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Sport aus Kelheim
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Topturnier

Manu Scheibel unterliegt dem Weltbesten

Abensberger Judoka verliert beim Grand Slam in Tokio gegen Weltmeister. Auch Sebastian Seidl wird ein Japaner zum Verhängnis.

So effektvoll zeigte sich Manuel Scheibel (in blau) nur im ersten Kampf. Foto: Felix-Hermann Freiherr von Solem

Abensberg.„Es kommt, wie es kommt“, hatten die beiden Abensberger Judoka Sebastian Seidl und Manuel Scheibel vor der Auslosung zum Grand Slam in Tokio gesagt. Losglück hatte das Duo in der Kategorie bis 66 kg nicht zwingend: Scheibel traf im zweiten Kampf auf den Weltranglistenersten aus Japan und verlor, Seidl strich ebenfalls im zweiten Auftritt gegen einen weiteren Lokalmatador die Segel.

Eines der weltgrößten Judo-Turniere erlebt die japanische Hauptstadt alljährlich am Ende der Saison. Diesmal waren 417 Judoka bei Frauen und Männern aus 61 Nationen zugegen. Angeführt wurde das Feld von vier Olympiasiegern, darunter der Tscheche Lukas Krpalek, ein Legionär der Babonen. Mit dem Finaleinzug im Schwergewicht unterstrich er seine Klasse, verlor aber wie so viele gegen einen Japaner. Ein Krpalek in dieser Form hätte dem TSV im Bundesliga-Finale gut getan – doch da war er noch in der „Babypause“.

TSV-Legionär stößt ins Finale vor

Für den Biburger Scheibel begann der Wettkampftag mit einem Freilos. In der zweiten Runde traf er auf den erst 19-jährigen US-Amerikaner Quentin Cook, der vor einem Monat die Toronto-Open in Kanada gewann. „Nach drei Wochen Trainingslager in Asien bin ich bereit“, gab sich der Abensberger Recke kampfeslustig. Und nach einer schönen Selbstfalltechnik punktete er mit Wazaari und brachte den Vorsprung über die Zeit.

Sebastian Seidl rieb sich in zwei Kämpfen über die Verlängerung auf. Foto: Lukas Schulze/dpa

Aber danach wartete er, Hifumi Abe, Nummer eins im Worldranking, Weltmeister und Sieger beim Grand Slam in Paris. Scheibel versuchte tänzelnd den Griffen des Japaners zu entkommen. Eine kurze Zeit fruchtete die Taktik, dann aber erhielt der TSV-Kämpfer eine Strafwertung, weil er selbst zu wenig aktiv war. Als Scheibel beim Übergang von gebückter in aufrechte Haltung kurz ein Bein entlastete, nutzte Abe die Einladung knallhart. Zweimal erwischte er den 23-Jährigen auf diese Art, beim dritten Streich war der Ippon-Sieg nach 2:46 Minuten eingetütet. Der Japaner gewann in der Folge auch das Turnier.

Seidl muss zweimal ins Golden Score

Sein Finalgegner Joshiro Maruyama wurde zum Stolperstein für Sebi Seidl. Der 27-jährige Pförringer hatte im ersten Fight gegen den Usbeken Sardor Nurillaev einige Körner gelassen, weil das Duell in die Verlängerung ging. Nach 6:12 Minuten siegte der Rio-Olympionike des TSV mit einer schönen Beintechnik. Auch der Kampf gegen Maruyama (24) wurde erst im Golden Score entschieden. Beide Rivalen konnten bis zum Schlussgong nach vier Minuten keine Wertung anbringen, allerdings hatte Seidl zwei Bestrafungen wegen Inaktivität kassiert. In der Verlängerung wurde ihm die dritte derartige Bestrafung aufgebrummt, was nach den neuen Regeln den Sieg für den Gegner bedeutet. (mar)

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