mz_logo

Sport aus Kelheim
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 3

Meisterporträt

SV Ihrlerstein knüpft an alte Erfolge an

Nach Kreisliga-Aufstieg soll mit Brandlern „wieder zu rechnen sein“. Neuer Spielertrainer kommt, Meistermacher bleibt auch.
Von Martin Rutrecht

Meister der Kreisklasse Kelheim 2016/17: der SV Ihrlerstein. Foto: Reichmann

Ihrlerstein.Man musste schon das Schlimmste befürchten, damals im Spätsommer 2015. Der SV Ihrlerstein, Absteiger aus der Kreisliga Landshut, startete mit nur einem Sieg aus den ersten acht Partien in die Saison. Die weitum bekannten Brandler Kicker schienen auf dem direkten Weg in die A-Klasse – als früherer Bezirksoberligist. Der als Retter installierte Trainer Ralf Schinn konnte den freien Fall stoppen. Nur zwei Jahre später sind die Ihrlersteiner wieder oben: in der Kreisliga Landshut.

„Vor zwei Jahren haben wir schon in die A-Klasse geblickt.“

Ralf Graßl

„Es stand nicht gut um uns“, erinnert sich auch Abteilungsleiter Ralf Graßl an die schwere Zeit zu Beginn der Saison 2015/16. Nach dem Abstieg aus der (inzwischen aufgelösten) Bezirksoberliga wurde der SVI in die Kreisklasse durchgereicht, „und nach einigen Spieltagen befanden wir uns erneut im Abstiegskampf“. Zudem stand die Brandler Jugendarbeit nach dem Ausstieg aus der JFG Befreiungshalle Kelheim auf wackeligen Beinen.

Der damalige Trainer Christian Lanzl spürte, dass es so nicht weitergehen konnte, und bot seinen Rücktritt an. „Wir entschieden uns, SVI-Urgestein Ralf Schinn als Trainer zu verpflichten und diese Maßnahme sollte Früchte tragen“, so Graßl. Aber auch Schinns Debüt war mit einem 2:3 gegen den SC Kelheim noch nicht vom Glück beschienen. Doch in der Folge katapultierten sich die Brandler mit einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage (sechs Siege, ein Remis) aus der Abstiegszone und landete auf dem sechsten Platz der Abschlusstabelle.

Nur 18 Gegentore in der Saison

Den Schwung nahmen die Ihrlersteiner in die abgelaufene Spielzeit 2016/17 mit. „Bis zur Winterpause hielten wir uns auf Rang zwei in Lauerstellung“, beschreibt der Abteilungsleiter den Saisonverlauf. Der „überraschende“ Sieg beim Kelheimer ATSV-Hallenturnier habe signalisiert, dass „mit dem SV Ihrlerstein wieder zu rechnen ist“. Die Mannschaft bestätigte dies mit einer überragenden Rückrunde ohne Niederlage und dem Meisterstück beim direkten Konkurrenten SC Kirchdorf. Der 4:1-Sieg beim späteren Vizemeister und nunmehrigen Mitaufsteiger klärte die Verhältnisse.

Erfolgscoach Ralf Schinn bleibt als Co-Trainer. Foto: Stöcker

Die Verantwortlichen des Vereins – der seit 2013 nur noch als reiner Fußball-Klub firmiert – sehen in einer stabile Abwehr die Basis für den Erfolg. „Mit 18 Gegentreffern haben wir die wenigsten Tore der ganzen Liga kassiert.“ Auf der anderen Seite standen 76 erzielte Treffer, ein Wert, den nur Kirchdorf (73) noch annähernd erreichte.

Wichtigster Bestandteil der Erfolgsstory sei aber die Weiterentwicklung der Talente gewesen, sagt Graßl. „Einige junge Spieler machten den nächsten Schritt und schlüpften in die Rolle von echten Leistungsträgern.“ Parallel sei es gelungen, die Neuzugänge gut zu integrieren, „damit kam zusätzliche Qualität in den Kader“.

Markus Englert bringt Landesliga-Erfahrung mit

Inzwischen wächst auch das zarte Pflänzchen der Jugendarbeit, die in manchen Jahren vernachlässigt wurde, wieder. „Mittlerweile haben wir im C- und B-Junioren-Bereich eine solide Basis aufgebaut. In der Saison 2018/19 wird es nach langer Zeit wieder eine A-Jugend auf der Brand geben“, erklärt der Abteilungsleiter. „Wir möchten die Jugendlichen beim Fußball halten und sind nicht zwingend auf Höchstleistung fixiert. Bei uns soll man Spaß am Sport haben, der gute Fußball kommt von ganz alleine“, betont Jugendleiter Markus Deufel.

In der Kreisliga stellen sich die Brandler „auf ein hartes Stück Arbeit“ ein. Dafür wurde bereits zu Jahreswechsel Markus Englert vom TSV Neustadt als Spielertrainer verpflichtet. „Wir wollten absichtlich einen externen Coach, um neue Anreize zu schaffen. Es zeigt sich bereits, dass Markus menschlich optimal zum SV Ihrlerstein passt“, so Ralf Graßl. Englert (25) bringt aus seiner Jugend-Ausbildung beim FC Ingolstadt und seiner Landesliga-Zeit beim TSV Bad Abbach „ein ungemeines Fußballwissen mit, welches er an unsere jungen Spieler weitergeben soll“.

Meistermacher Ralf Schinn fungiert in der neuen Saison als Co-Trainer und coacht die Mannschaft bei den Spielen an der Linie. „Ralfs berufliche Belastung ist zu groß, um alleine verantwortlich zu sein. Es ist toll, dass er trotzdem weiterhin die Mannschaft und unseren neuen Trainer unterstützt. Ihm ist es zu verdanken, dass wir ein Team haben, dem die Zukunft gehört“, so der Abteilungsleiter.

Stammkeeper tritt kürzer

Abgänge bleiben den Ihrlersteinern nach Lage der Dinge erspart. Lediglich Torwart Stephan Gaßner wird beruflich bedingt kürzer treten, für ihn rückt Dominik Reil nach. „Bei den Zugängen setzen wir auf junge Fußballer aus der Region, die Lust haben, bei uns zu spielen und etwas zu bewegen.“ Mit Simon Seitz vom SC Kelheim konnte der SVI einen ersten Spieler mit dieser Philosophie überzeugen.

In vielen Teilen stellen die Ihrlersteiner auch für die nächste Saison eine junge Truppe. Abgesehen von einigen Routiniers – und des nimmermüden Benedikt Sedlmaier (37) – sind selbst gestandene Kicker nicht älter als 26 oder 27 Jahre. Hoch fahrende Pläne verfolgt man auf der Brand deshalb aber nicht. Schließlich drohte vor zwei Jahren noch die unterste Klasse. Der Klassenerhalt in der Kreisliga sollte aber drin sein.

Weitere Kelheimer Sportnachrichten finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht