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Sport aus Niederbayern
Montag, 11. Dezember 2017 4

Heimkehr

Bayernliga-Kicker heuert in Abensberg an

Daniel Nutz vom TSV Bogen verstärkt ab Sommer seinen Heimatklub. Der frühere Jahn-Spieler hängt auch beruflich am Fußball.
Von Martin Rutrecht

Daniel Nutz verstärkt zur neuen Saison den TSV Abensberg. Aktuell spielt er für den TSV Bogen in der Bayernliga Süd. Foto: Siering/FuPa

Abensberg.Der Fußball-Bezirksligist TSV Abensberg hat offenbar ein gutes Händchen an der Spielerbörse. Nachdem im Vorjahr Landesliga-Torjäger Christian Brandl bei den Babonen auftauchte (der im Sommer zur SpVgg Landshut weiterzieht), landet die Abteilung um Sebastian Kneitinger nun einen neuerlichen Coup. Bayernliga-Kicker Daniel Nutz kehrt zur neuen Saison zurück zu seinem Heimatverein. Der Mittelfeldspieler kickt aktuell beim TSV Bogen, zuvor war er beim SSV Jahn Regensburg.

„Das ist ein Sechser im Lotto für uns.“

Sebastian Kneitinger

„Die Rückkehr von Daniel Nutz ist für uns sportlich, charakterlich und von der Identifikation mit dem TSV her wie ein Sechser im Lotto“, unterstreicht Abteilungsleiter Kneitinger seine Freude. Selbige wird auch vom neuen Mann geteilt: „Ich freue mich auf die Abensberger Mannschaft. Mit einigen Spielern habe ich selbst in der Jugend gekickt, die meisten anderen kenne ich auch – ich habe immer wieder mal bei Spielen zugeschaut.“

In München beim Portal „goal.com“

Der 23-Jährige erklärt lächelnd, dass Sebastian Kneitinger „jede Saison gefragt hat, ob ich nicht nach Abensberg zurückkehren möchte“. Nutz wollte stets höherklassig weitermachen – trotz seines jungen Alters zählt er bereits fast 100 Bayernliga-Spiele. Jetzt aber änderte sich die berufliche Situation bei ihm. Nach seinem Studium der Kultur- und Informationswissenschaft in Regensburg arbeitet er seit Märzbeginn in der Online-Redaktion des Fußballportals „goal.com“ in München. „Ich mache dort ein halbes Jahr Praktikum und hoffe im Anschluss auf einen Job in diesem Bereich.“

Nutz spielte von der C2-Jugend bis zu den Bayernliga-Herren beim Jahn. Foto: Archiv

Auch seinen Wohnort hat er nach München verlegt. Gewachsen sei der Aufwand, ins Training nach Bogen zu fahren. „Wenn es gut läuft, bin ich eineinhalb Stunden unterwegs. Das kann man schon mal ein paar Monate machen, aber eine ganze Saison lang ist es nicht zu schaffen.“ Eine Verlängerung beim TSV Bogen schied insofern aus. Bei Regensburger Klubs unterzukommen, „wäre dasselbe in Grün“.

Sich einem Verein in der Landeshauptstadt anzuschließen, wollte Nutz nicht. „Der Großteil meiner Kumpels und meine Freundin leben in Abensberg. Zum Münchner Fußball habe ich keinen Bezug.“ Die Anfrage aus den Abensberger Kreisen stieß deshalb beim 23-Jährigen auf offene Ohren. „Vor allem zeigte der TSV Verständnis für meine berufliche Situation. Ich kann nicht zu jedem Training anreisen. In unserer Redaktion sind in der Champions League oder Bundesliga Spätdienste zu machen. Generell läuft es nur über Schichtdienste von 8 Uhr bis in die Nacht hinein.“

„Als Jugendlicher habe ich natürlich vom Profi-Fußball geträumt.“

Daniel Nutz

Für Abensberg sprach auch die Nähe zur Mannschaft. „Daniel verfolgt nahezu alle Spiele des TSV, sofern er nicht selbst aktiv ist, und begleitete die Truppe sogar bei den Saisonabschlussfahrten“, merkt Kneitinger an. Nach einigen Gesprächen sagte der Mittelfeldkicker zu. „Ich will nicht verhehlen, dass ich etwas überlegen musste, ob ich von der Bayernliga in die Bezirksliga gehen will. In Bogen hatte ich jetzt drei tolle Jahre. Aber der TSV Abensberg ist die beste Option.“

