade Pause“, schmunzelt der Hausmeister des Donau-Gymnasiums und verzieht sich zum Gespräch in sein Büro. Erheblich lauter könnte es am Samstag ab 19.30 Uhr in der Städtischen Halle am Rennweg werden: Der ATSV Kelheim bestreitet gegen den AC Regensburg den entscheidenden Aufstiegskampf zur Ringer-Bayernliga. Helmut Wild wird mitten drin sein, der 55-Jährige ist der Trainer der Hausherren.

„Wir werden alles probieren, um diesen Aufstieg zu schaffen.“

Helmut Wild

„Ich hoffe, dass die Halle voll wird. Allein bei Ligakämpfen haben wir an die 400 Fans“, sagt Wild, der aktiv auf der Matte stand, als Kelheim in den Bundesligen noch eine Hochburg war. „Am Abend vor Weihnachten weiß man ohnehin nicht so recht, wohin. Da bietet sich ein Besuch bei uns doch an“, lacht er. Die Zuschauer könnten Zeugen eines Ereignisses werden, das es in der Kreisstadt seit Jahrzehnten nicht mehr gab: Die ATSV-Ringer stehen in der dritten Liga.

Mayer wird in Kaliningrad Dritter

Aber Wild („ein bisschen aufgeregt ist man immer“) bleibt zurückhaltend. „Wir haben mit dem Meistertitel in der Landesliga Nord viel mehr erreicht, als wir vor der Saison als Aufsteiger ausgegeben hatten. Was jetzt kommt, ist eine Dreingabe. Klar, wir werden alles probieren, um diesen Aufstieg zu schaffen.“

Johannes Mayer (oben) kommt mit der Empfehlung eines dritten Platzes bei einem internationalen Turnier in Kaliningrad. Foto: Huber

Wie der Hinkampf bei Süd-Landesliga-Meister AC Regensburg ausging, wird man erst am Freitagabend wissen. Die Oberpfälzer siegten vor Wochenfrist mit 15:13 – doch offen blieb das Duell von ATSV-Youngster Johannes Mayer, der zu einem internationalen U23-Turnier nach Kaliningrad musste. „Er hat sich dort Rang drei geholt, schlug zwei Türken und einen Ungarn und verlor nur einmal“, weiß Wild zu berichten. Dass der Paintner den Nachholkampf gewinnen sollte, lässt der Coach zwischen den Zeilen durchklingen: „Er ist ungeheuer fit. Einzig das Reisen könnte ihm Substanz kosten.“

Das Aufstiegsfinale

  • Am Samstag um 19.30 Uhr

    beginnt in der Städtischen Halle das finale Duell zwischen ATSV Kelheim und AC Regensburg. Der Sieger (nach Hin- und Rückkampf) steht in der Bayernliga. Im Falle einer Liga-Reform, über die am 10. Februar 2018 entschieden wird, wären beide (!) Teams Oberligisten (2. Liga).

  • Nach dem Kampf

    geht’s für die ATSV-Ringer zum Essen in die Stadt, danach will man ein bisschen ausgehen. „Auch wenn wir richtig abfeiern, müssen wir an Weihnachten fit sein, weil wir noch die Halle aufräumen müssen“, so Trainer Helmut Wild. „Vielleicht gehen wir gleich direkt in die Halle...“

Egal, wie es auch endet: Am Vorweihnachtsabend will der ATSV die Ernte einfahren. „Es wird ähnlich eng wie in Regensburg. Aber ich denke, wir könnten aus einzelnen Gewichtsklassen höhere Wertungen, also vier oder drei Punkte, mitnehmen als auswärts“, analysiert der Trainer. Youngster Mayer wird diesmal gleich dabei sein und auch Schwergewichtler Tolga Izci will trotz Knieschmerzen auf die Matte gehen. „Sonst wird sich im Kader kaum etwas ändern. Aber es wird bestimmt ein Aufstellungspoker.“

Kühler Kopf und heißes Herz

Einen kühlen Kopf und ein heißes Herz wünscht Helmut Wild seinen Athleten. „Für die hohen Punktewertungen müssen wir auch Risiko gehen, das darf aber nicht heißen, kopflos zu werden.“ Das Publikum soll die Truppe zum Erfolg tragen. „Wir hatten im Hinkampf neun Kelheimer im Einsatz. Wir haben eine schlagkräftige Mannschaft aus den eigenen Reihen.“ Um externe Kräfte wie Csongor Knipli komme man nicht herum. „Sollten wir aufsteigen, werden wir weitere Verstärkungen brauchen“, sagt der Trainer klar. Athleten wie der aufstrebende Mayer oder der Ungar Knipli wollen zwingend höher hinaus. „Für uns alle wäre die Bayernliga ein riesen Anreiz.“

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