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Sport aus Neumarkt
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Ringen

Neumarkter ringen mit Personalproblemen

Nach dem Abstieg aus der Bayernliga findet sich das Landesligateam des ASV erneut im Tabellenkeller wieder – das hat viele Gründe.
Von Thorsten Drenkard

Neumarkts Ringer durchlaufen seit Monaten eine sportlich schwere Zeit. Fotos: Thumshirn

Neumarkt.Für die erfreulichste Meldung aus Sicht der heftig gebeutelten Ringer des ASV Neumarkt sorgte zuletzt der Abteilungsleiter höchstpersönlich. Jürgen Drabant erhielt von den Mitgliedern des größten Neumarkter Sportvereins enormes Vertrauen ausgesprochen und wurde zum zweiten Vorsitzenden des Allgemeinen Sportvereins gewählt.

Ein schöner Erfolg für Drabant im Speziellen und seine Ringer allgemein – ansonsten gibt es bei den Mattenkämpfern des ASV seit Monaten kaum Grund zur Freude. Es läuft bei der traditionsreichen Neumarkter Ringerriege sportlich einfach nicht.

Bereits in der vergangenen Saison landeten die Ringer meist häufig unsanft auf der Matte und mussten am Ende aus der Bayernliga absteigen – als siegloser Tabellenletzter.

Ende der prestigeträchtigen Derbys

Der sportliche Abstieg bedeutete zudem auch das vorläufige Ende der prestige- und zuschauerträchtigen Derbys gegen die Mannschaft des SC Oberölsbach, denn diese kämpft weiterhin in der Bayernliga um Punkte, während der ASV 2017/18 in der Landesliga Nord auf der Matte steht. Ein Aspekt, der aus ASV-Sicht zusätzlich schmerzt.

Vor Beginn der aktuellen Saison hatte sich Abteilungsleiter Drabant im Gespräch mit unserem Medienhaus noch äußerst optimistisch geäußert. Auch wenn er seinen ASV nicht zu den klaren Favoriten zähle, „muss das Ziel natürlich der Aufstieg sein“.

Achim Thumshirn (rot) ringt diese Saison in Lichtenfels.

Seither sind sechs von 14 Ligakämpfen bestritten, kurz vor Saisonhalbzeit fällt die Bilanz für die Mannschaft von Trainer Armin Prantl ernüchternd aus: Nur ein Sieg (20:13 gegen Ligaschlusslicht Zirndorf) gelang, mit 2:10 Punkten rangiert man punktgleich mit Zirndorf auf dem vorletzten Tabellenrang. Die Aufstiegshoffnungen haben Drabant und Co. längst begraben, die Realität heißt Abstiegskampf.

Dass die ursprüngliche Zielsetzung so gar nicht mit dem Ist-Zustand beim ASV korrespondieren will, liegt an den argen Personalproblemen, mit denen die Neumarkter bereits vor dem ersten Kampf zu ringen haben.

Dass der ambitionierte Achim Thumshirn heuer nicht in der Landesliga für seinen Stammverein in der Landesliga antreten würde, um seine Position im Auswahlkader nicht zu gefährden, war den ASV-Verantwortlichen vorab klar. Thumshirn tritt nun 2017/18 in der Oberliga für den AC Lichtenfels an, auf einen adäquaten Ersatz haben sie beim ASV verzichtet.

Arthur Wiebe verletzte sich zuletzt.

Auch, weil man dachte, in dem Rumänen Mihai Tenea einen verlässlichen Punktesammler in den eigenen Reihen zu wissen. Doch dann sagte Tenea, seit Jahren eine Stütze des Teams, zwei Wochen vor Saisonbeginn den Verantwortlichen ab – aus beruflichen Gründen. „Das ist natürlich sehr unglücklich gelaufen. Er wäre für uns eine sichere Bank in der Landesliga gewesen“, bedauert Drabant die kurzfristige Absage Teneas, auf die man in der Kürze der Zeit nicht mehr habe reagieren können.

