mz_logo

LG Telis Finanz
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Leichtathletik

Blaue Stunde dank Kock und Orth

Das Paar der LG Telis Finanz holt bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft zwei Titel nach Regensburg.
Von Christian Fuchs

Zwei, die sich ein Siegerküsschen verdienen: Maren Kock ist die erste Läuferin seit 19 Jahren, die bei einer DM unter 4:10 Minuten bleibt, Florian Orth gewann den 1500-Meter-Krimi um ein Hundertstel.Foto: Imago

Nürnberg.Das Mittelstrecken-Paar Maren Kock und Florian Orth sorgte am Sonntagnachmittag bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg für eine perfekte blaue Stunde der LG Telis Finanz Regensburg.

Perfekt war das denkwürdige Meister-Doppel binnen 25 Minuten allerdings erst, nachdem das Zielfoto des 1500 Meter-Rennens der Männer ausgewertet war. Lange, bange Sekunden verstrichen, ehe feststand: Orth hatte sein Rennen in 3:44,61 Minuten mit nur einer Hundertstel Vorsprung auf den Erfurter Sebastian Keiner gewonnen.

Der Rest war Freude pur: Maren Kock, die vorher ihren Titel verteidigt hatte, nahm ihren Freund in die Arme, gemeinsam gingen sie auf eine Ehrenrunde, um sich von 22 450 Zuschauern feiern zu lassen. Danach gaben sie einige Interviews und Autogramme für die Fans.

Florian Orth war auf das Duell mit Keiner vorbereitet: „Ich hatte mir überlegt, dass ich einen langen Spurt mache. Dann sah ich auf der Videowand Sebastian die ganze Zeit an mir kleben. Zwei Meter vor Schluss war er vorne. Vielleicht habe ich es durch das Nachvorneschieben der Brust geschafft, dass es sich am Ende für mich ausging.“

Bei Kock stimmt die Taktik

Zusätzlich motiviert hatte ihn der vorausgegangene Sieg seiner Freundin Maren Kock, den er mitverfolgte. Die 25-Jährige konnte sich auf ihre Taktik verlassen. Zunächst hatten die Frankfurter Sujew-Zwillinge Elina und Diana das Tempo gemacht. 200 Meter vor Schluss war Kock zur Stelle, um die junge Leverkusenerin Konstanze Klosterhalfen hinter sich zu lassen. Mit 4:09,25 Minuten stimmte auch die Zeit. Vor 19 Jahren war zuletzt eine 1500 Meter-Läuferin bei einer DM unter 4:10 Minuten geblieben. „Ich war dieses Jahr in der Position der Gejagten, weil ich als Titelverteidigerin und Jahresschnellste an den Start gegangen bin. Auf mir lagen die Blicke, umso nervöser war ich. Deshalb bin ich froh, dass ich hinten raus dem Druck standhalten konnte“, sagte Kock.

Auf den 800 Metern gingen die Medaillenträume der LG nicht in Erfüllung. Stella Kubasch als Vierte (2:04,54 min) und Benedikt Huber als Fünfter (1:50,03 min) waren allerdings nah dran. Ihre Rennen bewerteten sie ganz unterschiedlich. „Mein Ziel war eine Medaille. Platz fünf ist okay, aber ganz zufrieden bin ich nicht“, sagte Huber. „Der vierte Platz ist prima. Vierter klingt undankbar, aber ich war im Ziel schon sehr froh“, meinte dagegen Kubasch.

Zufrieden war auch Hindernisläufer Valentin Unterholzner nach seinem sechsten Rang in einer neuen Saisonbestzeit von 8:53,51 Minuten. „Die Zeit ist super, das ist nur drei Sekunden über meiner Bestzeit.“ Für ihn war nach einer immer noch andauernden Fersenverletzung schon mit der Teilnahme ein Wunsch in Erfüllung gegangen.

Für den im Vorfeld verletzten Dreispringer Manuel Ziegler lief es am Samstag nicht rund, immer wieder verließ er mit einem Kopfschütteln die Anlage. Der Blondschopf hatte Probleme, in den Wettkampf zu finden.

Ziegler übertritt

Erst in den letzten beiden Durchgängen zeigte er bessere Sprünge – allerdings mit einem bitteren Makel: Beide waren übertreten. Als Titelverteidiger musste er sich so am Ende mit 15,38 Metern und Platz sieben zufrieden geben. Nach dem Wettkampf erklärte Manuel Ziegler auch gleich seine Saison für beendet.

Über 5000 Meter schaffte es Antje Schneider unter die ersten Zehn. Die ambitionierte Marathonläuferin, die am Mittwoch heiratet, setzte sich auf der für sie recht kurzen Distanz schon in der Anfangsphase an die achte Position und war von dort mit einer Zeit von 16:39,62 Minuten auch nicht mehr zu verdrängen. „Ich bin zufrieden. Wir haben unsere blaue Stunde gehabt. Mit zwei Titeln hatten wir nicht gerechnet. Seit 2010 konnten wir jetzt jedes Jahr mindestens einen Titel holen“, zog Kurt Ring als der Sportliche Leiter der LG seine Bilanz. Er lobte auch seine U20-Staffel, die über 3x1000 Meter (männlich) auf Platz fünf (7:38,74 min) lief.

Die oberpfälzische Startgemeinschaft mit dem SWC Regensburg, Weiden und Schwandorf musste sich in ihrem Zeitlauf über 4x100 Meter der Frauen in 47,61 Sekunden knapp der TSG Gießen-Wieseck (47,54 Sekunden) geschlagen geben. Im Gesamtklassement sprang Rang 13 unter 22 Staffeln heraus. Auf den 400 Meter Hürden wurde Julia Liedl (SWC Regensburg; 63,97 Sekunde) Fünfte in ihrem Vorlauf. Der Finaleinzug kam für die Bayerische Meisterin aber wie erwartet nicht in Reichweite.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht