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Dienstag, 21. November 2017 5

Leichtathletik

LG schafft, was noch kein Klub schaffte

Regensburgs Läufer lassen den Rest der Republik alt aussehen: Pflieger und Orth gewinnen doppeltes Doppel-Gold bei Cross-DM.

Florian Orth (r.) und Tim Ramdane Cherif liefen nicht nur die Lang-, sondern auch die Mittelstrecke. Foto: Kiefner

Löningen.Da stand nun Telis-Teamchef Kurt Ring am Absperrgitter des Zieleinlaufs der deutschen Crossmeisterschaften ganz am Ende eines wieder einmal sehr erfolgreichen Tages und konnte es gar nicht fassen, dass gerade sein Schützling Philipp Pflieger nach aufregenden zehn Kilometern ein außergewöhnliches Ergebnis ins Ziel brachte, dabei noch alle Zeit hatte, seinen langjährigen Coach in aller Ruhe abzuklatschen. Lediglich die Fahne fehlte, um den endgültigen Triumph der Telis Männer abzurunden. Noch nie zuvor in der Geschichte der deutschen Crosslaufmeisterschaften waren alle vier Goldmedaillen bei den Männern auf Mittel- und Langstrecke, in der Einzel- und Teamwertung in Händen eines einzigen Vereins gewesen.

Genau um 16.30 Uhr und acht Sekunden machte Telis Läufer Nummer drei Tim Ramdane Cherif als Siebter in seinem Zweiteinsatz den Sack zur Einmaligkeit zu. „Ich habe mich bei meinen Mädels und Jungs inzwischen an einiges gewöhnt, aber das heute – und vor allem, wie es entstanden ist – macht mich einfach sprachlos und nur noch glücklich“, sagte auch Kurt Ring sichtlich gerührt wenig später.

Silber für das Frauenteam

  • Nach fünfmal Team-Gold

    hintereinander sprang für die Telis-Damen Maren Kock (11.), Corinna Harrer (13.) und Cornelia Griesche (14.) im Team diesmal Silber heraus.

  • Miriam Dattke

    lieferte in der Entscheidung der U20 über 4,36 Kilometer ein ganz großes Rennen ab. Mit mutigen Vorstößen auf der gesamten Distanz hängte sie bis auf Lisa Oed (Hanau-Rodenbach) die Konkurrenz um eine halbe Minute ab. Auf den auf letzten Metern wurde sie von der Hanauerin noch knapp überspurtet.

  • Das Mädchenteam

    wurde am Ende mit Miriam Dattke, Eva Schien (17.) und Samira Schmidt (51.) und nur zwei Punkten Rückstand auf Bronze etwas unglücklich Vierter.

  • Juniorin Nada Balcarczyk

    landete in der U-23-Wertung auf Platz 20.

Begonnen hatte die Geschichte kurz nach 12 Uhr mittags, als auf der 4,36 Kilometer langen Mittelstrecke Titelverteidiger Florian Orth den Rest des Feldes dominierte, wie er wollte und seine gewiss nicht schlechten Gegner Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) und Martin Grau (LSC Höchstadt/Aisch) nicht den Hauch einer Chance ließ. Ungewöhnlich dabei war nicht die Medaillenvergabe, sondern die Tatsache, dass sich in der ab Runde zwei von drei zu laufenden Rasenschleifen in der sich vom übrigen Feld weit absetzenden fünfköpfigen Spitzengruppe mit Simon Boch und Tim Ramdane Cherif zudem noch zwei weitere Telis-Athleten befanden. Erst auf dem letzten Kilometer mussten beide ein wenig Federn lassen, überraschten mit Platz vier und fünf aber enorm. In der Mannschaftswertung hätte es schließlich auch mit dem auf Platz 17 einlaufenden U-23-Mann Moritz Beinlich noch für Teamgold gereicht.

Nachdem Jonas Koller wegen gesundheitlicher Probleme schon vor Tagen dem Langstreckenteam schweren Herzens absagen hatte müssen und die Blauen mit einem gerade von einem grippalen Infekt genesenen Felix Plinke und dem Zweiteinsatz von Tim Ramdane Cherif neben Pflieger planen musste, schienen Medaillenträume in der Mannschaftswertung reichlich unrealistisch. „Dann aber geschah nach der Mittelstrecke und vor der Langstrecke etwas, was man nur erlebt, wenn du ein echtes Team hast“, erzählt Ring mit einem gewissen Stolz. „Florian kam auf mich zu.“ Der Dialog war kurz, aber unmissverständlich. „Soll ich?“ sagte der eine. „Mach es“, antwortete der andere, als hätten beide schon immer gewusst, dass dies das einzige Mittel gegen das übermächtig scheinende Team des ART Düsseldorf sein würde.

In einer dann folgenden Parforcejagd zerlegte Pflieger von der Spitze weg alle Gegner, am Ende auch den wesentlich höher eingeschätzten deutschen Jungstar Amanal Petros (Brackwede), der eine Runde vor Schluss sogar erschöpft aufgeben musste. Pfliegers Sieg fiel so gegen Fabian Clarckson (SCC Berlin) und Philipp Baar (Düsseldorf) mit einem Vorsprung von über dreißig Sekunden deutlich aus.

Dahinter ging die Stallregie des Regensburger Teams, die jeweilige Nummer zwei und Nummer drei der Düsseldorfer in Schach zu halten, voll auf. Orth und Ramdane Cherif mussten dafür aber sogar auf Platz vier und sieben vorlaufen. Felix Plinke wurde am Ende guter 18. ebenfalls noch vor dem vierten Düsseldorfer Athleten einlaufend – der historische Triumph der Regensburger war perfekt. (orv)

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