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Sport aus Neumarkt
Montag, 11. Dezember 2017 4

Fussball

Der ASV und der SVS im Winter-Check

Der ASV Neumarkt und der SV Seligenporten sind in der Winterpause – wir bilanzieren die bisherigen Saisonverläufe der Teams.
Von Thorsten Drenkard und Udo Weller

  • ASV-Abwehrmann Philipp Stephan riss sich das Kreuzband und fällt lange aus. Archivfoto: Gleisenberg
  • Die Klosterer (grün) müssen noch um den Ligaverbleib kämpfen. Archivfoto: Weller

So war die Ausgangslage beim SV Seligenporten vor dem Start der Regionalliga-Saison:

Nach dem Abschied von nicht weniger als zehn Akteuren starteten die Fußballer des SVS mit einem völlig umgekrempelten Kader in ihre insgesamt fünfte Regionalliga-Spielzeit.

Ohnehin nicht auf finanzielle Rosen gebettet, erschwerte die aufgrund der langwierigen Relegation sportlich ungewisse Zukunft die Spielersuche noch mehr. Abgesehen vom bereits Regionalliga-Erfahrung aufweisenden Keeper Sebastian Kolbe, setzte der SV Seligenporten bei seinen weiteren Neuzugängen denn auch auf die Karte jung und hungrig.

Das war gut beim Team von Trainer Roger Prinzen bislang in der Saison:

Nach einem mit vier Niederlagen recht missglückten Saisonstart, begann sich die akribische Arbeit von Kloster-Coach Roger Prinzen allmählich auszuzahlen. Insbesondere der vom Bayernliga-Aufsteiger TSV Kornburg gekommene Tim Olschewski spielte sich mit überzeugenden Leistungen auf der Innenverteidiger-Position des SVS fest.

Eine Übersicht über die Gegner des SVS in der Regionalliga:

Zudem entpuppte sich der kurz vor Transferschluss vom Ligakonkurrenten FC Ingolstadt II losgeeiste Mario Götzendörfer als echte Verstärkung im defensiven Mittelfeld. Dass die Mannschaft körperlich einen guten Eindruck vermittelt und als Einheit auftritt, sind weitere Pluspunkte des SVS.

Das war schlecht im bisherigen Verlauf der Saison beim SV Seligenporten:

Nachholbedarf gibt vor allem in der Offensive, die sich viel zu oft, viel zu wenig durchsetzungsstark präsentierte in den abgelaufenen Partien. „Etwas mehr körperliche Robustheit würde unserem Kader sicherlich gut tun“, hofft Coach Prinzen in der Winterpause auf die Verpflichtung eines „Brechers“ im Sturm.

Der SVS überwintert auf einem Relegationsplatz. Foto: Weller

Sorge bereitet auch der zuletzt deutliche Formknick seiner Spieler. So blieben die Klosterer in den vergangenen fünf Partien jeweils ohne Sieg und haben ihren vor kurzem noch satten Sechs-Punkte-Vorsprung auf einen Relegationsplatz komplett verspielt. Dieses Dilemma macht deutlich, dass es dem SVS nach wie vor auch an einer echten Führungsfigur mangelt.

Die Prognose für den SV Seligenporten nach der Winterpause in der Regionalliga:

Der SVS hat nach wie vor alle Möglichkeiten, auch im nächsten Jahr als Regionalligist auf die Jagd nach Punkten und Siegen zu gehen. Größter Trumpf der Klosterer ist zweifelsohne Trainer Roger Prinzen. Der Ex-Profi bevorzugt eine klare Linie und verfügt sowohl über das praktische wie auch psychologische Geschick, eine Mannschaft stärker zu machen, als es die Summe ihrer Einzelspieler eigentlich hergibt.

Gelingt es zudem in der Offensive noch nachzulegen, könnte dies auf dem schmalen Grat zwischen Abstieg und Klassenerhalt das vielleicht entscheidende Mehr an Trittsicherheit für die Klosterer bedeuten.

