mz_logo

Sport aus Nürnberg
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Fussball

FCN: Ohne „Hurra-Stil“ zum Erfolg

Der 1. FC Nürnberg will durch geduldiges Spiel die Defensiv-Experten aus Sandhausen knacken. Patrick Erras kehrt zurück.
Von Thorsten Drenkard und Daniel Frasch

Fabian Bredlow durfte zuletzt als Keeper zwischen den Pfosten des FCN einen Auswärtssieg in Braunschweig bejubeln. Jetzt soll der nächste Erfolg am Wochenende gegen SV Sandhausen folgen. Foto: Eibner-Pressefoto

Nürnberg.Passend zum Wintereinbruch rückt auch die Winterpause in der 2. Liga immer näher. Drei Spiele haben die Zweitligisten noch vor sich, ehe sie sich für rund vier Wochen vom Spielbetrieb verabschieden. Auf das Nürnberger Gemüt schlugen die Temperaturen um den Gefrierpunkt aber nicht, die Stimmung im Training war geprägt von Lockerheit und Anspannung, von Konzentration und Spaß.

Auch Club-Trainer Michael Köllner war ausgesprochen gut gelaunt. Ob es an seinem Besuch auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt lag, oder ob es sich dabei um positive Nachwehen des jüngsten Auswärtserfolges in Braunschweig (3:2) handelte, bleibt Spekulation. So oder so, Köllner hat derzeit wahrlich allen Grund zur Freude, findet sich sein Club seit vergangener Woche auf dem Relegationsplatz drei wieder.

Düsseldorf noch vor der Brust

Zudem haben die Franken mit Fortuna Düsseldorf den derzeitigen Tabellenzweiten noch vor Brust und können dabei den Rückstand auf den direkten Aufstiegsplatz verringern. Doch bevor es zum direkten Duell gegen die Rheinländer kommt, muss der Club an diesem Samstagmittag (13 Uhr) zunächst die Pflichtaufgabe gegen den überraschend starken SV Sandhausen bestehen.

Das Team der 15000-Seelen-Gemeinde spielt eine außerordentlich gute Saison und sammelte mit 21 Punkten aus 15 Spielen nur fünf Zähler weniger als die Franken. Hauptgrund für den Erfolg ist die sattelfeste Abwehr, die insgesamt erst 15 Gegentore hinnehmen musste und damit den Bestwert der zweithöchsten deutschen Spielklasse aufstellt.

„Sie spielen die beste Saison ihre Zweitligageschichte, wir erwarten einen richtig starken Gegner“, warnte Köllner unter der Woche und ließ durchblicken, den kommenden Gegner akribisch analysiert zu haben: „Sie spielen sehr kompakt, bestreiten die meisten Zweikämpfe der Liga und spielen am häufigsten Foul. Auswärts haben sie bislang aber noch keinen Schrecken verbreitet.“

Lücken in die Abwehr reißen

Welch Fußballspiel sich den rund 24000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion darbieten wird, liegt auf der Hand: Der Club, der sich bereits gegen Braunschweig sehr ballsicher zeigte und über 66 Prozent Ballbesitz verfügte, wird gezwungen sein, das Spiel zu gestalten und Lücken in die Gästeabwehr zu reißen.

Die Defensivspezialisten aus Sandhausen werden ihr Hauptaugenmerk auf eine stabile Abwehr legen und versuchen, aus der massiven Defensive heraus zu kontern.

„Für uns wird es auch darum gehen, Konter zu unterbinden.“

Coach Michael Köllner

„Für uns wird es auch darum gehen, Konter zu unterbinden und nicht im Hurra-Stil nach vorne zu rennen“, mahnt der Oberpfälzer und fordert eine intelligente und zugleich geduldige Spielweise seiner Mannschaft. Die ohnehin schwache Offensive der Gäste könnte gegen die Franken zusätzlich geschwächt sein, denn mit Richard Sukuta-Pasu und Lucas Höler drohen gleich beide Stammstürmer bei Sandhausen verletzungsbedingt auszufallen. Zusammen waren die Angreifer für die Hälfte der insgesamt 18 Sandhäuser Treffer verantwortlich.

