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Eishockey

Ice Tigers erzwingen ein Spiel 7

Erstmals in der Playoff-Geschichte der Nürnberger kommt es nach dem 3:0 in Augsburg zur entscheidenden siebten Partie.
Von Daniel Frasch

Auch Dienstagabend wollen die Nürnberger wieder so jubeln können wie am Sonntag in Augsburg. Foto: Eibner

Nürnberg.Die Thomas Sabo Ice Tigers haben den Kopf aus der Schlinge gezogen und Spiel sechs der Viertelfinalserie gegen Augsburg gewonnen. Jetzt könnte sich der Heimvorteil, den sich Nürnberg mit dem dritten Platz nach der Hauptrunde sicherte, im entscheidenden siebten Spiel auszahlen.

Ausschlaggebend für die Verlängerung der Serie war die Szene in der 33. Minute. Keine ungewöhnliche, aber eine mit Symbolcharakter: Den Schlagschuss von Kapitän Patrick Reimer parierte Panther-Torwart Benjamin Meisner mit dem Schoner. Der Abpraller landete auf der Kelle von Yasin Ehliz, der keine Zeit verlor und direkt abzog.

Kurz herrschte Ratlosigkeit

Dann kurze Ratlosigkeit. Wo war der Puck? Ein, zwei Sekunden später folgte Jubel, nichts als Jubel. Freude, die Bände sprach. Freude, die offenbarte, wie nahe die Ice Tigers ob der vielen vergebenen Chancen der vergangenen beiden Partien an der Verzweiflung waren.

Endlich war der Bann gebrochen und dieser Augsburger Teufelskerl namens Meisner bezwungen. Ein sogenanntes dreckiges Tor, denn die Scheibe rutschte unter seinem Schoner hinter die Linie und blieb rund drei Zentimeter hinter ihr liegen. Wie ausgelassen sich die Ice Tigers nach diesem Treffer in den Armen lagen, ließ ganz tief in das fränkische Seelenleben blicken.

Dieser Treffer war nicht nur der Dosenöffner zum 3:0-Auswärtssieg, er könnte auch der Wendepunkt dieser Viertelfinalserie gewesen sein. Dass Yasin Ehliz auch für das 2:0 sorgte, kam wenig überraschend.

Denn wieder einmal war der deutsche Nationalspieler, wie schon in den bisherigen Partien, ein ständiger Unruheherd und der auffälligste aller Nürnberger Spieler. Er teilte harte Checks aus, steckte ebensolche ein und brachte bei jedem Wechsel extrem viel Energie und Gefahr auf das Eis. Seinen Penalty verwandelte der 24-Jährige sicher zum vorentscheidenden 2:0.

Daten und Fakten zu den Ice Tigers im Info-Block:

Wer nun dachte, Augsburg würde mit wütenden Angriffen das Nürnberger Tor belagern, sah sich getäuscht. Ungewohnt sicher und stabil agierten die Gäste in der Defensive, der Sieg geriet nicht mehr ernsthaft in Gefahr. David Steckel besorgte mit seinem Gewaltschuss ins leere Augsburger Tor den 3:0-Endstand. Damit kommt es Dienstagabend (20 Uhr) zum entscheidenden Spiel sieben. Der Gewinner zieht ins Halbfinale ein. Der Verlierer verabschiedet sich in den Urlaub. Ein klarer Vorteil ist nach den gezeigten Leistungen für keine der beiden Mannschaften auszumachen. Aber spätestens seit dem jüngsten Sieg weiß Nürnberg wieder, wie die unangenehmen Schwaben in den Griff zu bekommen sind.

Die Mannschaft von Trainer Rob Wilson machte vieles richtig und so gut wie alles besser als in den zwei zurückliegenden Spielen, allen voran in der Defensive. Die Scheiben wurden einfach und schnell nach vorne gespielt, die Zweikämpfe konsequent zu Ende geführt und Augsburger Angreifer vor dem eigenen Tor weggeschoben.

Die Folge: Die Panther kamen spätestens ab dem zweiten Drittel nicht mehr zu nennenswerten Torchancen. Die vereinzelten Schüsse, die den Weg doch auf das Nürnberger Gehäuse fanden, entschärfte Schlussmann Jochen Reimer souverän.

Ein Extra-Lob des Coaches

Das Sonderlob des Trainers ließ nicht lange auf sich warten: „Jochen hat sehr stark gespielt.“ Reimer, der bereits am Freitag den unglücklich agierenden Andreas Jenike ab der ersten Drittelpause ablöste, war der erhoffte sichere Rückhalt und hatte maßgeblichen Anteil am dritten Nürnberger Sieg gegen die Panther. „In der Abwehr haben wir heute brutal gut gespielt,“ lobte der Torwart nach der Partie aber auch seine Vorderleute.

Ebenfalls positiv lässt sich die Entwicklung der Strafzeiten bewerten. In Spiel sechs mussten die Franken nur zwei Augsburger Überzahlsituationen überstehen. Bei der schwäbischen Powerplay-Erfolgsquote von 40 Prozent ist das Vermeiden von Zeitstrafen ein wichtiger Faktor für den Erfolg.

Die Pressekonferenz mit den Coaches nach Spiel 6:

„Ich bin stolz auf meine Jungs, die mit dem Rücken zur Wand in dieses Spiel gekommen sind,“ freute sich Trainer Rob Wilson und schob gleich noch eine Ansage für Spiel sieben hinterher: „Wir werden für Dienstag bereit sein.“ Gleiches gilt aber auch für Augsburg, das bereits zwei Spiele in Nürnberg gewann. „Wir freuen uns auf das Spiel, es wird bestimmt spannend,“ versicherte Augsburgs Trainer Mike Stewart.

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