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Sport aus Kelheim
Mittwoch, 13. Dezember 2017 5

Fusion

Neuer Schiedsrichter-Obmann gewählt

Matthias Prantl ist Chef der Schiri-Vereinigung Kelheim-Mallersdorf. Im Interview spricht er über seine neuen Aufgaben.
Von Hans Steiner und Martin Rutrecht

  • Die Schiedsrichter werden auch in der neu formierten Gruppe schwer beschäftigt sein. Foto: Rutrecht
  • Die Führungscrew der Schiedsrichtergruppe Kelheim-Mallersdorf in den nächsten vier Jahren (stehend von links): Markus Kluge, Josef Ingerl, Anton Schretzlmeier, Sebastian Busch, Matthias Prantl, Christian Gerstl, Christian Mayer, Josef Müller, Andreas Schreml. Foto: Steiner
  • Ehrung und Dank zugleich nach der Fusionsversammlung (stehend von rechts): Manfred Sperlich, Kreisschiedsrichterobmann Matthias Ziegler, BSA-Mitglied Walter Amberger, Josef Ingerl (Obmann-Stellvertreter), Gruppenobmann Matthias Prantl, Lehrwart Sebastian Busch, Christian Mayer (Obmann-Stellvertreter), Bezirksschiedsrichter-Obmann Robert Fischer, Bezirks-Spielleiter Richard Sedlmaier. Foto: Steiner

Kelheim.Vieles ist im Vorfeld der Fusionsversammlung der beiden bislang eigenständigen Schiedsrichtergruppen Kelheim und Mallersdorf gerätselt, vermutet und besprochen worden. Letztlich verlief im gut gefüllten Gasthof Haselbeck-Saal in Semerskirchen, der in Zukunft die Herberge für die neue Gruppe ist, alles nach dem von beiden Seiten gut vorbereitetem Drehbuch. Als es zur Abstimmung über die Vorschläge „neuer Schiedsrichterobmann“ kam, wurde es freilich für einen Augenblick mucksmäuschenstill – als einziger vorgeschlagener Bewerber stellte sich der bisherige Obmann-Stellvertreter aus Kelheim, Matthias Prantl, zur Wahl.

Die 85 Stimmberechtigte votierten einstimmig für den Ursbacher aus dem Marktgebiet Rohr. Prantl tritt damit die Nachfolge vom Kelheimer Obmann Matthias Ziegler, der zum Kreisschiedsrichter-Obmann aufstieg, und vom Mallersdorfer Manfred Sperlich, der auf eigenen Wunsch auf eine erneute Kandidatur verzichtete, an.

Begonnen hatte die Fusionsversammlung mit der Begrüßung durch den amtierenden Kelheimer „Boss“ Matthias Ziegler Vor Eintritt in die Tagesordnung bat Ziegler zu einer Gedenkminute an die zuletzt verstorbenen Kameraden Willi Kühner (Kläham), Siegfried Feldbauer (Abensberg) und Jakob Kräh (Sallach), ehe Bezirks-Schiedsrichter-Obmann Robert Fischer in einem kurzen Grußwort beiden Gruppen, die 1925 (Kelheim) und 1934 (Mallersdorf) gegründet wurden, den Dank für ihren Einsatz in den zurückliegenden Jahren aussprach.

Zweitstärkste Schiri-Gruppe in Niederbayern

„Der demografische Wandel machte in Niederbayern nicht nur die bereits beschlossene Kreisreform im Spielbetrieb notwendig, sondern es vollzog sich gleichzeitig auch auf Ebene der Schiedsrichtergruppen eine Änderung, um für die nähere Zukunft den Anforderungen gerecht zu werden“, so Fischer. Durch diese Neuerung kam es auf Niederbayern-Ebene zu Zusammenlegungen – die bisherigen zwölf Gruppen wurden auf acht (fünf im Kreis „Ost“ und drei im Kreis „West“) zusammengelegt.

Die Gruppe Kelheim-Mallersdorf steht ab 1. Januar 2018 mit 263 aktiven „Pfeifenmännern“ an zweiter Stelle in Niederbayern. Abschließend gab Fischer bekannt, dass sich die Spesensätze in der neuen Saison erhöhen werden. In ihren Rechenschaftsberichten warteten die scheidenden Obmänner Ziegler und Sperlich mit imponierenden Zahlen auf.

In der Kelheimer Gruppe kam es in den Jahren 2014 bis 2016 zu 6650 Einsätzen (Spielleitungen im Herren-, Frauen- und Juniorenbereich bis zu Spielbeobachtungen). Sein Kollege Manfred Sperlich bezifferte die Zahl in der Mallersdorfer Gruppe auf 7931. Die Zahl im Kalenderjahr 2017, in dem 263 Schiedsrichter bereits aus beiden Gruppen zum Einsatz kamen, kam es zu 4155 Einsätzen.

