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Sport aus Nürnberg
Montag, 11. Dezember 2017 3

Fussball

FCN ist gegen starken Neuling gefordert

Nürnberg will die beiden Niederlagen zuletzt vergessen machen. Doch Gegner Kiel macht in dieser Saison vieles richtig.
von Daniel Frasch

Ob Thorsten Kirschbaum das Tor des FCN gegen Kiel hüten darf, ist nicht sicher. Foto: Michael Bermel/Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Zwölf Tage nach der bitteren 1:2-Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt greift der 1. FC Nürnberg wieder in den Liga-Alltag ein. Die Länderspielpause kam für Trainer Michael Köllner nicht ganz ungelegen, wie er verriet: „Die Niederlage hing uns ein paar Tage in den Klamotten“, so der Oberpfälzer, der seine Mannschaft aber wieder in der Spur sieht: „Mit dem Test gegen Garching (2:0) und den intensiven Einheiten sind wir wieder in Schwung gekommen.“

Das sollten die Franken auch sein, setzte es doch bereits vor der Niederlage gegen die Oberbayern eine 0:1-Pleite in Heidenheim. Um die Aufstiegsränge nicht weiter aus den Augen zu verlieren, müssen die Franken in den kommenden Partien punkten. Doch im wichtigen Duell mit Holstein Kiel Samstagmittag (13 Uhr) drohen zwei wichtige Stützen im Mittelfeld des Clubs auszufallen: Patrick Erras plagen muskuläre Probleme, Kevin Möhwald klagt über Kniebeschwerden.

Ob es bei beiden für einen Einsatz reicht, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Mit dem Isländer Rurik Gislasson sowie Cedric Teuchert und Eduard Löwen (beide U21) kehrten alle drei Nationalspieler unversehrt von ihren Länderspielreisen zurück an den Valznerweiher, auch Innenverteidiger Georg Margreitter steht nach einem hartnäckigen Infekt wieder zur Verfügung.

Keeper Kirchbaum in der Kritik

Für Unmut unter den Fans sorgte zuletzt Torhüter Thorsten Kirschbaum, der den Strafstoß zum entscheidenden 2:1 gegen Ingolstadt verursachte, als ihm ein Rückpass zu weit vom Fuß sprang. „Es ist klar, dass nach solch einem Fehler über den Torwart diskutiert wird. Die Entscheidung fällt mir immer schwer, weil sich keiner von beiden hängen lässt“, hielt sich Köllner in der Torwartfrage jedoch gewohnt bedeckt.

Mit Kiel kommt nicht nur ein Drittliga-Aufstieger nach Franken, sondern auch die große Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang rangiert mit 29 Punkten auf Platz zwei und hat sich zu einem ernstzunehmenden Aufstiegsanwärter entwickelt.

Die Gründe für den Kieler Erfolg sind mannigfach, wie auch Nürnbergs Coach Michael Köllner bestätigt: „Kiel ist sicherlich kein normaler Aufsteiger. Sie machen die Dinge auf dem Platz mit sehr hoher Geschwindigkeit und haben ihre Automatismen aus der 3. Liga verfestigt. Sie werden uns mit Sicherheit alles abverlangen. Aber“, ergänzt Nürnbergs Fußballlehrer, „sie haben auch Werte, die weniger gut sind. Sie sind zweikampfschwach und nicht gerade lauffreudig.“

Mit 32 Toren erzielte Kiel fünf Treffer mehr wie der Club, der in diesem Ranking Platz zwei belegt. Toptorschütze bei den Gästen ist Marvin Duksch: Die Leihgabe des FC St. Pauli markierte bereits zehn Treffer, dicht gefolgt von Mittelfeldspieler Dominick Drexler mit sieben Toren. Die beiden Offensivakteure aus dem Spiel zu nehmen und ihnen keine Abschlussgelegenheit zu bieten, ohne dabei das eigene Angriffsspiel zu vernachlässigen, wird der Schlüssel für den Nürnberger Erfolg sein.

Führungsduo hat verlängert

„Wir brauchen ein aggressives Pressing. Wenn wir die Zweikämpfe gewinnen und dann schnell nach vorne spielen, können wir Kiel schlagen“, ist Köllner überzeugt. Doch nicht nur die Franken zollten dem Gegner im Vorfeld großen Respekt, auch der Aufsteiger aus Kiel hat eine hohe Meinung vom fränkischen Traditionsverein. „Sie haben eine flexible Mannschaft, die verschiedene Grundordnungen spielen kann. Außerdem haben sie ein tolles Stadion, tolle Fans und eine tolle Atmosphäre“, freut sich Kiels Trainer Anfang auf die Partie.

Einer, der sich in Kiel bestens auskennt, ist Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann. Der 46-Jährige, der unter der Woche zusammen mit dem kaufmännischen Vorstand Michael Meeske seinen Vertrag beim 1. FCN bis 2020 verlängerte, lenkte vor seinem Engagement beim Club vier Jahre lang die Geschicke bei den Norddeutschen.

Für ihn kommt der Erfolg nicht von ungefähr: „Die Strukturen sind über Jahre hinweg gewachsen und die Mannschaft blieb nach dem Aufstieg im Kern zusammen. Dass sie so weit oben stehen, ist kein Zufall.“ Neben der Brisanz aufgrund der engen Tabellenkonstellation dürfen sich die Stadionbesucher auch auf ein Duell zweier Altmeister freuen: 1912 war Kiel zuletzt Deutscher Meister, 1910 und 1930 immerhin Vizemeister.

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