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Mittwoch, 24. Januar 2018 4

DFB-Pokal

FCN schöpft aus Pleite Kraft

Nürnberg war Wolfsburg ebenbürtig, verlor aber trotzdem. Der Gästecoach glaubt sogar an ein baldiges Wiedersehen.
von Daniel Frasch

Die Enttäuschung steht FCN-Kicker Tobias Werner nach dem Aus im DFB-Pokal ins Gesicht geschrieben. Foto: Schamberger/dpa

Nürnberg.Redselige Auftritte hatte Club-Trainer Michael Köllner schon einige, kaum ein Pressegespräch mit dem 47-Jährigen dauert unter 30 Minuten. Nach dem bitteren 0:2 und dem Aus gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal beließ es der Oberpfälzer jedoch bei kurzen, klaren Aussagen. „Niederlagen sind das Schlimmste, was dir als Sportler passieren kann.“

Dass die obligatorische Pressekonferenz nach der Partie erst kurz vor Mitternacht stattfinden konnte, lag am leidenschaftlichen und aufopferungsvollen Auftritt des FCN, der dem Favoriten das Leben länger schwer machte, als erwartet. Genauer gesagt dauerte der fränkische Widerstand bis zur 96. Minute: Dann staubte Wolfsburgs Uduokhai einen Abpraller ab. Es war die Vorentscheidung, zu ausgelaugt und kraftlos waren die FCN-Spieler zu diesem Zeitpunkt, zu souverän brachte der VfL die Führung über die Zeit.

FCN trauert Chancen nach

Weil der Club den Meister von 2009 lange Zeit am Rande einer Niederlage hatte, saß der Stachel der Enttäuschung besonders tief. „Meine Mannschaft hat heute einen starken Kampf geliefert und vieles richtig gemacht. Die Fans können auf alle Fälle stolz sein auf die Truppe“, sagte Köllner.

Ein Kommentar zum Spiel lesen Sie hier:

Kommentar

FCN ist unter Zugzwang

Die 90 Minuten über schaute man sich das Spiel beider Teams an und hätte meinen können, da spielten zwei Bundesligisten gegeneinander. Der eine, die Heimmannschaft,...

Bis zur 70. Spielminute sahen die rund 26 000 Zuschauer eine Partie auf Augenhöhe mit Torchancen auf beiden Seiten. Der Klassenunterschied, den Nürnbergs Fußballlehrer im Vorfeld mehrfach angesprochen hatte, war nicht zu erkennen. Wolfsburg scheiterte zwei Mal am Pfosten, die Franken hingegen fanden ihren Meister immer wieder im Gästetorhüter Max Grün. Mit Tim Leibold, Hanno Behrens und Edgar Salli vergaben gleich drei Nürnberger beste Einschussgelegenheiten. „Leider haben wir es verpasst, eine der vielen Chancen über die Linie zu drücken“, trauerte Köllner den Chancen nach.

VfL-Coach glaubt an Aufstieg

Neben der geschlossenen und kämpferischen Vorstellung des Clubs bleibt vor allem die fehlerfreie Vorstellung des Innenverteidiger-Duos Georg Margreitter und Ewerton hervorzuheben. „Natürlich lässt es sich nicht vermeiden, dass Wolfsburg zu Chancen kommt“, bilanzierte Margreitter. „Aber gefühlt hatten wir mehr Möglichkeiten. Wir haben es heute als Mannschaft schon sehr gut gemacht.“

Aus der Bahn werfen wird die Niederlage die Franken nicht, im Gegenteil: Mit etwas Abstand betrachtet wird die Erkenntnis, einem gestandenen Bundesligisten lange ebenbürtig gewesen zu sein, neuen Mut geben. Nach einer letzten gemeinsamen Trainingseinheit Mittwochmorgen verabschiedete Köllner seine Spieler in den Urlaub. Bereits am 3. Januar startet der Club mit der Vorbereitung auf die Rückrunde der 2. Liga, die mit dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg am 23. Januar beginnt.

Mit elf Punkten aus den vergangenen fünf Spielen hatten sich die Franken zuletzt eine glänzende Ausgangsposition für die restlichen 16 Saisonspiele erarbeitet. Platz drei und ein Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Düsseldorf bieten dem Nürnberger Traditionsverein nach wie vor alle Möglichkeiten, am Ende der Saison den achten Bundesliga-Aufstieg der Vereinshistorie zu feiern.

Wolfsburg Trainer Martin Schmitt ist davon überzeugt: „Ich wünsche dem Club alles Gute für die Rückrunde. Wir sehen uns im nächsten Jahr in der Bundesliga wieder“.

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