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Sport aus Kelheim
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Schwebezustand

Die Eleganz hoch über den Köpfen

Trampolin-Turnen ist schöner als Fliegen. Abbach gewinnt Niederbayern-Pokal, ATSV-Duo verpasst knapp bayerische Medaille.
Von Gabi Hueber-Lutz

Zwei Wettkampfgerichte beurteilten die Übungen der Trampolin-Turner bei Niederbayern-Pokal und bayerischer Synchronmeisterschaft. Fotos: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Rekordfeld beim Niederbayern-Pokal und den bayerischen Synchronmeisterschaften der Trampolinturner in Bad Abbach: An die 150 Springerinnen und Springer aus 19 Vereinen waren am Wochenende in die Manglkammer-Halle gekommen, um ihre Wettkämpfe auszutragen. Die Trampolin-Abteilung des TSV Bad Abbach war der Veranstalter.

Die zwei Tage stellen zwar eine Herausforderung für das Team der TSV- Trampoliner, aber am Ende steht große Zufriedenheit. Alles ist bestens verlaufen. Auch sportlich können sich die Ergebnisse der Gastgeber beim Niederbayern-Pokal sehen lassen. Die Bad Abbacher werden Mannschaftsmeister, Leonie Spormann erreicht einen ersten Platz, Bernard Wieynk einen zweiten, und Charlotte Wolf und Theresa Zenger stoßen ins Finale vor.

Manöverkritik am Bildschirm

Bei der bayerischen Entscheidung im Synchronspringen läuft es dagegen nicht so gut. Nur Wieynk erreicht einen zweiten Platz. Veronika Eichenseher und Anastasia Wohlgemuth vom ATSV Kelheim verpassen einen Podestplatz nur knapp und springen auf Platz vier – ein schöner Erfolg im bayerischen Nachwuchs-Trampolinfeld.

Große Freude nach der gelungenen Kür von Leonie Spormann (rechts), die Platz eins eroberte.

Abbachs Abteilungsleiterin Nora Koschmal steht auf der Galerie der Turnhalle und blickt auf das Gewimmel: „Unglaublich, wie viele heuer da sind.“ Plötzlich läuft ein bedauerndes „Ohhh“ durch die Zuschauerreihen, als eine Turnerin eine Übung abbricht. Das passiert immer wieder einmal. Manchmal müssen auch die Helfer eingreifen, die neben dem Trampolin stehen. Wenn sie sehen, dass eine Springerin nicht mehr auf der federnden Fläche aufkommen würde, sondern vielleicht am Rahmen, schieben sie blitzschnell eine dicke Matte unter. Sicherheit geht vor.

„Das ist so schön, weil man da in der Luft schwebt.“

Charlotte Wolf

Aber meist läuft alles glatt und die jungen Sportler sind mehr oder weniger zufrieden mit ihrer Vorstellung. Heuer bekommen die Zuschauer richtig viel zu sehen. An vier Geräten turnen sich die Mädels und Jungs ein, an zwei Geräten finden die Wettkämpfe statt. Erstmals sind überall in der Halle Bildschirme aufgestellt, auf denen zeitversetzt die Übung nochmal läuft.

Runter kommen sie alle – und landen auf dem Trampolin.

Theresa Zenger von der Bad Abbacher Riege ist prima gesprungen und mit ihrer Leistung ins Finale gekommen. Aber das eine oder andere sieht sie auf dem Bildschirm sofort, was ihr nicht passt. Abteilungsleiterin Koschmal bremst ein bisschen. Dass man immer noch was arbeiten kann, ist klar.

Charlotte Wolf hat ihre Übung hinter sich, weiß noch nicht, ob sie im Finale turnen darf. Sie springt seit zwei Jahren und ist das erste Mal bei Wettkämpfen dabei. Ans Trampolinturnen hat sie ihr Herz verloren: „Das ist so schön, weil man da in der Luft schwebt und sich das ganz anders anfühlt, als am Boden zu turnen“, schwärmt sie.

„Geröllhalde“ fällt vom Herzen

Es gibt Springer, die sind Wettkampftypen, andere sind’s nicht, erklären drei Mädels aus Burgkunstadt. Hoch konzentriert ist die Abbacherin Leonie Spormann. Die Erwartungen an sie sind hoch. Ein Podestplatz sollte es schon sein. Die Pflicht läuft gut. Nun die Kür, in der sie einen neuen Schwierigkeitsgrad turnen will. Nora Koschmal zieht am Ende der Übung anerkennend die Augenbrauen in die Höhe und vermutet: „Da ist ihr eine ganze Geröllhalde vom Herzen gefallen.“ Am Ende des Tages weiß Leonie, dass es nicht nur ein Podestplatz geworden ist, sondern gleich der erste.

Bernard Wieynk war nicht nur als Turner gefordert, sondern auch als Organisator.

Gemeinsam mit Bernard Wieynk freut sie sich wie eine Schneekönigin. Ihr Kollege ist in der Organisation eingespannt, turnt aber dennoch. Lang hat er nicht Zeit. Die Geräte müssen abgebaut werden und am Abend übernachten 90 Leute in der Turnhalle.

Interview mit Organisator Bernd Wieynk

Sie haben das Turnier federführend organisiert. War das bei der großen Anzahl der Teilnehmer heuer eine Herausforderung?



Ja, durchaus. Obwohl es natürlich toll ist, dass man in einer Randsportart so viele Leute bei einem Turnier zusammen bekommt. Heuer sind wir an vier Geräten gesprungen statt wie bisher an zwei. Geräte hatten wir zwar genug, aber einen zweiten Kampfrichtertisch mussten wir besorgen. Den haben wir aus Teugn bekommen und weitere Matten haben wir vom ATSV Kelheim geliehen.

Sie springen selber auch noch. Wie haben Sie abgeschnitten und waren Sie zufrieden damit?

Wie bei jedem meiner Wettkämpfe spielte auch hier wieder die Nervosität eine Rolle. Trotz ein paar kleiner Fehler im Vorkampf habe ich es ins Finale geschafft. Nach einer kurzen Besprechung mit meiner Trainerin ging es auch gleich danach weiter. Ich konnte mit einer gelungenen letzten Übung noch den zweiten Platz holen. Ich bin sehr zufrieden und auch stolz, diesen Pokal für den TSV Bad Abbach einzuheimsen.

Ist der Trampolinsport in Bad Abbach gut aufgestellt?

Ja, unsere Abteilung hat zirka 55 Aktive und ist damit auch ausgelastet. Wir sind ja auch begrenzt durch die Halle und die Geräte.

Trampolin ist ein junger Sport und weiblich dominiert?

Ja, das ist so. Wir haben wesentlich mehr Mädchen als Jungen in der Abteilung. Der Löwenanteil ist zwischen acht und 14 Jahren alt. In den Erwachsenenbereich hinein wird die Anzahl der Springer dann deutlich weniger.

Warum ist das so?

Ich denke das liegt daran, dass sich die Lebensumstände mehr und mehr ändern. Der Fokus richtet sich auf andere Bereiche wie Ausbildung und Familie. Es wird schwerer, alles unter einen Hut zu bekommen, und man macht Abstriche.

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