mz_logo

Sport aus Kelheim
Samstag, 25. April 2015 22° 5

Lokalmatadore

Zwei 18-Jährige sagen starkem Feld den Kampf an

Bei der Speedway-WM-Qualifikation in Neustadt setzt das Gastgeberland auf zwei junge, hungrige Piloten. „Das wird eine harte Nuss“, sagen sie.
von martin rutrecht, MZ

Sonntag, 14 Uhr, Anton Treffer-Stadion: Der erste Lauf zur Qualifikation fürs Halbfinale der U 21-WM wird gestartet. Foto: Reichmann

Neustadt. Wenn das Starterfeld bei einem Motorsport-Ereignis vom Weltmeister angeführt wird, kann es so übel nicht sein. In Neustadt hat der amtierende U 21-Champion Maciej Janowski aus Warschau 15 Herausforderer im Gefolge, die ein Ziel haben: Am Ende des Tages unter den ersten Sechs zu stehen, um damit für das Halbfinale der U 21-WM 2012 qualifiziert zu sein. Von Russland über Dänemark und Österreich bis aus Australien stammen die Cracks. Zwei von ihnen tragen die deutsche Flagge auf ihrem Rennanzug: Danny Maaßen und Michell Hofmann. Die beiden 18-Jährigen wollen im internationalen Feld vorne mitmischen.

Mit 13 Jahren Vizeweltmeister

Maaßen aus Nordhastedt startet für den MSC Brokstedt in der Bundesliga. Bereits im Vorjahr gastierte er zur WM-Quali im Anton Treffer-Stadion, war aber noch zu grün hinter den Ohren. „Ich kenne einige Gegner. Aber nicht nur sie werden mir die Aufgabe schwer machen. Man muss schon Leistung gezeigt haben, um hier überhaupt starten zu dürfen.“

Seine Erfolge im vergangenen Jahr hielten sich in Grenzen. 2010 lief es besser. Mit dem fünften Platz bei der deutschen Junioren-Meisterschaft landete er unter den besten nationalen Nachwuchshoffnungen. Bemerkenswert war der Team-Titel in der 2. Division (Liga) in Dänemark mit den Randers Lions. Heuer absolvierte er Ende März – da war er noch 17 – schon zwei Trainingstage mit der Truppe in Malmö. „Es hat alles super geklappt. Die Motoren von meinem Vater liefen einfach spitze.“ In einem Test gegen ein schwedisches Aufgebot holte Maaßen immerhin neun von zwölf möglichen Punkten. „Natürlich möchte ich in Neustadt unter die ersten Sechs kommen, aber das wird eine ganz schön harte Nuss“, sagt er, und Michell Hofmann, der nur einen Tag später Geburtstag hat als sein Kompagnon, kann nur zustimmend nicken. Die Erinnerung an den verpatzten Auftritt vor Jahresfrist erschüttert Maaßen nicht. „Ich werde alles geben und freue mich auf ein tolles Rennwochenende.“

Michell Hofmann fährt zusammen mit seinem Bruder Maik beim AC Landshut. In ihm steckt viel Talent. Deutscher Nachwuchsmeister war er in der 250 ccm-Klasse. Und vor fünf Jahren kürte sich der damals 13-Jährige zum Vizeweltmeister bei den Schülern. Seit einigen Jahren probiert er sich immer wieder in Neustadt. „Die Bahn dort zählt neben Landshut und Berghaupten zu meinen Lieblingsstrecken.“

Riss-Buben bauten Piste am Acker

Dass er am Wochenende auch die Läufe am Samstag in einer nationalen Serie mitnimmt, zeigt, dass sich der Youngster keineswegs für einen WM-Überflieger hält. Mit den Läufen und dem Training am Nachmittag kann er vielleicht einen kleinen Vorteil in punkto Bahnkenntnis herausholen. Mit ihm gehen morgen auch Lukas Ziegler aus Schwanau sowie Valentin Grobauer aus Ruhsdorf in die nationalen Rennen. Die beiden Youngsters sind als Ersatzfahrer für den Sonntag vorgesehen.

Ein prominenter Name fährt im Vorspiel der 14- bis 21-Jährigen auch mit: Riss. Viele Neustädter Fans kennen den achtfachen (!) Langbahn-Weltmeister Gerd Riss. Seine Söhne Mark und Erik stehen am Samstag am Start. Seit einem Jahren fahren die beiden Speedway. „Sie haben sich kurzerhand eine Bahn auf unserem Acker gebaut“, erzählt der Vater, „sie kamen auf der Piste sogar ins Driften.“ Dass die U 21-WM-Piloten das beherrschen, davon ist auszugehen. Wer am Sonntag ins WM-Halbfinale driftet, steht nach 20 Läufen fest.

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht