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LG Telis Finanz
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Strassenlauf

Florian Orth gewinnt erstes Straßen-Gold

Die LG Telis Finanz Regensburg holt sich viermal Gold bei der Deutschen Meisterschaft. Im Fokus des Interesses: Florian Orth.

Florian Orth am Weg zur Deutschen Meisterschaft Foto: Kiefner

Regensburg.Die Stimmung war schon am Vorabend gut im Mannschaftsquartier der LG Telis Finanz Regensburg in Hamburg unweit des Starts zur Straßenlauf-DM am Ufer der Innen-Alster.

Man war mit Hoffnungen auf drei Titel angereist, am Ende wurden es vier, die Nummern 15 bis 18 in diesem Jahr. Nicht nur im Mittelpunkt des Regensburger Interesses stand dabei das Straßen-Debüt des Rio-Starters Florian Orth, der damit seinen Teamkollegen in punkto Mannschaftswertung „etwas zurückgeben wollte, für die tatkräftige Unterstützung während der schwierigen Vorbereitung für die EM und Olympia“. Beides gelang vorzüglich: In einer dramatischen Aufholjagd rang der Regensburger auf den letzten Metern den schon schier uneinholbar enteilten Straßen-Spezialisten Amanal Petros (SV Brackwede - 29:04 min) mit 28:59 min noch deutlich nieder, was dem Veranstaltungsmoderator fast gänzlich entging, weil ihn die kurz vorher einlaufenden afrikanischen Sieger des Alsterlaufes verwirrt hatten. Das Team mit Orth, dem auf Platz fünf einlaufenden U23-Zweiten Tobias Blum (30:15min) und dem Siebten Jonas Koller (30:26 min) lag am Ende deutlich vor dem LAC Quelle Fürth und der zweiten Telis Mannschaft mit dem U23-Dritten Tim Ramdane Cherif (30:45 min), dem U23-Fünften Simon Boch (31:00) und Felix Plinke (31:09). Für Blum, Ramdane Cherif und Boch bedeutete dies auch das absolut überlegene und auch erwartete Mannschafts-Gold in der U23. Gold Nummer vier steuerte W35-Siegerin Julia Galuschka (35:57) bei.

Damen-Team auf Platz vier

Dass solche Siege keine Selbstläufer und schon gar nicht im Vorbeigehen zu holen sind, zeigte das Ergebnis bei den Damen. Als Titelverteidigerinnen waren die Regensburgerinnen angereist, am Ende reichte es für die als gute Fünfte einkommende und Bestzeit laufende Thea Heim (34:52) sowie Carolin Aehling (35:54), die aufgrund der sommerlichen Temperaturen mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte, und Julia Galuschka in einem sehr dichten Meisterschaftseinlauf der Frauen nur zu Platz vier, was angesichts von 44 Teams in der DM-Wertung eigentlich gar nicht so schlecht ist. Auch die persönlichen Hausrekord laufende Anna Plinke zeigte sich mit ihren 36:28 min bei nicht idealen Verhältnissen von ihrer besten Seite. Der mitreisende LG-Präsident Norbert Lieske hatte auf jeden Fall wieder genug Grund, bei der Siegerehrung fleißig seine übergroße Telis-Flagge zu schwenken.

Florian Orth spricht Probleme an

Dort zeigte dann Florian Orth Profil: „Für mich ist das eigentlich keine Deutsche Meisterschaft, wenn vorne so ein Elitefeld Tempo macht, das verzerrt den Wettbewerb“. Dafür erhielt der Telis-Frontmann starken Applaus der anwesenden Teilnehmer und Fans. Er schnitt damit ein schon jahrelang schwelendes Problem der deutschen Straßenläufe an, das aufgrund der bisher gültigen DLV-Ausländer-Startberechtigung starken Einfluss auf die DM-Wertungen nahm.

So holte hier in Hamburg GW Kassel mit drei Ostafrikanern Silber in der U23 und zwei Ostafrikanerinnen Silber bei den Frauen, wobei sich eine davon, Melat Yisak Kejeta sogar das Einzel-Gold sicherte. Auch das Männer-Silberteam des LAC Quelle Fürth war mit zwei Ostafrikanern bestückt, von denen einer, Mitku Seboka, Einzel-Bronze mitnahm. Ab 2017 soll damit Schluss sein. Ab 1. Januar 2017 sollen für Deutsche Meisterschaften laut Aussage eines Mitgliedes des Verbandsrates nur noch Läufer mit deutscher Staatsangehörigkeit startberechtigt sein. (orv)

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