Doch obwohl Gästetrainer Kenan Kocak seine Startformation wohl umstellen muss, schlug er selbstbewusste Töne an: „Wir wissen um die Qualität, die im 1. FC Nürnberg steckt. Aber auch wir besitzen Qualität und fahren nach Nürnberg, um etwas Zählbares mitzunehmen.“

Heimbilanz soll besser werden

Der Club hingegen möchte seine durchwachsene Heimbilanz aufpolieren und im neunten Heimspiel der Saison den vierten Sieg feiern. „Wir wollen nachlegen und unseren Fans einen Heimsieg schenken“, sagt Köllner, der den Fans „volle Konzentration und eine einhundert prozentige Einstellung“ seiner Mannschaft verspricht.

Positiv stimmen den 47-Jährigen auch die schier unbegrenzten Möglichkeiten, die sich ihm bezüglich der Aufstellung bieten. Die zuletzt angespannte personelle Situation hat sich unter der Woche enorm entspannt, Nürnbergs Trainer kann auf drei Stammspieler mehr zurückgreifen.

Linksverteidiger Tim Leibold kurierte seine im Spiel gegen Kiel erlittene Sprunggelenkverletzung aus. Zudem rückt mit Cedric Teuchert ein Angreifer in den Kader, der bis dato die erfolgreichste Saison seiner jungen Karriere spielt. Mit sechs Treffern ist der 20-Jährige zusammen mit Kapitän Hanno Behrens der treffsicherste Clubspieler – hinter Mikael Ishak. Der Schwede führt mit elf Toren aktuell die Torschützenliste der 2. Liga an.

Wissenswertes rund um das Spiel des FCN gegen Sandhausen im Info-Block:

Rund um das Club-Spiel Am Wochenende

  • Schlechte Erinnerungen:

    Das letzte Heimspiel (Dezember 2016) gegen die Mannschaft aus Sandhausen verloren die Nürnberger Profifußballer mit 1:3 – den Ehrentreffer erzielte damals ein gewisser Guido Burgstaller, der mittlerweile für den FC Schalke 04 stürmt.

  • Ganz oder gar nicht:

    Sieben Mal trafen beide Teams aufeinander, noch nie gab es ein Remis.

  • Hellwach von Beginn an:

    Beide Vereine kassierten bisher erst vier Gegentore in der ersten Hälfte – Ligabestwert.

Auch Patrick Erras kehrt nach Wadenproblemen zurück ins Team. Der 22-jährige Oberpfälzer spielt bislang eine durchwachsene Saison im Trikot des FCN – wenn er denn spielt: Denn der hoch aufgeschossene Mittelfeldmann absolvierte mit acht Partien nur knapp die Hälfte aller Ligaspiele.

Bevor ihn jüngst ein Wadenödem für rund zwei Wochen aus dem Spielbetrieb nahm, hatte Erras immer wieder mit Muskelproblemen zu kämpfen. Deutliche Signale, dass der Körper des jungen Profis nach der schweren Kreuzband-Verletzung, die Erras im März des vergangenen Jahres erlitten hatte, noch nicht mit der Belastung des Ligaalltags zurecht kommt.

Die Pressekonferenz mit Club-Coach Köllner vor dem Sandhausen-Spiel:

In den Zweitliga-Spielen der laufenden Spielzeit, in denen Erras auf dem Fußballplatz stand, lieferte der zentrale Mittelfeldmann meist solide, aber kaum herausragende Leistungen ab.

Dennoch ist Coach Köllner ein ausgesprochener Anhänger der Spielweise seines Oberpfälzer Landsmanns. Wiederholt lobte der Coach die Teamführung seines Spielers auf dem Feld. Erras hätte sicher nichts dagegen, wenn Köllner auch nach dem Sandhausenspiel wohlwollende Worte für seinen Auftritt fände – wenn er denn spielt.

Weitere Sportmeldungen aus der Region finden Sie hier.

Alles rund um den FCN können Sie hier nachlesen.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht