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LG Telis Finanz
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Leichtathletik

LG Telis: Auch ohne zwei ist was drin

Bei deutschen Meisterschaften fehlen mit Harrer und Pflieger Medaillengaranten. Dennoch sind die Regensburger zuversichtlich.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Langsam kann Corinna Harrer wieder lachen. Foto: dpa

Regensburg.Das Regensburger Blau hat seinen Stammplatz bei den deutschen Meisterschaften. Wenn am Samstag und Sonntag das Aufgebot der LG Telis Finanz in Nürnberg so nahe an zuhause wie lange nicht um die Meisterehren mitkämpft, dann sind auch diesmal die Chancen für ingesamt 16 startende Akteure gar nicht schlecht. „Wir sind nur ein kleiner Verein und in sieben der insgesamt 46 Disziplinen vertreten“, stellt Telis-Teamchef Kurt Ring das Regensburger Licht bewusst ein wenig unter den Scheffel und nimmt sich auf die Schippe. „Ich male ja immer ein bisschen schwarz. Eine Medaille wird schon wieder dabei sein. Die letzten Jahre waren es immer drei, vier oder fünf – und ein Titel war auch immer dabei.“

In Regensburg hat man sich seit Jahren daran gewöhnt, Leichtathleten auf nationalem Topniveau und bei internationalen Meisterschaften zu sehen. Auch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wollte mit seinem Erscheinen bei der Pressekonferenz beim Namenssponsor LG Telis Finanz die Wertschätzung dafür zum Ausdruck bringen: „Die Leichtathletik ist geeignet, den Ruf der Stadt zu mehren. Zumal die Athleten alle am Boden bleiben.“ Ein Fakt, der auch den stellvertretenden Telis-Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Pöll die Unterstützung leichter macht: „Was diese jungen Menschen leisten, nötigt einem hohen Respekt ab“, sagte Dr. Pöll und wählte ein Finanzbild als Beispiel: „Bei einem Schweinsteiger ist von einem Wochengehalt von 250 000 Euro die Rede. Ein Philipp Pflieger muss mit sieben Prozent davon ein ganzes Jahr auskommen.“

Pflieger, gerade 28 Jahre alt geworden, war in den letzten Jahren ein Garant für DM-Medaillen für die blauen Telis-Trikoträger auf der Langstrecke. Diesmal ist er im Sinne der Marathon-Vorbereitung an selber Stelle in Berlin über zehn Kilometer aktiv. Mit Corinna Harrer fehlt auch eine andere Medaillengarantin: Vor vier Wochen sorgte ein Tritt der russischen Konkurrentin bei der Team-EM dafür, dass 80 Prozent der Achillessehne abrissen. Eine Operation, die auch alle Olympiapläne für 2016 gekostet hätte, ist zwar vermieden, aber der Aufbau dauert. „Nach einer Achillessehenenverletzung zurückzukommen, ist schwer“, weiß Harrer, die bei Klaus Eder in besten Behandlungshänden ist und Rad-Ambitionen für die 200 Kilometer-Strecke der Weltkulttour im September hegt, um in Schwung zu bleiben.

Und doch wird aus der gewohnten blauen Stunde am Sonntag zwischen 15.45 Uhr und 16 Uhr wenigstens ein blaues Viertelstündchen, wenn Frauen und Herren mit Maren Kock und Florian Orth 1500 Meter laufen. Das Dui hat neben Dreispringer Manuel Ziegler wohl die größten Aussichten, ein „blauer Meister“ zu werden.

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