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LG Telis Finanz
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Leichtathletik

Das Telis-Küken ist flügge geworden

Franziska Reng tritt mit 19 aus dem Schatten der Größen in Regensburg heraus. Die Ex-Schwimmerin hat ihr Glück gefunden.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Am vergangenen Sonntag startete Franziska Reng beim Nikolauslauf in Regensburg, jetzt bei der Cross-EM in Frankreich. Foto: Brüssel

Regensburg.Franziska Reng wartet immer noch auf Kurt Ring und seinen exzessiveren Wirtshaus-Besuch. „Wenn er mich ins Nationaltrikot bringt, hat mein Trainer mal gesagt, dann geht er in den Kneitinger und betrinkt sich.“ Die 19-jährige Läuferin von der LG Telis Finanz Regensburg grinst verschmitzt, das Besäufnis steht noch aus: Doch das Ziel ist längst erreicht, schon seit Sommer. Auf Platz neun lief Rings Schützling Reng über 5000 Meter bei der Bahn-Europameisterschaft im schwedischen Eskilstuna. Jetzt folgt am Sonntag im Crosslauf die EM-Teilnahme Nummer zwei des Jahres im französischen Hyères, zumindest im Team in der U-20-Altersklasse mit Medaillen-Ambitionen.

Irgendwie ist Franziska Reng verblüfft über sich selbst. „Das ist total surreal“, blickt sie auf ein Jahr zurück, in der ihr der Titel „Aufsteigerin des Jahres“ bei der LG Telis Finanz gebührt. „Bisher war ich doch immer der kleine Scheißer, der einfach nur mit dabei war“, sagt Reng. Jetzt gehört sie langsam zu den Großen, zu den tragenderen Säulen, auf die man schaut. „Letzte Woche durfte ich auch mal bei den Jungs mitgelaufen. Und ich habe mit Coco Harrer trainiert“, erzählt sie immer noch ein wenig ungläubig. „Ich hatte mir für mein letztes Jugendjahr schon Vorsätze gemacht. Aber die habe ich so krass übertroffen.“

Dabei begann das Jahr übel

Dabei begann das Jahr alles andere als gut. „Ich konnte den ganzen Januar nicht trainieren.“ Und später musste sie noch einmal eine Pause einlegen: „Ich dachte: Toll, alle fangen an, nur ich sitze auf dem Rad.“ Dann kam die Sparkassen-Gala in Regensburg: „Das war schon überraschend solide.“ Als die U-23-Meisterschaften in Wetzlar anstanden dachte niemand an die EM: Nachwuchs-Bundestrainer Andreas Michallek merkte schnell, was im Busch ist. Zwar fehlten 26 Hundertstel, aber Reng durfte zur EM.

Von Susi Lutz, der ersten international erfolgreichen Telis-Läuferin, war Franziska Reng einst im Schulunterricht gesichtet worden. Franzi schwamm, „mein kleiner, großer Bruder“, inzwischen zwei Meter groß, aber zwei jahre jünger ist, tut es immer noch erfolgreich. . „Der geht in Nürnberg ins Sportinternat und trainiert 10, 14 Mal, doppelt soviel wie ich. Ich kann nur einmal am Tag trainieren, mehr macht mein Körper nicht mit.“

„Ich war nie wieder im Wasser“

Eine Zeitlang liefen die beiden Sportarten noch parallel bei Franziska Reng („Ich habe mir eingebildet, das ginge“), dann fiel die eindeutige Entscheidung: „Laufen macht mir soviel mehr Spaß. Seit ich laufe, war ich nie wieder im Wasser. Das ging von hundert auf null. selbst für das Sport-Abitur konnte ich mich nicht zum Training überwinden.“ Reng ist überzeugt: Ihre Ausdauer hat sie aus den Schwimmer-Tagen. „Ich kann immer so eine Geschwindigkeit. Dann komme ich in den Flow, wie das so schön heißt, und kostet mich gar nicht mehr viel Überwindung“, sagt die junge, hoffnungsvolle Läuferin und liebt auch die Straßenlauf-Atmosphäre. „Auf die Straße durfte ich ja aber auch erst 2014.“

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Franziska Reng grübelt nicht groß, was möglich ist. Nach Zeiten geht sie nicht. „Ich kann mir nicht mal meine Bestleistungen merken.“ Das nächste Ziel ist der erste Halbmarathon: in Barcelona, gemeinsam mit Anja Schneider, der anderen Telis-Aufsteigerin. Das Datum hat Reng bei allen Zahlenproblemen ausnahmsweise parat: „14. Februar, Valentinstag. Letztes Jahr war mein Freund beim Skifahren, diesmal bin ich weg – Pech gehabt“, sagt sie keck.

Die Studentin für angewandte Bewegungswissenschaften, Deutsch als Fremdsprache und auch Literaturwissenschaften hat noch eine andere Leidenschaft entwickelt: Sie schreibt gerne, auf der Telis Homepage und auch als freie Mitarbeiterin der MZ. „Das macht mir Spaß, weil ich immer etwas Neues erfahren und alles wissen will.“

Übrigens: Das Telis-Küken ist nicht nur sportlich flügge geworden. „Zu meinen Vorsätzen gehört auch, endlich auszuziehen. Das habe ich heuer auch geschafft.“

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