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LG Telis Finanz
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Leichtathletik

Florian Orth erwägt DM-Doppelstart

Auch wenn die Regensburger Läufer keine Halle haben, gehören mindestens drei Starter zu den Medaillenkandidaten.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Dieses Bild wird es heuer nicht geben: Homiyu Tesfaye (l.) kommt über 1500 Meter vor dem Florian Orth ins Ziel. Tesfaye fehlt in Leipzig, den Regensburger lockt die Chance auf zwei Topplatzierungen. Foto: dpa

Regensburg. Eine Halle haben sie in Regensburg nach wie vor nicht. Macht aber nichts. Wenn es am Samstag und Sonntag in Leipzig um die deutschen Hallentitel der Leichtathleten geht, mischen sechs Lauf-Protagonisten der LG Telis Finanz auf den Strecken zwischen 800 und 3000 Meter trotzdem wieder munter mit. Mit Maren Kock (1500 Meter), Florian Orth (1500 und 3000 Meter) und Stella Kubasch (800 Meter), die mit der ersten Frauenmedaille ihren größten bisherigen Erfolg anstrebt, haben drei davon höchst reelle Medaillenaussichten. Thea Heim (3000 Meter) und Benedikt Huber (800 Meter) zählen an einem guten Tag durchaus zu Edelmetall-Anwärtern. Nur für Anna Plinke gilt es, in ihrer Abschiedssaison über 1500 Meter ein möglichst gutes Bild abzugeben.

Mit Heim, 1500-Meter-Titelverteidigerin Kock und Orth sind die drei Telis-Medaillengewinner von 2015 in Karlsruhe auch diesmal am Start. Florian Orth trug damals zweimal Silber bei und liebäugelt wieder mit dem Doppelstart über 1500 und 3000 Meter, der je nach Meldeergebnis aber erst vor Ort endgültig entschieden wird. „Eigentlich bin ich kein Fan davon, aber die Aussichten sind fast verlockend“, sagt Orth. „Denn mit Homiyu Tesfaye und Richard Ringer sind beide Vorjahressieger nicht dabei.“ Auch die klubinternen Überlegungen, den in der Hallen-Rangliste über 3000 Meter drittplatzierten Teamkollegen Simon Boch nicht seiner Chancen zu berauben, sind ad acta gelegt: Boch fällt verletzt aus. „Das ist unendlich schade. Der Junge ist drauf und dran, in die deutsche Spitze zu laufen. Da kommt die Verletzung ungelegen“, sagt sein Coach und Telis-Teamchef Kurt Ring.

Viel Zeit, den Start zu entscheiden

„Ich gehe primär über die 1500 Meter an den Start“, sagt Orth, der es „wegen der Atmosphäre“ mag, in der Halle zu laufen. „Im vergangenen Jahr fielen ja erstmals die Vorläufe aus. Mal sehen, wie es heuer ist. Und wenn der Vorlauf ein wenig härter wird, habe ich ja trotzdem noch Zeit, mir zu überlegen, ob ich die Meldekarte für die 3000 Meter tatsächlich abgebe.“ Die 1500-Meter-Qualifikation beginnt am Samstag ab 12.45 Uhr, die 3000 Meter werden erst fünf Stunden später entschieden.

Arbeit in der elterlichen Praxis

„Ich habe mich zwar heuer nicht so explizit mit Tempoläufen auf die Halle vorbereitet wie im vergangenen Jahr, als die Europameisterschaft in Prag eingeplant war. Trotzdem sind meine Zeiten ähnlich“ sagt Orth und schlussfolgert: „Vielleicht ist es so, weil ich weniger Stress mit der Uni habe. Wahrscheinlich aber ist, dass ich nach all den Jahren auf einem gewissen Niveau bin. Außerdem bin ich bisher saugesund durch den Winter gekommen“, sagt Orth, der mittlerweile als Zahnarzt in der elterlichen Praxis arbeitet und sich die Zeit gut einteilen kann. „Die vergangenen fünf, sechs Jahre hatte ich mein System. Jetzt gibt es neue Herausforderungen.“

Für Maren Kock, die zweimal leicht kränkelte und deswegen ja auch den Hallenstart beim Meeting in Karlsruhe hatte absagen müssen, und Florian Orth ist eine Teilnahme an der Hallen-Weltmeisterschaften in Portland übrigens kein Thema. „Normalerweise bin ich niemand, der eine Chance auf so ein Großereignis einfach sausen lässt“, sagt Florian Orth. „Aber angesichts der anstehenden Ziele ist es nicht sinnvoll.“ Zumal die die WM in den USA von 17. bis 20. März sehr spät angesetzt ist. „Da sind wir schon im Traininslager in Cervia“, sagt Orth mit Blick auf eine Sommersaison mit der EM in Amsterdam und den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

„Die verlangten Qualifikationsleistungen für Olympia müssen sehr früh erbracht werden und das Rennangebot in dieser Zeit ist für deutsche Läufer alles andere als rosig. Deshalb ist es wohl besser, sich nach der Cross-DM diffizil auf die Freiluftsaison vorzubereiten. Olympia ist nur alle vier Jahre“, erläutert der Regensburger sein Vorgehen.

Auf die Halle folgt der Crosslauf

Für Florian Orth ist Leipzig „der erste Höhepunkt 2016, aber gleichzeitig auch Durchgangsstation“. Auch die Cross-DM in einer Woche hat er fix auf dem Schirm. „Da möchte ich mir den Titel auf der Mittelstrecke zurückholen, den ich 2013 und 2014 gewonnen habe“, sagt Orth. „Vergangenges Jahr konnte ich ja wegen der Terminüberschneidung nicht starten.“

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