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Sport aus Kelheim
Montag, 11. Dezember 2017 5

Zwangspause

Verletzung bremst die Europameisterin

Andrea Brunner (17) spielt beim FC Bayern bereits in der 2. Bundesliga. Leistenbruch stoppt sie – hält sie aber nicht auf.
Von Martin Rutrecht

Beim Frühsommermärchen im Mai führte die Großmußerin Andrea Brunner (rechts) die deutschen U17-Juniorinnen in Pilsen zum EM-Titel. Fotos: dpa/Archiv

Grossmuss.Jetzt also 2. Bundesliga. Wenn die 17-jährige Andrea Brunner aus Großmuß über den nächsten Schritt ihrer Laufbahn beim FC Bayern München spricht, hört es sich wie so oft nach der Leichtigkeit des Seins an. „Ja, gut, bei den Frauen geht’s athletischer zur Sache. Aber ich bin mit der Umstellung gut klar gekommen“, sagt die junge Fußballerin, die vor einem halben Jahr durch den EM-Titel mit Deutschlands U17-Juniorinnen ihren bislang größten Erfolg feierte.

Einmal mehr hat Brunner einen Umstieg nicht in leisen Trippelschritten absolviert – sondern mit einem satten Sprung: Im ersten Zweitliga-Spiel mit Bayern II kam sie noch von der Ersatzbank, beim zweiten und dritten Auftritt gegen SC Freiburg II und TSG Hoffenheim II stand sie schon in der Startelf, als Libero (bzw. Libera) in der Dreierkette. „Die Verantwortung auf dieser Position ist schon größer als in der Innenverteidigung oder auf dem Sechser, wo ich bisher spielte“, sagt die 17-Jährige. Doch vor Verantwortung drückt sie sich nicht, wie sie als Kapitän beim entscheidenden Elfmeter zum EM-Halbfinalsieg gegen Norwegen nachdrücklich zeigte.

Abreise vor U19-EM-Qualifikation

Dass es bei den drei Partien in der 2. Bundesliga blieb, liegt an einer Verletzung, die Andrea Brunner seit Ende September außer Gefecht setzt. „Ich habe einen Leistenbruch in der linken Hüfte“, erklärt sie. Immer wieder verspürte die Nationalspielerin Beschwerden in dieser Gegend. „Auch bei der EM hat’s hin und wieder gezwickt. Es war aber lange nicht klar, woher das kommt.“ Erst nach einer Ärztetour konnte die Ursache diagnostiziert werden. „Ein Spezialist in München hat den Leistenbruch festgestellt, Mitte Oktober wurde ich bei ihm operiert.“

„An eine Profi-Zukunft denke ich noch nicht. Ich spiele Fußball, so lange es mir Spaß macht.“

Andrea Brunner

Die Verletzung sei keine große Sache, aber es bedürfe einiger Zeit, bis sie ausheilt. „Es wäre falsch, zu früh zu beginnen. Schmerzfrei bin ich schon und wenn ich mich danach fühle, steige ich im Dezember ein, es kann aber auch Januar werden. Die Herbstsaison ist sowieso vorbei für mich.“

Als Europameisterin und U17-Bundesliga-Titelträgerin mit dem FC Bayern – hier beim Siegerbussi vom Papa – ist Andrea Brunner erneut bei der „Sportler des Jahres“-Wahl nominiert.

Durch den Leistenbruch verpasste die Großmußerin, die vor zwei Jahren von der JFG Befreiungshalle Kelheim zum FC Bayern ging, auch ihren ersten möglichen Einsatz im U19-Juniorinnen-Nationalteam. „Ich stand mit der Auswahl in der Vorbereitung auf die erste Runde der EM-Qualifikation für 2018, musste aber am zweiten Tag wegen der Beschwerden wieder abreisen.“ Das Team der früheren Frauen-Nationalspielerin Maren Meinert (3 x Europa- und 1 x Weltmeisterin) marschierte mit drei Siegen in drei Spielen in die Eliterunde, wo das EM-Ticket endgültig vergeben wird. „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft da helfen kann“, sagt die 21-fache Jugend-Nationalspielerin in U16 und U17.

Im Januar endlich mit Führerschein

An ihrem Status als reine Amateurin beim FC Bayern hat sich nichts geändert. Nach wie vor macht die 17-Jährige ihre Bürokauffrau-Ausbildung bei Webasto in Schierling und fährt inzwischen dreimal wöchentlich zum Training auf dem neuen FC Bayern-Campus nahe der Allianz-Arena. „Ich darf zwar schon selbst Autofahren, aber nur mit Begleitperson. Mama, Papa oder sonst wer müssen immer noch mit. Aber im Januar werde ich 18 – dann kann ich allein unterwegs sein.“

Erneut für Sportler-Wahl aufgestellt

  • Nominierung:

    Der EM-Titel und die Bundesliga-Schale mit den FC Bayern-Juniorinnen machten es der Jury leicht, Andrea Brunner wieder unter die fünf Kandidaten der Kategorie Jugend zu reihen, die zum „Sportler des Jahres 2017“ in Ostbayern gewählt werden können.

  • Titelverteidigerin:

    Brunner gewann bereits 2016. „Ich freue mich, dass ich wieder aufgestellt wurde.“ Mitstimmen können Sie unter: www.mittelbayerische.de/erlebniswelt

Vor der vierrädrigen Mobilität kommt die körperliche Mobilität. „Die Genesung steht an erster Stelle. Ich will nicht zurückstecken. Bis dahin freue ich mich, dass ich mehr Zeit für meine Freunde habe.“ An eine Zukunft bei den Frauen-Profis des FC Bayern denkt Andrea Brunner noch nicht. „Ich spiele Fußball, so lange es mir Spaß macht. Eine Verletzung zeigt, wie schnell es anders laufen kann.“

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