Ziegler zeigte sich erfreut darüber, dass die neue Gruppe auch mit einem Spitzenpersonal aufwarten kann: Christina Steckermeier (Zweite Damen-Bundesliga, Herren-Bezirksliga), Golo Schricker und Max Alkofer (Landesliga) sowie Sebastian Busch, Thomas Hort, Tobias Szombati und Stefan Spreitzer (alle Bezirksliga).

In allen Bereichen gut aufgestellt

Auch auf dem Gebiet SR-Beobachtungswesen sei man mit Siegfried Hofmeister (Regionalliga), Christian Mayer (Bayernliga), Markus Stempfhuber, Manfred Sperlich und Heinz Rottler (Bezirksliga) sowie seiner Person (Landesliga) sehr gut aufgestellt, so Ziegler.

Ziegler und Sperlich bedankten sich für die gute Zusammenarbeit – nicht nur im Bezirk, sondern auch in den Gruppen – und wünschten den neugewählten respektive in ihr Amt berufenen Mitgliedern viel Erfolg. Dem Schiedsrichter-Ausschuss gehören Josef Ingerl (Großmuß), Christian Mayer (Rottenburg), die beide auch als Stellvertreter des Obmannes fungieren, Sebastian Busch (Ergoldsbach/SR-Lehrwart), Andreas Schreml (Saal/Kassier), Markus Kluge (Hausen), Josef Müller (Rottenburg), Anton Schretzlmeier und Christian Gerstl an.

Der neue Obmann Prantl bedankte sich für das Vertrauen, bat aber um eine „offene Umgangsweise“ auf allen Ebenen. „Es ist auf alle Fälle besser, wir sprechen miteinander, anstatt übereinander.“

Als Schiedsrichter hat Prantl Erfahrung rauf bis in die Landesliga. Mit unserem Medienhaus sprach der 31-Jährige, der für den SC Kirchdorf pfeift, über seine neue Aufgabe.

Herr Prantl, warum sind Sie überhaupt Schiedsrichter geworden?

In meiner Schulzeit war mal der bekannte Schiedsrichter Wolfgang Stark zu Gast. Ab da wusste ich, dass ich Schiri werden will. Meine eigene Fußballerlaufbahn ging wegen einer Verletzung leider früh zu Ende. Mit 19 Jahren habe ich den ersten Schiri-Kurs gemacht.

Mit Kelheim und Mallersdorf wachsen zwei Schiri-Gruppen zusammen. Was sehen Sie als erste Ziele?

In der neuen Gruppe stehen rund 260 aktive Schiedsrichter. Wir wollen diese Schiris so zusammen führen, dass sie sich als homogene Gruppe fühlen. Die Qualität muss erhalten werden, und junge Schiedsrichter wollen wir fördern, damit sie auch in höhere Ligen aufsteigen können.

Gibt es Befürchtungen ihrer Kollegen, dass sie durch eine größere Gruppe weitere Anfahrtswege zu den Spielen haben werden?

Nein, wir haben den Umkreis für einen Schiri auf maximal 40 bis 50 Kilometer beschränkt. Viele Kollegen freuen sich darauf, auch mal außerhalb ihres angestammten Gebiets pfeifen zu können. Und Schiedsrichter-Einteiler haben die Möglichkeit etwa bei einem brisanten Kelheimer Derby, einen Schiri aus Mallersdorf holen zu können, der sich als unbedarfter Unparteiischer leichter tut, die Emotionen raus zu halten.

Der Schiedsrichter-Mangel ist ein schwelender Dauerbrenner. Wie sieht es aktuell in Ihrer Gruppe aus?

Bei Spielen der Herren-Reserven wird es schon sehr eng. Es geht sich Sonntag für Sonntag gerade um ein, zwei Schiedsrichter aus. Umgekehrt gesagt: Hätten wir zwei Mann weniger, müssten wir erste Reservespiele unbesetzt lassen.

Was kann man tun?

Immer wieder an Vereine, frühere Fußballer oder andere Interessierte appellieren, sich als Schiedsrichter ausbilden zu lassen. Wir wollen jedes Spiel besetzen. Gerade diese Arbeit an der Basis ist für mich wichtig. Wir können aber keine Kunststücke vollbringen, wenn uns die Schiris fehlen.

Ein momentan heiß diskutiertes Thema ist der Videobeweis. Auch wenn es die Amateure nicht betrifft – wie sehen Sie als Schiedsrichter diese Neuerung?

Vorne weg: Ich kann es nur als Außenstehender einschätzen. Persönlich habe ich den Eindruck, dass sich Bundesliga-Schiris teilweise nicht mehr trauen, eine knifflige Entscheidung zu treffen. Weil letztlich sowieso der Videobeweis entscheidet, auch wenn der Referee offiziell das letzte Wort hat. Das untergräbt die Autorität von Schiedsrichtern. Dem Vernehmen nach stehen die Bundesliga-Schiris hinter dieser Neuerung und so wird sich die Diskussion vermutlich auch nach und nach legen.

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