mz_logo

FCN
Montag, 22. Januar 2018 11

Fussball

FCN lässt zwei Punkte liegen

Die Nürnberger verpassen gegen Kaiserslautern den Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz – und sind dennoch zufrieden.
von Wolfgang Endlein

Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens hatte in der Schlussphase große Chancen, das Spiel zugunsten des FCN zu drehen. Foto: Uwe Anspach

Nürnberg.Mehr Tradition geht kaum im deutschen Fußball, wenn der neunmalige Meister 1. FC Nürnberg beim viermaligen Meister 1. FC Kaiserslautern vorbeischaut. Doch an diesem kalten Wintersamstag ist die ruhmreiche Vergangenheit für beide Vereine weit entfernt. Immerhin der FCN ist seit einigen Wochen wieder etwas im Aufwind, daran ändert auch das 1:1 gegen den Krisen-FCK nichts.

Letzterer steht nach eh schon schweren Jahren als sportlich und wirtschaftlich angeschlagener Tabellenletzter vor dem totalen Absturz. Angesichts dieses Gegners hatten viele in Nürnberg fest mit drei Punkten gerechnet – die sportlichen Verantwortlichen offenbar nicht. Trotz nur eines Punktes klangen sie nach dem Spiel recht zufrieden.

„Ich bin insgesamt zufrieden“, sagte Trainer Michael Köllner stellvertretend, wobei vor allem das Wort „Insgesamt“ zu beachten sein dürfte. Denn in der Gesamtschau der Leistungen der Hinrunde tritt das unterm Strich doch enttäuschende Remis auf dem Betzenberg zurück hinter einer insgesamt unerwartet guten Leistung der jungen Nürnberger Mannschaft. „Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir als Dritter in die Pause gehen, dann hätten wir das genommen“, sah das auch Stürmer Mikael Ishak so, der in Kaiserslautern seinen zwölften Saisontreffer markierte. Das ist Ligaspitze.

FCN hilft FCK mit Eigentor

Warum der FCN hingegen als Mannschaft noch nicht absolute Spitzenqualität in der Liga hat, zeigte sich exemplarisch beim letzten Ligaspiel des Jahres. Die junge Mannschaft birgt viel, vor allem spielerisches Potenzial, unterhält dadurch die Zuschauer mit teils gutem Fußball und vor allem dem nimmermüden Willen, Spiele fußballerisch gewinnen zu wollen. Allein, es fehlt noch an der Konstanz, entsprechende Leistungen über längere Phasen in aufeinanderfolgenden Spielen zu erbringen. Starken Phasen folgen plötzliche Abfälle der Leistung.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel in Kaiserslautern sehen Sie hier:

Auch in Kaiserslautern verlor der in Hälfte eins dominierende FCN spätestens in manchen Phasen der zweiten 45 Minuten die Kontrolle gegen die seit Wochen kriselnden Pfälzer. Diese waren zu allem Überfluss auf die Mithilfe von FCN-Verteidiger Georg Margreitter und Torwart Fabian Bredlow angewiesen, die nach einer scharfen Hereingabe ein Eigentor fabrizierten. „Wir haben es eigentlich gut gemacht, aber irgendwann nicht mehr so konsequent verteidigt und die Abstände zu groß werden lassen“, analysierte Bredlow hernach das Geschehen, dem der FCN aber durchaus noch eine andere Wendung hätte geben können. Allein, mehrere Großchancen wurden in der Schlussphase vergeben.

Ob daran ein Cedric Teuchert hätte etwas ändern können, ist Spekulation. Dass der junge Angreifer den Club im Winter verlassen wird, wohl kaum mehr. Doch es gibt schon Stimmen, die unken, dass es nicht nur bei Teuchert bleiben könnte. Mit Patrick Kammerbauer, Tim Leibold und Kevin Möhwald laufen bei weiteren jungen Leistungsträger der Nürnberger die Verträge aus. In Kombination mit dem Wissen, dass der FCN in jüngster Vergangenheit immer wieder auf Transfererlöse angewiesen war, um die schwierige wirtschaftliche Situation zu meistern, sorgt dies bei manchem Nürnberger Fan für Sorgenfalten.

Aufstieg ist dringen nötig

Aber selbst, wenn die jungen Talente des FCN über den Winter hinaus bleiben sollten, scheint eines klar: der Aufstieg in dieser Saison ist für die Entwicklung dieser Mannschaft und des Vereins dringend nötig. Sollte der 1. FC Nürnberg nicht aufsteigen, dürften viele Leistungsträger dem Ruf höherklassiger spielender Vereine folgen. Dass der FCN in seiner dann fünften Zweitligasaison in Folge adäquaten Ersatz beschaffen könnte, ist angesichts der von der Vereinsführung formulierten Sparzwänge unwahrscheinlich. Hinzukommt, dass in der kommenden Saison finanzstärkere Absteiger das Aufstiegsrennen schwieriger machen dürften als in dieser ausgeglichenen Saison.

Eine Nürnberger Tradition macht indes Hoffnung: Man ist schließlich nicht umsonst Rekordaufsteiger.

Weitere Meldungen rund um den 1. FC Nürnberg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht