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Sport aus Neumarkt
Montag, 20. November 2017 5

Reitsport

Neumarkterin gewinnt zweimal WM-Bronze

Lisa Drath war mit dem deutschen Team bei der Weltmeisterschaft in Holland am Start – und setzte dort ihre Erfolgsserie fort.

Lisa Drath bejubelte zwei Bronzemedaillen bei der WM. Foto: Martina Gates

Oirschot.Wenn die Neumarkterin Lisa Drath in den Sattel steigt und mit einem ihrer Islandpferde zum sportlichen Wettkampf antritt, springen am Ende eigentlich immer Medaillen heraus – so auch zuletzt bei der Weltmeisterschaft im niederländischen Oirschot (nahe Eindhoven), bei der das Reitsport-Ass gleich zweimal zu Bronze ritt.

Damit setzte die 27-Jährige ihre beeindruckende Erfolgsserie im Islandpferde-Sport fort, hatte sie doch zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft in Wurz bei Weiden gleich Doppel-Gold abgeräumt.

Anspruchsvoller Wettkampf

In Holland holte Drath sowohl im anspruchsvollen Einzel-Wettkampf wie auch in der aus mehreren Teil-Disziplinen bestehenden Gesamtsiegerwertung mit ihrem bewährten Hengst Bassi fra Efri-Fitjum unter den weltbesten 200 Teilnehmern aus 14 Nationen jeweils die Bronzemedaille.

„Das waren zehn ganz schön anstrengende Tage, gleichzeitig war’s ein richtig tolles Erlebnis“, verrät Drath, für die es nach 2015 bereits die zweite WM-Teilnahme war, im Gespräch mit unserem Medienhaus.

„Wir haben sowohl bei den Erwachsenen wie auch bei den Junioren eine ganz starke Mannschaft dabeigehabt.“

Lisa Drath

Das deutsche Team sei so erfolgreich gewesen wie seit 26 Jahren nicht mehr: „Wir haben sowohl bei den Erwachsenen wie auch bei den Junioren eine ganz starke Mannschaft dabeigehabt“, freute sich Drath. Das Teamwork und die gemeinsame Trainingsarbeit seien hervorragend gewesen, ebenso wie der beeindruckende Rückhalt „durch unsere fast 3000 mitgereisten Fans. Das hat uns alle einfach enorm motiviert“.

Ein Porträt über Lisa Drath lesen Sie hier.

Egal, ob man neu bei der Weltmeisterschaft dabei gewesen sei oder schon über ganz viel Routine verfüge, „vor so einer WM ist wohl jeder ein bisschen nervös“. Wenn man aber teamintern und von Fans, Freunden und Familie soviel Zuspruch und Unterstützung erfahre, „spürt man wirklich, wie sich die Nervosität in Vorfreude verwandelt – und dann beflügelt das ungemein“, verrät die Erolgsreiterin aus der Oberpfalz.

In ihrem Einzelwettkampf auf der großen WM-Bühne in den Niederlanden ging es darum, der internationalen Jury mit einer optimalen Mischung aus Takt und Gleichmaß, Harmonie zwischen Reiter und Pferd, korrekter Geschwindigkeit und – gerade auf diesem allerhöchsten Niveau – dem gewissen Etwas an Esprit die fünf Gangarten des Islandpferdes zu präsentieren: Tölt und Rennpass, dazu Trab, Schritt und Galopp.

Das gelang in der Vorentscheidung und im Finale insgesamt sehr gut – ebenso in den weiteren Kombinations-Disziplinen Tölt T2 und der Passprüfung, die sie als beste Deutsche abschloss. Kein Wunder, dass die Neumarkterin am Ende mit ihrer eigenen Leistung und der ihres Pferdes insgesamt zufrieden war, auch wenn sie zuletzt bei der DM in jener Disziplin des Fünfgangpreises noch die goldene Medaille überreicht bekam.

Ein Video von Lisa Drath während ihres Wettkampfs:

WM 2017 - Lisa & Bassi - F1 from Henning Drath on Vimeo.

Für ihr Pferd fand Drath hernach lobende Worte: „Bassi hat seine Sache echt gutgemacht.“ Gefreut habe sie sich auch über das viele positive Feedback, das „wir nicht nur vom Publikum, sondern auch aus dem Kollegenkreis bekommen haben“. Schließlich gingen derart komplizierte Prüfungen bei einem so sensiblen Lebewesen trotz aller Trainingsvorbereitung „nicht einfach so auf Knopfdruck“.

Doch Lisa Drath wäre in ihrem Sport nicht so erfolgreich, wenn sie nicht stets den obersten Podestplatz im Blick hätte – als ambitionierte Wettkämpferin gehört das dazu.

„Bei der WM im eigenen Land greifen wir einfach wieder frisch an!“

Lisa Drath

Deshalb räumt sie auch unumwunden ein: „Natürlich war da im ersten Moment angesichts des knappen Ausgangs von nur zwei Zehntelpunkten bis zur Goldmedaille auch ein gewisses ‚hätte-wäre-wenn‘. Das zu bestreiten, wäre sicher nicht ehrlich.“ Auf der anderen Seite überwiege aber auch „genauso ehrlich die Dankbarkeit darüber, was wir insgesamt viele tolle Erfolge hierzulande und im Ausland erreichen durften“.

Für Drath ist nach der WM bereits vor den nächsten Welttitelkämpfen. In zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land (4. bis 11. August 2019 in Berlin) „greifen wir einfach wieder frisch an!“, so die Reiterin.

Auch beim Weltcup in Odense Anfang des Jahres war Lisa Drath erfolgreich.

Ihr Turnierkalender 2017 neigt sich nach einer weiteren bemerkenswerten Saison nun dem Ende zu. Jetzt ist erst einmal Durchatmen angesagt. „Meine Pferde, die über das gesamte Jahr so fleißig waren, haben sich jetzt erst einmal eine Pause verdient. Nachdem ich sie ein wenig abtrainiert habe, nehmen wir ihnen die Hufeisen hab, und dann genießen sie einen ausgiebigen Urlaub auf der Weide. Ich selbst freue mich auf ein paar Tage pferdefreien Urlaub mit meinem Mann in Italien“, fügt Lisa Drath lachend hinzu, „und dann werden wir die nächsten Aufgaben in Angriff nehmen“.

Zwei Prüfungstermine stehen 2017 noch auf dem Plan, und dann kommen wie in jedem Jahr ab Herbst einige junge Pferde zur Grundausbildung. Zudem beginnt ab Oktober/November auch schon für die bekannten Turnierpferde wieder die Vorbereitung auf die nächste Saison.

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