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Sport aus Kelheim
Sonntag, 10. Dezember 2017 11

Triumph

ATSV-Ringer küren sich zum Meister

Kelheim holt sich vorzeitig den Titel in der Landesliga Nord. Nun kommt es zum Aufstiegskracher gegen den AC Regensburg.

Johannes Mayerhofer (oben) und seine Kollegen stürmten zum Landesliga-Titel. Im Aufstiegsreigen zur Bayernliga waret der AC Regensburg. Foto: Huber

Kelheim.Das Meisterstück ist vollbracht. Die Ringer des ATSV Kelheim holten sich in der Landesliga Nord mit einem deutlichen 26:12-Heimsieg gegen den Tabellenvierten TSV Weißenburg vorzeitig den Titel – und das als Aufsteiger. Nach dem letzten Ligakampf in einer Woche stehen unmittelbar danach die Aufstiegskämpfe zur Bayernliga an. Rivale dabei wird in Hin- und Rückmatch der AC Regensburg sein, der Meister der Staffel Süd.

Die Kelheimer waren wild entschlossen, gegen Weißenburg den Sack zuzumachen. „Mit dem Gast haben wir aus dem Vorkampf noch ein Hühnchen zu rupfen“, so ATSV-Pressewart Stephan Hacker. Kelheims Coach Helmut Wild griff in die Trickkiste. So mussten Felix Henneberger und Mike Fischer die Gewichtsklassen tauschen, zudem wurde Andreas Dewiwje nach einem Jahr reaktiviert. „Wir konnten unsere beste Mannschaft aufbieten.“

„Wir haben es als Aufsteiger zum Meister gebracht – überragend!“

Stephan Hacker

Ben Böswald (57 kg, gr.-röm.) strich ohne Gegen die ersten vier Zähler ein. Seine Qualität im Freistil-Schwergewicht spielte einmal mehr Tolga Izci aus. Sein Gegner Simon Weiss war völlig überfordert. Mit mehreren sehenswerten Aktionen ging der Kelheimer 8:2 in Führung, ehe er den Weißenburger auf die Schultern wuchtete.

Einen Schreckensmoment erlebten ATSV-Athlet Ebrahim Salmeh (61 kg, Freistil) und sein Kontrahent David Hilpert. Die beiden Ringer rasselten nach gut einer Minute bei einer unglücklichen Aktion mit den Köpfen zusammen. Während der Lokalmatador, der führte, mit einem blauen Auge davon kam, war für den Weißenburger der Kampf vorbei.

Im Rausch zur 20:0-Führung

Daniel Ritter (98 kg, gr.-röm.) bestätigte im nächsten Duell Stephan Hackers Einschätzung: „Er steigert sich von Kampf zu Kampf.“ Gegen Lukas Will punktete der Kelheimer zunächst mit einem wuchtigen Suplex (Griff von hinten über die Brust des Gegners) und baute den Vorsprung in der Folge auf 11:2 aus. Damit stand es 16:0.

An Csongor Knipli (66 kg, gr.-röm.) war es, gegen Manuel Wallmüller „das Feuerwerk zur Meisterschaft zu zünden“, so die ATSV-Riege. Der schlaksige Weißenburger wehrte sich heftig gegen den Spitzenringer, konnte der technischen Versiertheit des Kelheimers aber nicht lange standhalten. Mit dem 20:0-Pausenstand war der ATSV am Ziel seiner Träume: Meister!

Mike Fischer (in rot) bezwang einen Ringer mit Bundesliga-Erfahrung. Foto: Huber

Trotzdem war auch im zweiten Abschnitt gute Ringerkost geboten. Youngster Johannes Mayer (86 kg, Freistil) kassierte gegen Benedikt Mastronicola seine erst zweite Saisonniederlage. Eine Unachtsamkeit beförderte den Paintner in einen Abzwicker. Mit einer ausgefuchsten Kontertaktik punktete Johannes Mayerhofer (71 kg, gr.-röm.) gegen Lukas Stengel. Die schnellen Beinangriffe des Weißenburgers nutzte er zu eigenen Punkten und gewann nach sechs Minuten mit 5:0.

Der Hammer

  • Zum letzten Landesliga-Kampf

    beim Tabellenzweiten SC 04 Nürnberg bricht der ATSV am Samstag um 16.15 Uhr beim Sportrestaurant auf. Ringerfans können den Tross als Selbstfahrer begleiten. Ein eingesetzter Bus ist bereits voll.

  • Die beiden Aufstiegskämpfe

    zur Bayernliga gereichen im Kelheimer Ringergeschehen zu einem Höhepunkt. Ausgerechnet Lokalrivale AC Regensburg (Meister der LL Süd) wird zum Kontrahenten. Der Hinkampf wird am 16. Dezember in Regensburg ausgetragen, das Rückmatch in Kelheim ist auf den 23. Dezember terminiert.

An hartem Brot hatte Felix Henneberger (80 kg, gr.-röm) zu knabbern. Mit Pal Krisztian Kottes stand ihm ein ungarischer Vizemeister und U23-EM-Fünfter gegenüber. Der Kelheimer kämpfte „wie ein Ochse“ (Hacker), hatte aber in der fünften Minute seinen Meister gefunden. Einen spektakulären Kampf lieferten sich Mike Fischer (75 kg, gr.-röm.) und Simon Will. Der Gästeringer mit Bundesliga-Erfahrung ging in Front. Fischer schlug mit einem sehenswerten Suplex zurück und hatte sich damit auf den Gegner eingeschossen. Mit einer Schleuder leitete der Kelheimer seinen Schultersieg ein.

Aufstiegsfinale an Weihnachten

Das Comeback von Andreas Dewiwje (75 kg, Freistil) begann vielversprechend. Gleich zu Beginn erkämpfte er sich gegen Peter Wägemann die Führung. Aber wie bei Mayer wurde ihm dann ein Abzwicker zum Verhängnis. Damit betrieb Weißenburg noch Ergebniskosmetik zum 26:12.

„Wir haben das Kunststück fertig gebracht, als Aufsteiger gleich Meister zu werden“, jubelten die Ringer. Auch wenn das Topduell von Tabellenzweitem SC 04 Nürnberg gegen den ATSV am Samstag noch im Fokus steht, so ist doch schon alles gespannt auf den großen Showdown gegen den AC Regensburg – mit dem wahrscheinlichen Rückkampftermin einen Tag vor Weihnachten in Kelheim. (mar)

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