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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Fussball

Ein Remis, das wie eine Niederlage war

Der FCN zeigte über weite Strecken eine gute Leistung gegen Kiel – in der Schlussphase verspielte das Team aber den Sieg.
Von Daniel Frasch

Club-Coach Michael Köllner war nach dem Spiel etwas zerknirscht. Foto: Daniel Karmann/dpa

Nürnberg.Der 1. FC Nürnberg hat das Siegen verlernt. Das 2:2 gegen Holstein Kiel Samstagmittag vor 27274 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion war die dritte Ligapartie ohne Sieg, der letzte Dreier gelang den Franken vor rund einem Monat (22. Oktober) beim 2:1-Heimerfolg über Dresden.

Von möglichen neun Punkten holten die Franken in den vergangenen drei Partien nur einen Zähler – der Abstand zu den direkten Aufstiegsrängen lässt sich mit einer derart schwachen Punkteausbeute freilich nicht verkleinern. Doch auch wenn die nackten Zahlen aktuell gegen den Club sprechen, so war die Leistung gegen Kiel eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den vorherigen Spielen.

Anders als zuletzt agierten die Franken von Beginn an ballsicher und druckvoll in der Offensive und hätten bereits nach zwölf Sekunden in Führung gehen können, Lucas Hufnagel scheiterte aber aus kurzer Distanz am Kieler Torwart Kenneth Kronholm.

Das von Trainer Michael Köllner geforderte „frühe Pressing“ zeigte Wirkung, die Gäste hatten Probleme im Spielaufbau. Die Partie offenbarte die taktische Flexibilität, mit der Nürnberg auftritt. Egal ob geordnete, tiefstehende Defensive, oder, wie gegen Kiel, aggressives Anlaufen in der gegnerischen Hälfte, Köllner stellt sein Team Woche für Woche hervorragend auf den jeweiligen Kontrahenten ein.

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte übernahmen die Franken zu Beginn des zweiten Durchgangs vollends das Kommando und schlugen aus der Überlegenheit nun auch Profit. Mit einem Doppelschlag schraubten Kapitän Hanno Behrens (54.) und der schwedische Angreifer Mikael Ishak (62.) das Ergebnis auf 2:0, der Sieg über den bislang so stark aufspielenden Aufsteiger schien sicher.

Die Enttäuschung saß tief

Umso tiefer saß der Stachel über die verlorenen zwei Punkte – bei Spielern und Trainer gleichermaßen. „Das Ergebnis ist hart und tut mir vor allem für die Mannschaft und unsere Fans leid“, befand der Oberpfälzer nach der Partie und fügte an: „Es fühlt sich an wie eine Niederlage.“ Innenverteidiger Georg Margreitter befand sich in einer ganz ähnlichen Gemütslage: „Es tut brutal weh, dass wir uns für unsere Leistung nicht belohnt haben.“

Der Österreicher, der erstmals wieder in Nürnbergs Startelf stand und das Duo mit dem erneut sehr umsichtig agierenden Brasilianer Ewerton bildete, nahm seine Mannschaft in die Pflicht, eine ungeschönte Analyse zu betreiben und die Ursachen für die Naivität in der Schlussphase zu erörtern.

Trotz des enttäuschenden Ergebnisses bot die Partie allerdings auch positive Erkenntnisse. Allen voran die Passgenauigkeit des vermeintlichen zweiten Nürnberger Anzugs. Denn gegen den Tabellenzweiten veränderte Michael Köllner seine Startformation gleich auf fünf Positionen.

Bredlow hielt fehlerfrei

Torhüter Fabian Bredlow ersetzte den zuletzt in die Kritik geratenen Thorsten Kirschbaum und zeigte eine solide Partie. An beiden Gegentoren war der 22-Jährige chancenlos.

Zudem rückte Georg Margreitter für Lukas Mühl in die Innenverteidigung, der Kameruner Edgar Salli durfte für den erkälteten Cedric Teuchert von Beginn an ran. Die Wechsel von Patrick Erras und Kevin Möhwald hingegen waren weniger schwachen Leistungen oder taktischen Umstellungen geschuldet: Beide Stammkräfte mussten aufgrund von Verletzungen passen und standen nicht im Kader.

Auch die FCN-Fans waren vom vergebenen Sieg enttäuscht:

Wider Erwarten machte sich das Fehlen der beiden Stützen nicht bemerkbar, Patrick Kammerbauer auf der Sechs und Lucas Hufnagel, der auf der rechten offensiven Seite für Schwung sorgte, zeigten eine ordentliche Partie und empfahlen sich für weitere Aufgaben.

Apropos nächste Aufgabe: Die wartet auf die Franken kommenden Samstag (13 Uhr) in Braunschweig. „Es geht weiter. Nächste Woche können wir wieder drei Punkte holen – und die wollen wir auch“, blickte Kapitän Behrens nach vorne und schickte eine Kampfansage in Richtung Braunschweig.

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