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Sport aus Kelheim
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Erfolgstruppe

Drei-Mäderl-Haus räumt alles ab

Bikerinnen-Trio aus Sandharlanden gewinnt alle Rennen im Jura-Cup. Ihr Verein plant mit dem „Stoabruch“-Race ein Spektakel.
Von Martin Rutrecht

Alles gewonnen (v. l.): Katharina Paggel, Lara Stich und Melanie Blümel waren unschlagbar. Fotos: Verein

Sandharlanden.Manfred Blümel traute seinen Augen nicht. Sein Schützling Lara Stich fuhr an Start und Ziel vorbei – und quatschte mit einer Kontrahentin. „Das war eine Freundin, die ich bei einem anderen Rennen kennen gelernt hatte“, erklärt die 14-Jährige. Vom Betreuer kam die Aufforderung, doch bitte mal Gas zu geben. Als Laras Teamkollegin Melanie Blümel (16) vorbei kurbelte und rief „Zieh mit!“, trat die Schülerin an und gewann auch diesen Lauf zum Jura-Cup der Mountainbiker souverän.

Der FSV Sandharlanden räumte trotz kurzer Plaudereinlagen bei der neuen Rennserie in Niederbayern und der Oberpfalz mit einem Drei-Mäderl-Haus kolossal ab. Die zwölfjährige Katharina Paggel (U13), Lara Stich (U15) und Melanie Blümel (U17) gewannen in ihren Altersklassen alle Läufe im Jura-Cup und folglich gingen alle drei Gesamtsiege an die FSV-Girls. Ihr Vereinskollege Simon Lohr (17) komplettierte die Ausbeute mit einem zweiten Rang in der U19 hinter dem Kelheimer run & bike-Fahrer Philipp Hohlfeld. „Das ist schon bemerkenswert“, freut sich Manfred Blümel, der vor fünf Jahren die Sandharlandener Mountainbike-Truppe ins Leben rief.

Mit dem Rad zur Arbeit als Training

Die Jura-Serie hat das Erbe des OTV-Cups angetreten. „Die neue Veranstaltungsreihe ist abwechslungsreicher, weil neben Cross-Country-Rennen auch Zeitfahren, Marathon und Teamwettbewerb im Programm stehen“, erläutert Blümel, der im Radsport zu Hause ist. Für die Bayernrundfahrt organisiert er seit Jahren die Quartiere für Teilnehmer und Begleittross. Zum Cup zählen auch die beiden Landkreis-Rennen in Painten und Abensberg. In der Nachbarstadt fuhr der FSV mit über einem Dutzend Fahrer auf.

Simon Lohr fuhrt in der anspruchsvollen U19-Klasse mit und siegte beim Saisonfinale in Neukirchen.

Permanent auf der Strecke waren Katharina, Lara und Melanie sowie Simon. Der 17-Jährige und Blümels Tochter Melanie trainierten im Winter durch. Die anderen Biker stiegen im Frühjahr ein. „Wir hatten heuer auch eine Trainingswoche“, erzählt Lara, Schülerin des Donau-Gymnasiums. Insgesamt 25 Nachwuchsfahrer werden in Sandharlanden von fünf Betreuern trainiert. „Wir haben mehrere Gruppen, aufgeteilt nach Alter und Können“, so Blümel. Bei den jüngeren Schützlingen springen die Jugendlichen auch als Übungsleiter ein.

Simon Lohr hat eine weitere Trainingsgelegenheit entdeckt: Er radelt am Tag 60 Kilometer in seine Arbeit als Schreinerlehrling und zurück. „Bei den U19-Jungs ist der Cup eine harte Geschichte“, weiß sein Coach Blümel. So kann Lohr, der an vier der sechs Rennen teilnahm, auf seinen Sieg beim Finale in Neukirchen und den zweiten Rang in Waldkirchen –hinter dem Kelheimer Hohlfeld – stolz sein. Der run & bike-Crack siegte auch in Batzhausen und Altenstadt.

Kathi ließ nicht locker

Bei den Mädels ist die Dichte noch nicht so groß. „Aber man muss erst alle Läufe gewinnen.“ Melanie Blümel und Lara Stich fuhren fünf Konkurrenzen – und siegten ebenso oft. Katharina Paggel schlug in allen sechs Rennen zu, viermal lag sie dabei vor Lara Lehmann von der SG Painten. „Kathi wollte schon als kleines Mädel unbedingt biken. Ich konnte sie anfangs nicht aufnehmen, weil wir zu viele Kinder hatten. Sie hat hartnäckig angerufen, an die 15 mal“, schmunzelt Blümel, dessen zweite Tochter Anna (13) auch schon mitmischt.

„Die Siege motivieren einen natürlich“, sagt Lara Stich. Allerdings wollen die Mädels nicht zwingend höher hinaus. „Die regionalen Rennen reichen mir. Vielleicht greife ich später mal bei größeren Veranstaltungen an“, so die Gymnasiastin. Melanie Blümel hat es im Vorjahr in der Bayernliga probiert: jeden Tag Training, Lehrgänge, weite Anfahrten. „Der Aufwand ist enorm und uns zu viel“, sagt ihr Papa. Die jungen Biker sollen „Spaß an ihrem Sport“ haben.

Einen riesen Spaß soll es nächstes Jahr in Sandharlanden selbst geben. Der FSV will das „Stoabruch“-Race aus der Taufe heben und in den Jura-Cup einsteigen. „Zwischen unserem Ort und Abensberg gibt es einen Steinbruch, wo man interessante Passagen einbauen könnte. Starten wollen wir am Dorfplatz. Dort soll es auch nicht nur geradeaus gehen“, deutet Manfred Blümel verheißungsvoll an. Termin wäre Anfang oder Mitte September. „Ein solches Rennen habe ich schon lange im Hinterkopf. Jetzt wollen wir es anpacken – und es soll krachen!“

Skifahrer standen Pate

  • Abteilung:

    Das Bike-Team Sandharlanden gehört organisatorisch dem Skiclub des FSV an. Die Idee war, die Mitglieder des Skiclubs auch über den Sommer hinweg fit zu halten.

  • Training:

    Inzwischen hat das Mountainbiketeam so viel Zuwachs, dass vier verschiedene Leistungsgruppen gebildet wurde. Das Bike-Team hat eine Homepage mit allen Trainingsterminen: www.fsv-biketeam.de

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