Obendrein ist Christian Grasruck, für gewöhnlich erfolgreich auf der Matte, bislang nur dreimal im Ligaeinsatz für den ASV gewesen. Hier lässt sich dessen berufliche Weiterbildung nicht mit den Wettkampfterminen in Einklang bringen. Macht drei Stützen, die den Neumarktern abkömmlich sind.

Mihai Tenea (rot) sagte dem ASV kurz vor Saisonstart ab.

Im letzten Heimkampf, den der ASV krachend mit 4:30 gegen den SC 04 Schwabach verlor, kamen zu allem Unglück für die Neumarkter Ringer-Equipe zwei verletzte Athleten hinzu. Arthur Wiebe und der Deininger Michael Schmid kugelten sich während ihrer Kämpfe jeweils die Schulter aus. „Für Arthur ist die Saison damit wohl gelaufen, bei Michael muss man noch schauen“, so Drabant.

Aufschauen müssen die Neumarkter Ringer auch, dass sie nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel geraten. Ein kompliziertes Unterfangen, denn die Meldefrist ist längst abgelaufen, Verstärkungen von außerhalb sind also keine Option. Drabant behält jedoch die Zuversicht, nicht zuletzt, weil „die Stimmung in der Mannschaft gut ist“.

Diese Ringer fehlen dem ASV derzeit:

Diese Ringer fehlen dem ASV aktuell

  • Arthur Wiebe:

    In drei Ligakämpfen stand Wiebe (rotes Trikot) in dieser Saison bislang auf der Matte (71 Kilo, griechisch-römisch) und gewann zwei seiner Duelle. Wegen einer Schulterverletzung ist seine Saison wohl vorzeitig beendet.

  • Mihai Tenea:

    Der Rumäne zählte in den vergangenen Jahren stets zur Ringerriege des ASV und sollte auch heuer in der Landesliga ringen. Kurz vor Saisonbeginn sagte er den Neumarkter aber ab – aus beruflichen Gründen.

  • Christian Grasruck:

    Der Neumarkter trat dreimal in der Gewichtsklasse 86 Kilo (griechisch-römisch) für den ASV an, auch er kommt auf zwei Siege und eine Niederlage. Aus beruflichen Gründen verpasste er die jüngsten drei Kämpfe.

  • Achim Thumshirn:

    Der Kaderkämpfer des ASV Neumarkt geht diese Saison sportlich fremd. Um seine Kaderposition zu festigen kämpft er in der aktuellen Saison für das Oberligateam des AC Lichtenfels. (kh)

Weil das Team aber derart personell ausgedünnt ist, müssen mittlerweile auch Coach Armin Prantl und Routinier Eduard Wiebe wieder ihre Ringertrikots überstreifen und sich im Duell Mann gegen Mann auf der Matte beweisen.

Voraussichtlich auch am kommenden Samstag, wenn es zu Hause gegen den TV Erlangen zu einem „entscheidenden Kampf“ im Ringen um den Ligaverbleib geht. Erlangen ist um einen Platz besser platziert als der ASV, durch einen Sieg könnten die Neumarkter nach Punkten zu den Mittelfranken aufschließen.

Christian Grasruck war zuletzt häufiger verhindert.

„Was mich aber schon etwas umtreibt ist, dass Erlangen etwas erstarkt ist im Lauf der Runde. Unter anderem haben sie Unterdürrbach besiegt. Es wird keine leichte Aufgabe“, ist Drabant sicher.

Noch nicht ganz sicher ist indes die Anzahl jener Teams, die heuer aus der Landesliga absteigen müssen, was mit der Bundesligareform zusammenhängt.

So ringen derzeit neun Teams in der Oberliga, ein ungerader Umstand, der alsbald wieder begradigt werden soll. In welcher Form und mit welchen Auswirkungen für die Landesliga, ist derzeit nicht absehbar. Nach aktuellem Stand geht es am Ende der Saison für ein Team runter in die Gruppenoberliga. „Wenn es blöd läuft, könnten es auch zwei werden“, mutmaßt Drabant.

Er und sein ASV Neumarkt wollen aber sicherstellen, dass sie in der Endabrechnung auf keinem der beiden letzten Plätze stehen.

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