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Sport aus Neumarkt
Samstag, 29. April 2017 11° 3

Laufen

Eiseskälte schreckte Läufer nicht ab

Die Macher des ersten Laufs des Jura Cross Cup haben gute Arbeit geleistet. Die Starter fanden eine bestens präparierte Strecke vor.
Von Günter Treiber

91 Läuferinnen und Läufer gingen in Waldetzenberg zum Start des Jura Cross Cup auf die 5,7 Kilometer lange Strecke. Fotos: Treiber

WALDETZENBERG. Es waren die klirrende Kälte und tiefer Schnee die sowohl an das Organisationsteam des ersten Teils des Jura Cross Cup am Weißenkirchner Weiher um Paul Reinwald, als auch an die Läuferinnen und Läufer besondere Anforderungen stellten. Auch wenn die Minusgrade am frühen Nachmittag sich langsam der Fünf näherten, so lag die Temperatur auf der Strecke, die gänzlich im Schatten lag, bei acht Grad unter null.

„Zwei Tage lang haben wir die gesamte Strecke mit Schaufeln vom tiefen Schnee befreit“, sagte Reinwald. Das Lob für diese Arbeit kam von der 120-köpfigen Finisher-Schar. Ein Organisationsteam von etwa 25 Helferinnen und Helfern kümmerte sich auch vor und nach dem Lauf um die Sportler. So gab es nach dem Zieleinlauf heißen Tee. Im Turnsaal, wo Tische und Bänke auf die abgekämpften Läuferinnen und Läufer warteten, gab es außer Kaffee und Kuchen auch noch eine warme Kartoffelsuppe. Bei der Läuferschar kam das alles sehr gut an.

So schützen sich die Läufer

Auf die Kälte stellten sich die Läufer ganz unterschiedlich ein. Generell waren alle Starter der Ansicht, dass man, um im Sommer fit zu sein, im Winter laufen sollte – wenn man dabei einige Dinge beachtet. So gab es Läufer, denen die Temperaturen eigentlich gar nicht so schlimm vorkamen und wieder andere kleideten sich nach der sogenannten Zwiebeltechnik. Das heißt, sie zogen mehrere dünne Lauf-Klamotten übereinander an. Wieder andere liefen wie ein Cowboy im Wilden Westen mit einem Schal über dem Mund, um die Kälte von der Lunge fernzuhalten. Es gab sogar ganz hart gesottene, die in kurzen Shorts die Strecke bewältigen. Das hinterließ Spuren: Im Ziel konnte man die roten Schenkel begutachten.

Astrid Zunner war sehr schnell unterwegs an diesem Tag. Foto: Treiber

Bernd Hagen war einer von denen, die sich nach der Zwiebeltechnik gekleidet hatten. Lange Laufhosen und an den Füßen besondere Schuhe für den Crosslauf. Extra zu einem Winterlauf vorbereitet habe er sich nicht, berichtete der Läufer. Aber auch er sagt, dass er solche Läufe im Winter liebe, da sie ihn für den Sommer, wenn er bei Triathlons antritt, fit halten.

Fit gehalten hätte sich sicherlich auch Franziska Bachhuber gerne. Selbst ist sie eine kompetente Läuferin, die aber aus gesundheitlichen Gründen diesmal nicht mitmachen konnte. Sie bemüht sich seit einigen Jahren beim TSV Dietfurt um den Läufernachwuchs, von dem einige Läufer auch in Waldetzenberg starteten. Auf die Frage, wie sie ihre Schützlinge auf den Winterlauf vorbereitet habe, musste sie passen. „Wir konnten nichts tun, da die meisten erkältet waren“.

Felix Mayerhöfer war der schnellste Mann an diesem Tag. Foto: Treiber

Beim Lauf gab sie die Devise an die jungen Läufer aus: Der Kopf muss warm bleiben und in der ersten Runde eine warme Jacke anlassen, die der Läufernachwuchs danach einfach wegwerfen sollte, damit sie die Betreuerin aufheben konnte. Das schien bestens funktioniert zu haben, denn Juliane Knaus kam bei den U18 als Zweitplatzierte ins Ziel, ebenso wie Joschka Witzel, der bei den U18 auf der 5,7-Kilometer-Strecke zweiter wurde.

Auch der Gesamtsieger Felix Mayerhöfer, der auch den Seuberdorfer Silvesterlauf gewonnen hatte, ist ein „Zwiebeltechniker“. Sein großes Handicap sind allerdings stets eiskalte Finger trotz Handschuhen. Auch er hatte sich nicht extra vorbereitet, denn er laufe fast jedes Wochenende sowieso irgendwo, wie er erklärte. „Was mich allerdings als Läufer langer Strecken bis zum Marathon stört, ist die Kürze dieser Strecken. Da werde ich nicht einmal so richtig warm“, sagte Mayerhöfer. Dem Geläuf gab er allerdings gute Noten: „Super präpariert und alles gut organisiert“.

Kinderlauf abgesagt

„Die meisten laufen mit Spikes bei diesen Verhältnissen“, hatte ein anderer Starter, Michael Aicher, beobachtet. „Aber ich habe gar keine.“ Er zieht sich winterlich an, vor dem Start trägt er eine dicke Jacke, um sich warm zu halten und wenn es los geht, setzt auch er auf die Zwiebeltechnik.

Bei allem Lob für die Organisatoren, etwas lief doch nicht so, wie gewünscht. Der Kinderlauf musste abgesagt werden. Viele, die sich gemeldet hatten, waren krank. Zwei, Benjamin Reinwald aus Waldetzenberg und Gloria Krahl aus Neunburg v. Wald, gingen mit den Schülern an den Start und finishten nach einer Runde.

Ergebnisse, Sieger Männer Hauptklasse: Christoph Sturm, 24:52 (SWC Regensburg); JU18: Timon Lorenz 26:46 (SV Burgweinting); M30: Felix Mayerhöfer (Gesamtsieger) 24:32 (DJK Daßwang); M40: Elmar Daubenmerkl 24:50 (SWC); M50: Christian Wolfahrt 27:02 (SWC); M70: Franz Stümpfle 36:34 (TV Geiselhöring); Frauen Hauptklasse: Anika Urbansky 28:47 (SWC), JWU20: Eva Schien, 28:05 (LG Telis Finanz); JWU18: Karin Jung 32:45 (LG Telis Finanz); W30: Sunday Fruth 38:47 (DJK Deggendorf); W40: Astrid Zunner (Gesamtsiegerin) 28:38 (SWC); W60: Regina Graf 34:06 (SWC).

Astrid Zunner war sehr schnell unterwegs an diesem Tag.

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