Profi-Pläne ad acta gelegt

Den „großen Traum vom Profi“ hegte Nutz in seinen Jugendjahren. „Natürlich bin ich zum Jahn gegangen mit solchen Vorstellungen.“ In der C2-Jugend wechselte der Abensberger vom TSV in die SSV-Schmiede, spielte mit den Junioren zumeist in der Bayernliga, stand in Freistaat-Nachwuchsauswahlen und fand sich dann in der zweiten Herren-Mannschaft des Jahn wieder. In seiner ersten Bayernliga-Saison (2013/14) kam er auf überschaubare elf Einsätze. „Ich hatte den Eindruck, dass der Trainer kaum auf mich setzt. Warum, kann ich nicht sagen.“ Deshalb folgte Nutz 2014 einem Angebot des TSV Bogen, wo sein früherer U19-Coach Andreas Wagner das Traineramt übernommen hatte. „Ich war Realist genug, um zu wissen, dass die Profipläne damit vorbei sind.“ Auf Tuchfühlung zu Profis werde er vielleicht später als Fußballreporter gehen.

„Wegen mir ändert sich die Zielsetzung in Abensberg nicht.“

Daniel Nutz

In Bogen entwickelte sich der Babone zum Stammspieler und hält bei insgesamt 84 Einsätzen für die Niederbayern. Übertriebene Zielsetzungen mit dem TSV Abensberg sind nicht sein Ding. „Ich weiß, wo der Verein herkommt und kenne die Philosophie. Es verdient Respekt, was Abensberg mit eigenen Spielern aufgebaut hat. Ich denke, dass die Bezirksliga die ideale Klasse für den Klub ist. Wegen mir ändert sich die Zielsetzung nicht.“

Weil Nutz TSV-Trainer Richard Ott bei Spielbeobachtungen oder Training unterstützen wird, erhält er eine „geringfügige Übungsleiterentschädigung“, so Kneitinger, der zu großem Druck auf den neuen Spieler vorbeugen will: „Man sollte die Erwartungshaltung nicht auf ihn reduzieren. Wir möchten mit ihm und unserer Mannschaft den Weg mit jungen Spieler weitergehen. Daniel Nutz wird uns als Aushängeschild sicher helfen.“

Vorschau auf den Bezirksliga-Spieltag

TSV Langquaid – ATSV Kelheim:

Die Gastgeber stehen im Derby nach zuletzt zwei Niederlagen unter Zugzwang. Am 4:1-Pokalerfolg gegen den ATSV am Mittwoch wird Spielertrainer Raphael Zeilhofer die Gäste nicht messen. Der ATSV tauchte mit einer besseren Reserve auf. Diesmal sind bis auf Patrick Rauner alle Mann dabei. Kelheims Coach Bernd Schinn gibt aus: „Wir werden alles daran setzen, unser Minimalziel Punktgewinn zu erreichen und uns dem Klassenerhalt ein weiteres Stück anzunähern.“ (ear)

Der aktuelle Bezirksliga-Spieltag bringt das Derby TSV Langquaid (blau) gegen ATSV Kelheim (grün-rot). Foto: Roloff

TSV Abensberg – SpVgg Plattling:

TSV-Trainer Richard Ott hat die Derby-Niederlage gegen den ATSV Kelheim (1:2) nicht geschmeckt. „Wir waren in der Physis zu labil, der Kopf dadurch gelähmt, so gewinnst du in der Bezirksliga nichts.“ Ein grippaler Infekt setzte unter der Woche Teile des Teams außer Gefecht. „Jetzt können sich andere Akteure in den Vordergrund spielen“, so Ott. Gegen die Gäste aus Plattling müsse seine Elf „den Kampf wieder annehmen, wenn wir etwas holen wollen“. (mar)

TV Schierling – DJK SV Altdorf:

Die Gäste haben sich mit dem 3:2 gegen den TSV Langquaid ein Polster im Kampf um den Klassenerhalt verschafft, zudem erreichte Altdorf das Pokal-Halbfinale. „Für uns gibt es ohnehin keine leichten Gegner, insbesondere nicht zu Hause“, meint Schierlings Coach Stefan Dykiert. „Wir arbeiten weiter und wollen die einfachen Dinge richtig machen. Es gilt Fehler zu minimieren, die Passgenauigkeit zu erhöhen und die Entschlossenheit in den Strafräumen zu steigern.“ (ear)

SpVgg Deggendorf – TV Aiglsbach:

„Wir sind voll im Soll“, freut sich Aiglsbachs Abteilungsleiter Stefan Schmittner. Die beiden jüngsten Punktspiele ohne Sieg treiben ihm keine Sorgenfalten ins Gesicht. Der Pokalerfolg gegen Schierling (4:0) habe Selbstvertrauen gebracht. Am Wochenende steht Torhüter Thomas Attenhauser wieder parat. „Wir hängen nicht an den vorderen Tabellenplätzen, die Saison verläuft auch so super.“ Entsprechend locker geht die TV-Truppe ins Spiel in Deggendorf. (eab)

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