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LG Telis Finanz
Montag, 11. Dezember 2017 11

Leichtathletik

Durchwachsen, aber zweimal Silber

Dem Regensburger Sextett ist der Kurs der Cross-EM zu schnell. Dattke und Reng stehen mit dem Team auf dem Treppchen.

Franziska Reng (l.) freute sich über Teamsilber. Foto: Schweitzer

Chia.Das Gelbe vom Ei waren die Ergebnisse nicht. Regensburgs Teamchef Kurt Ring bezeichnete sie als durchwachsen – und doch: Auch von den Cross-Europameisterschaften auf Sardinien in Chia brachten zwei Läuferinnen und Läufer der LG Telis Finanz wieder zwei Medaillen in Silber mit. Franziska Reng, die vor einem Jahr schon zu Teamgold in der U 20 beitrug, ist nun auch Vize-Europameisterin der U 23. Telis-Neuzugang Miriam Dattke steuerte in Rengs Vorjahresklasse auf Rang 32 wertvolle Punkte für Platz zwei hinter den überlegenen Britinnen bei.

Genauso überlegen lief Titelverteidigerin Konstanze Klosterhalfen aus Leverkusen mit 17 Sekunden Vorsprung zu ihrem zweiten U-20-Triumph hintereinander und lag auf dem flachen und sehr schnellen Kurs vor der Dänin Emilie Moeller und der Britin Harriet Knowles-Jones. Die Ulmerin Alina Reh verfehlte nach einem starken Endspurt Bronze wie im Vorjahr nur um eine Sekunde.

Krankheitstage wirken sich aus

In der U 23 war der Auftritt der deutschen Überraschungszweiten Anna Gehring (SC Itzehoe) die Grundlage für die Silbermedaille. Außerdem liefen auch Catarina Granz (LG Nord Berlin/7.) und Carolin Kirtzel (Haspa Hamburg/9.) unter die ersten zehn. Auch Olympiateilnehmerin Maya Rehberg (SG Kronshagen/Kiel) landete auf Rang 16 unter 53 Klassifizierten noch relativ weit vorne. Die Regensburgerin Franziska Reng hielt lange mit ihr mit, doch am Ende musste sie ihren Krankheitstagen wegen eines grippalen Infekts in der Vorbereitung Tribut zollen, landete auf Rang 27 einlaufend und war damit die schwächste der fünf Deutschen.

„Da ist noch viel Luft nach oben, aber ich habe viel Motivation für die kommenden Wochen mitgenommen“, sagte die trotzdem ebenfalls mit Silber belohnte Franziska Reng kurz nach dem Rennen. „Es hat einfach Konsequenzen, wenn man sich nicht ordentlich vorbereiten kann“, analysierte Kurt Ring.

Tobias Blum mit forschem Auftritt

Ein starkes Rennen lief U-23-Junior Tobias Blum als zweitbester deutscher Läufer hinter dem diesmal auf Platz Vier einlaufenden Vorjahresdritten Amanal Petros (Brackwede), dem sieben Sekunden zu Bronze fehlten. Lange Zeit lag der zweite Telis-Mann Simon Boch direkt hinter Blum, musste dann aber auf dem letzten Kilometer internationales Lehrgeld zahlen und wurde hinter Kidane Tewolde (LG Dortmund/24.) und Patrick Karl (TV Ochsenfurt/ 32.) auf Rang 36 auch im deutschen Team durchgereicht. In der Teamwertung landete Deutschland hier hinter Italien, Belgien, Großbritannien und Spanien knapp vor den Franzosen auf Platz fünf.

So weit weg war der Top-fünf-Platz auch für die Frauenmannschaft mit der Regensburger Olympiateilnehmerin Anja Scherl nicht – auch wenn es am Ende „nur“ Platz sieben war. Dem Quartett mit Fabienne Amrhein (MTV Mannheim) auf Rang 20 und die innerhalb von nur 33 Sekunden auf den Plätzen 30, 35 und 42 einkommenden Julia Bleasdale, Jana Sussmann sowie Scherl (42.) fehlten nur zehn Punkte zu den wesentlich höher eingeschätzten Spanierinnen und vier zu den Irinnen. „Für eine Scherl ist das zu kurz und zu schnell“, sagte Kurt Ring. Den Titel in Einzel und Mannschaft holte sich die Türkei – mit vier eingebürgerten Kenianerinnen – vor den Britinnen und Rumänien.

Guter Start hilft Florian Orth wenig

Bei den Männern war Florian Orth der einzige Deutsche am Start und reihte sich ins Bild seiner Regensburger Teamkollegen ein. Auf dem schnellen Kurs bei ungewohnt hohen Temperaturen konnte auch er sich trotz eines exzellenten Starts nie in Szene setzen, verlor sich mit zunehmender Renndauer auf den 10,15 Kilometern im Mittelfeld und fand sich am Ende auf Rang 39.

„Es ist genau das eingetreten, was ich schon im Vorfeld befürchtet hatte. Einige sind ja auch im letzten Moment in die Teams gerückt“, sagte Kurt Ring, der die Rennen zuhause per Livestream verfolgt hatte. „Das war eine Rennpiste – und je schneller und wärmer es ist, umso schlechter ist es für unsere Leute. Wir haben nur diese eine Garnitur an Topleuten und da kann man eine Cross-EM zwar gut mitnehmen, aber die Geschwindigkeit killt unsere Leute in solchen Rennen.“ Ein Simon Boch war das beste Beispiel. „Er ist richtig ins Laktat reingelaufen. Es hat ihn richtig aufgestellt. Aber das passiert dann eben mal.“ (orv/cw)

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