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Montag, 19. Februar 2018 4

Fussball

FCN spielt (fast) wie der FC Bayern

Die Nürnberger dominieren die Partie gegen St. Pauli klar – treffen das Tor aber nicht. Und im Sturm droht weiteres Ungemach.
von Daniel Frasch

Mikael Ishak hat sich schwerer am Knie verletzt. Der FCN hat dadurch ein Problem. Die Nürnberger dürften die körperliche Präsenz des Schweden im Sturm schmerzlich vermissen.Foto: Eibner/Agentur 54

Nürnberg.Für die Tabellenführung reichte es nicht beim 1. FC Nürnberg – ein weiterer, wenn auch kleiner Schritt in Richtung Bundesliga-Aufstieg war das 0:0-Unentschieden beim FC St. Pauli trotzdem. Durch den Punktgewinn trennen die Franken bereits fünf Zähler von Verfolger Holstein Kiel, der Vorsprung auf den MSV Duisburg auf Rang vier beträgt gar sieben Punkte.

Als logische Konsequenz fand Nürnbergs Trainer Michael Köllner nach der Partie in Hamburg nur positive Worte für die Leistung seiner Mannschaft. „Wir wollten ohne Gegentor bleiben und einen Punkt mitnehmen. Das ist uns gelungen“, sagte der 48-Jährige und fügte an: „Die Jungs haben sich für den couragierten Auftritt ein Lob von mir verdient, denn wir sind weiterhin gut im Rennen.“

Phasenweise nahm die Begegnung am Millerntor Züge an, die sonst nur in Partien mit Beteiligung des FC Bayern München üblich sind: 70 Prozent Ballbesitz verzeichneten die Franken nach den 90 Minuten – so viel wie nie zuvor in der laufenden Saison. Und so viel, wie wahrscheinlich etliche Jahre nicht mehr. Ein Beleg für die spielerische Dominanz, mit der der FCN mittlerweile auftritt, auch, und vor allem auf fremden Plätzen.

Erras arbeitet sich zurück

Insbesondere die Passgenauigkeit von 85 Prozent war beachtlich. Einzig die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig – und trennt Nürnberg dann eben doch vom FCB. „St. Pauli stand sehr tief, wir haben dagegen nur selten Lösungen gefunden“, befand auch Patrick Erras hinterher selbstkritisch. Der Amberger, der im zentralen Mittelfeld mit einer glänzenden Zweikampfquote von 73 Prozent überzeugte, findet von Spiel zu Spiel besser zurück zu alter Verfassung und ist als Abräumer, sowie als ruhiger Ballverteiler nicht mehr aus der Nürnberger Startformation wegzudenken.

Rund um den FCN

  • Seltenheit:

    Das Ergebnis in St. Pauli war eine Premiere für den FCN. Zum ersten Mal in der laufenden Saison endete eine Partie mit Nürnberger Beteiligung torlos.

  • Starke Zahlen:

    In einer guten Club-Elf stach einer statistisch heraus. Mit einer Zweikampfbilanz von 75 Prozent und einer Passquote von 96 Prozent stach Verteidiger Lukas Mühl heraus.

  • Spitzenreiter:

    In der richtigen Tabelle mag der FCN nicht Tabellenführer sein, in einer anderen ist er es bereits: Mit 33 Gelben Karten und einer Roten führt er die Fairplay-Tabelle an.

Gleiches gilt auch für Torhüter Fabian Bredlow: Der 1,90-Meter-Mann, der im Sommer vom Drittligisten Hallescher FC nach Franken wechselte, ist einer der Garanten für den Nürnberger Erfolg, der seit nunmehr neun Spielen anhält, in denen sie zuletzt ohne Niederlage blieben. Seit Michael Köllner nach der Heimpleite gegen Ingolstadt (1:2) Anfang November dem 22-Jährigen das Vertrauen schenkte, erlitt Nürnberg keine Niederlage mehr.

Ishak bereitet Sorgen

Auch am Millerntor hielt Bredlow mit starken Paraden den Punkt fest, die spektakulärste Tat war freilich jene in der 78. Spielminute, als er mit einem herausragenden Reflex den Ball aus kurzer Distanz zur Ecke lenkte. Der fünffache U-20-Nationalspieler rechtfertigt das Vertrauen bis dato. Reservist Thorsten Kirschbaum, der aktuell an einer Knieverletzung laboriert, wird es schwer haben, wieder an Bredlow vorbei zu kommen.

Apropos Knieverletzung: Eine solche wurde auch zum fränkischen Wermutstropfen in der Partie in Hamburg. Nachdem Angreifer Mikael Ishak per Kopfball am Pfosten scheiterte, verdrehte er sich beim Nachschussversuch derart unglücklich das Knie, dass er das Feld noch im ersten Durchgang verlassen musste. Wie Untersuchungen inzwischen ergeben haben, hat der Schwede einen Innenbandanriss. Dieser wird ihn laut FCN-Angaben voraussichtlich zu einer achtwöchigen Pause zwingen.

Diese hat weitreichende Folgen für das Spiel des Clubs, das machte der zweite Durchgang mehr als deutlich. der Großteil der Offensivkräfte in den Reihen der Franken sind keine Stoßstürmer, die Zweikämpfe in der Luft gewinnen und den Ball festmachen könnten. Einzig Adam Zrelak böte sich an, er ist aber noch nicht fit nach seiner Verletzung.

Gegen den MSV Duisburg Sonntagmittag (13.30 Uhr) können Kapitän Hanno Behrens und Co. ihre Bilanz von neun Spielen in Folge ohne Niederlage nicht nur ausbauen: Mit einem Heimsieg – es wäre der sechste der Saison – würden sich die Franken einem weiteren Verfolger entledigen und ihr Polster weiter ausbauen.

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