So war die Ausgangslage beim ASV Neumarkt vor dem Start der Saison in der Bayernliga Süd:

Vor allem abseits des Platzes überschlugen sich im Vorfeld der Saison die Ereignisse. Zunächst schmiss der langjährige Teammanager Georg Laube nach unüberbrückbaren Differenzen mit Hauptsponsor Johann Pröpster kurz vor Saisonstart hin.

Hier sehen Sie eine Grafik zu den Teams der Bayernliga Süd 2017/18:

Dann wurden die ASV-Fußballer, sehr zu ihrem Unverständnis, vom Bayerischen Fußball-Verband noch von der Nord- in die Süd-Staffel der Bayernliga umgruppiert. Eine ruhige Vorbereitung war unter diesen Umständen kaum möglich für Coach Dominik Haußner und sein Team.

Das war gut bei der Mannschaft von Trainer Dominik Haußner bislang in der Saison:

Auch wenn die Null bislang erst dreimal beim ASV in der Defensive stand, so ist das Team von Coach Dominik Haußner gewohnt abwehrstark. Mit nur 25 Gegentoren sind die taktisch flexiblen Oberpfälzer ligaweit die Nummer eins.

Hier zeigt sich, dass die junge Mannschaft seit Jahren im Kern zusammengeblieben und auf das System ihres Coaches eingespielt ist. Erfreulich ist auch die Entwicklung von Neuzugang Markus Smarzoch. Der Offensivmann war mit viel Vorschusslorbeeren gekommen und hat ist zur absoluten Stammkraft geworden. Auch Selim Mjaki hat mit seinen erst 19 Jahren alle 21 Ligaspiele bestritten (4 Tore).

Das war schlecht im bisherigen Verlauf der Saison beim ASV Neumarkt:

Beim ASV lagen Aufwand und Ertrag zu häufig in einem ungesunden Missverhältnis. Die Mannschaft erspielte sich regelmäßig aussichtsreiche Torchancen, vergab diese allerdings auch zu häufig – die Konsequenz: Zu viele Zähler ließen die Neumarkter liegen, weil im Abschluss die Konzentration, die Genauigkeit oder einfach das Glück fehlten.

Der ASV Neumarkt (blau) stellt die beste Defensive der Liga. Archivfoto: Drenkard

Zudem hatten die Neumarkter immer wieder mit schweren Verletzungen zu kämpfen: So fällt Defensivstütze Philipp Stephan seit dem vierten Spiel mit Kreuzbandriss aus, weiterhin erlitt Markus Auner einen Rippenbruch und musste Ersatzkeeper Maximilian Haid nach doppeltem Kieferbruch gar mit einem Hubschrauber ins Klinikum geflogen werden.

Die Prognose für den ASV nach der Winterpause in der Bayernliga:

Nach der fulminanten Saison 2016/17, als der ASV als Aufsteiger lange in der Bayernliga Nord oben mitmischte, stehen die Oberpfälzer nach mehr als der Hälfte der Spiele in der Süd-Staffel im Ligamittelfeld. Für manche im Umfeld des Vereins ist das zu wenig, gerade Mäzen Pröpster hätte das Team lieber heute als morgen eine Liga höher gesehen.

Mit dem Aufstieg wird der ASV nichts mehr zu tun haben. Sollte das Team von weiteren Verletzungen verschont bleiben und sich die Chancenverwertung verbessern, sind die Abstiegsränge ebenfalls kein Thema, Dann dürfte sich das Team noch ins obere Tabellendrittel schieben können – was als Erfolg gelten sollte.

Wissenwertes rund um den SVS und den ASV im Info-Block:

Daten und Fakten

  • SV Seligenporten:

    Der SV Seligenporten überwintert auf dem Relegationsplatz 17. Für die Klosterer geht es am 2. März mit einem Heimspiel gegen Schalding-Heining im Ligabetrieb weiter.

  • ASV Neumarkt:

    Der Bayernligist rangiert auf dem neunten Tabellenrang, hat aber teilweise drei Spiele weniger als die Konkurrenz ausgetragen. Der ASV beginnt am 3. März mit den Heimspiel gegen 1860 München II wieder das Kicken.

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