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Freitag, 15. Dezember 2017 6

Fussball

Der FCN will sich nicht anpassen

Gegen Braunschweig will Club-Coach Michael Köllner „sein Ding durchziehen“. Tim Leibold leidet an „brutalen Schmerzen“.
Von Daniel Frasch

Tim Leibolds Einsatz ist gegen die Eintracht fraglich. Foto: Thienel/Eibner

Nürnberg.„Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände“, schrieb einst der österreichische Schriftsteller Franz Grillparzer.

Wahnsinnig verworren sind die Zustände beim 1. FC Nürnberg nun nicht. Ein Heilmittel könnte die Reise nach Niedersachsen aber trotzdem werden. Denn auswärts, so zeigten es die bisherigen 14 Spiele der aktuellen Zweitligasaison, fühlt sich der Club offenbar wohler als zu Hause.

Zumindest aber sind die Franken auf fremden Plätzen erfolgreicher, als sie das im heimischen Max-Morlock-Stadion sind. Starke zwölf Punkte holte die Mannschaft von Trainer Michael Köllner in sechs Auswärtspartien – und damit einen Zähler mehr, als sie in acht Heimspielen sammelte.

Der Kader des FCN in der Saison 2017/18 in einer Bildergalerie:

Der Profikader des FCN 2017/18

Von einer Heimschwäche will der Oberpfälzer aber nichts wissen, vielmehr hadert der Mann aus Fuchsmühl mit Fortuna. „In den Partien gegen Kiel, Bielefeld und St. Pauli hat die Leistung gestimmt und wir hätten drei Punkte verdient gehabt“, sagte Köllner zur mageren Heimbilanz seiner Truppe, die erst drei Heimspiele gewann.

Doch nicht nur das fehlende Glück ist es, was den Franken zu Hause Punkte kostete. Auch mangelnde Erfahrung und bisweilen aufkommende Naivität, wie es Innenverteidiger Georg Margreitter nach dem Remis gegen Kiel (2:2) umschrieb, verhinderte eine bessere Punkteausbeute im eigenen Stadion.

Das Konterspiel liegt dem Club

Zudem tut sich die Mannschaft um Kapitän Hanno Behrens noch immer schwer, gegen tiefstehende Gegner das Spiel aufzuziehen und über die kompletten 90 Minuten zu kontrollieren. Leichter fällt es dem Club, aus einer geordneten Defensive heraus zu kontern und durch schnelle Zuspiele in die Spitze Torchancen zu kreieren.

In der Regel lässt sich diese Spielanlage auswärts leichter umsetzen als vor heimischer Kulisse, weshalb man am Valznerweiher über die bevorstehende Aufgabe in Braunschweig Samstagmittag (13 Uhr) nicht sonderlich unglücklich ist. Die Eintracht, die im vergangenen Jahr in der Aufstiegsrelegation zur Bundesliga am VfL Wolfsburg scheiterte, erlebt bislang eine schwierige Saison.

Von 14 Spielen gewann die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht erst drei Partien, zwei Mal ging sie als Verlierer vom Platz. Heißt wiederum: Braunschweig ist der Remis-König der 2. Liga, ganze neun Mal trennte sich der BTSV unentschieden.

Selbsternannter Aufstiegsfavorit

Ein Umstand, der einerseits erklärt, warum der selbsternannte Aufstiegsfavorit derzeit nur im Mittelfeld der Tabelle steht, der gleichzeitig aber auch zur Vorsicht warnt. „Braunschweig hat erst zwei Spiele verloren, das beweist, dass sie sehr schwer zu schlagen sind“, mahnt Köllner vor der Partie und ergänzt: „Sie sind mit dem bisherigen Saisonverlauf mit Sicherheit nicht zufrieden, es wird eine schwierige Aufgabe für uns werden. Nichtsdestotrotz wollen wir auch dort unser Ding durchziehen und uns weniger nach dem Gegner richten.“

Analysiert hat Köllner die Niedersachsen freilich. Das ausgiebige Videostudium nötigt dem 47-Jährigen eine gehörige Portion Respekt ab. „Sie spielen extrem variabel und flexibel, bislang haben sie schon sieben verschiedene Systeme gespielt. Wir müssen sehen, welche Formation für uns das beste Rezept sein wird. Ob Dreier- oder Viererkette, das wird sich zeigen“.

Mindestens genau so wichtig wie die systematische Ausrichtung ist die psychische Verfassung der Franken. Und diese ist, glaubt man Nürnbergs Trainer, absolut intakt und keineswegs angekratzt, auch nicht nach zuletzt drei sieglosen Partien.

Die Pressekonferenz mit Coach Köllner vor dem Braunschweig-Spiel:

„Wir haben hoch intensiv trainiert. Die Mannschaft steckt weiterhin voller Tatendrang“, verriet Köllner, der seine Mannschaft womöglich umbauen muss. Im zentralen Mittelfeld wird erneut Patrick Erras fehlen, der sich seit zwei Wochen mit einem Ödem in der Wade herumplagt, welches einen Einsatz unmöglich macht. Fragezeichen stehen zudem hinter den Einsätzen von Angreifer Cedric Teuchert und Bahnspieler Tim Leibold.

Während Teuchert zuletzt Magen-Darm-Beschwerden außer Gefecht setzten, laboriert Leibold an den Folgen der im Spiel gegen Kiel erlittenen Sprunggelenkverletzung. Gerissen ist zwar nichts, trotzdem leide er an „brutalen Schmerzen“, wie sein Trainer bestätigte.

Nicht die besten Voraussetzungen, um den positiven Auswärtstrend zu bestätigen.

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