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Sport aus Kelheim
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Titelkampf

Gurken, Bier und satte Punkte für TSV

Mit einem 11:3-Sieg haben die Judoka des TSV Abensberg beim KSC Asahi Spremberg Kurs Richtung Titel gesetzt. Coach Öchsner ist guter Dinge.
Von Heiner Stöcker

TSV Abensberg-Coach Jürgen Öchsner freut sich riesig über die Gastgeschenke im SpreewaldFoto: Michael Walter

Abensberg.Mit zwei Gläsern Gurken, zwei Fässchen heimischen Biers und einem satten 11:3-Sieg sind die Judoka des TSV Abensberg am Samstag aus dem Spreewald zurückgekommen. Das tat Babonen-Coach Jürgen Öchsner fast schon leid, denn: „Der Empfang beim KSC Asahi Spremberg war so toll und so herzlich, wie ich ihn selten erlebt habe.“ Der Hallensprecher habe sogar aus dem Vorbericht der Mittelbayerischen Zeitung zitiert – so sehr hatten sich die Hausherren auf den Besuch des Rekordmeisters gefreut. Die haben den Spitznamen „Gurkentruppe“ und „da haben wir kräftig runter gebissen von der Gurke“.

Asahi ist japanisch für die Morgensonne – aber unter dem Ansturm der Babonen zerstoben auch die letzten Witterungen von Morgenluft. „Unser Minimalziel waren acht Punkte – dass es jetzt zweistellig geworden ist, war ein gigantisches Ergebnis.“

„Absolut grandios“ war für Öchsner Manuel Scheibels Einsatz am Wochenende: Der kämpft am Freitag in Zagreb beim Grand Prix, schlägt Topleute, wird dort siebter, fliegt Samstagfrüh von Zagreb nach München, startet mit dem TSV-Team auf die Sechs-Stunden-Fahrt nach Spremberg und legt in der Gewichtsklasse bis 66 Kilo seine beiden Gegner Lucas Gerlach und Michael Daue jeweils mit Ippon.

-81 Kilo: Johannes Karsch – Zebeda Rekhviashvili 0:10; Der georgische Gastkämpfer Rekhviashvili erfüllte sein Soll. Gegen den Hausherren siegte er mit einem Ippon für eine Eindrehtechnik. Johannes Kruse – Sven Maresch 0:10; Maresch behielt in der zweiten Begegnung der Gewichtsklasse die Kontrolle, ergatterte eine Wertung und einen vollen Punkt.

-100 Kilo: Mariusz Krueger – Marc Odenthal 0:7; „Marc kämpfte eine Gewichtsklasse drüber – aber als absoluter Topathlet kann der das.“ Trotzdem war laut Öchsner Vorsicht geboten. „Der Krueger kann auch werfen.“ Auch gegen Stefan Nieseke ging Odenthal taktisch klug vor, wartete auf die Gelegenheit und schoss ihn ab.

-60 Kilo: Maximilian Zimmermann – Daniel Scheller 7:0; Wie berichtet ist Stammkraft Philip Graf gerade auf Weltreise. Seine Vertretung Daniel Scheller soll Erfahrungen sammeln. „Er hatte gute Momente – aber es hat nicht gereicht.“ Auch gegen seinen zweiten Gegner Vincent Giller ging Schweller leer aus (7:0). „Toll, wie sich die Mannschaft um ihn kümmert, um das aufzuarbeiten“, sagte Öchsner.

+100 Kilo: Sebastian Bähr – Dominik Gerzer 10:0; Bähr brachte laut Öchsners Schätzung 20-25 Kilo mehr auf die Waage als der Abensberger. Gerzer hielt gut mit. Aber am Ende fiel er einer Fußtechnik und der Taktik zum Opfer, damit Odenthal in der bis-100-Klasse antreten konnte. Domenik Schönefeldt – Robert Dumke 0:7; Dumke ist gleich zwei Gewichtsklassen aufgerückt – „der ist eigentlich ein 90er“, sagte Öchsner. Schönefeldt – deutscher Vizemeister der Männer – ist eigentlich ein bis-100-Kilo-Kämpfer und der hätte gegen Odenthal ran können. „Dumke hatte bisher in dieser Saison nicht gekämpft. Er war immer verletzt. Jetzt macht der seinen ersten Saisonkampf, startet zwei Klassen höher gegen einen Vizemeister – und haut den zwei mal hin und gewinnt.“ Die Mannschaft habe ihm nach dem Kampftag einstimmig die interne Trophäe „Man of the Day“ verliehen.

-90 Kilo: Patryk Ciechomski – Beka Gviniashvili jeweils 0:10: „Beka hat zwei mal gegen Ciechomski voll abgeliefert“. Für Öchsner keine Überraschung. Genauso, wie sein Landsmann Rekhviashvili sei auch er ein Weltklasse-Athlet.

-73 Kilo: Kevin Schröder – Sebastian Seidl: „Das hat Sebi sauber runter gekämpft, macht zwei Waza-Ari und zeigt seine absolute Weltklasse und holt am Schluss noch den vollen Punkt.“ Oleg Ilts – Christopher Völk 0:7; Völk habe den Kampf ganz abgeklärt, ganz souverän runtergespult. Das ist auch wichtig für die jungen im Team. „Wenn man das sieht, ist das jede mal ein Ansporn und eine Lehrstunde“, sagte Öchsner.

Ausblick

  • Am kommenden Samstag empfängt der TSV Abensberg in der Georg-Stanglmeier-Halle die Kämpfer des KSC Asahi Spremberg. Beginn der Begegnung ist um 18 Uhr.

  • Nach dieser Begegnung in den Playoffs geht es in die Finalrunde der besten vier Mannschaften um den Titel des Judo-Bundesliga-Meisters in dieser Saison.

„Ich muss wirklich meinen Hut ziehen, was die Mannschaft da gerade abzieht. Und ich bin wahnsinnig stolz, dass ich da dabei sein darf“, zog der Trainer sein Fazit. Von daher gebe es keine Sorgen für den Rückkampf kommende Woche vor heimischem Publikum. Zuschauer und Gäste dürfen gespannt sein, ob es der Öchsner-Truppe gelingt, dem KSC Asahi Spremberg die erwiesene Gastfreundschaft mit Geschenken „heimzuzahlen“.

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