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Montag, 11. Dezember 2017 7

Fussball

Schwacher Club ist sauer auf Zwayer

FCN-Coach Köllner ist über einen ausgebliebenen Pfiff beim Elfmeter verärgert – muss aber den verdienten FCI-Sieg anerkennen.
Von Daniel Frasch

Cedric Teuchert (links) konnte sich im Spiel gegen Ingolstadt nur selten in Szene setzen.Foto: Daniel Karmann/dpa

Nürnberg.Eines muss man der jungen Mannschaft des 1. FC Nürnberg lassen: Im Fall einer Niederlage geht sie hart mit sich ins Gericht und sucht die Schuld nicht bei anderen.

So geschehen auch nach der jüngsten 1:2-Pleite gegen den Verfolger FC Ingolstadt am Montagabend. Ein fader Beigeschmack blieb, vor allem wegen der fragwürdigen Strafstoßausführung der Gäste, trotzdem.

Beim Anlauf zum Elfmeter, der aus dem schweren Patzer von Nürnbergs Schlussmann Thorsten Kirschbaum resultierte, stoppte Ingolstadts Dario Lezcano komplett ab und kam dabei für den Bruchteil einer Sekunde zum Stillstand. Die Regelverschärfung des DFB zur vergangenen Saison sieht darin ein unzulässiges Täuschen, welches neben einer Verwarnung für den ausführenden Schützen sogar mit einem indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft geahndet wird. So weit zumindest die Theorie.

Schiedsrichter Felix Zwayer beurteilte die Situation anders und ließ den Treffer zählen – sehr zum Ärger von Nürnbergs Trainer Michael Köllner. „Es passt zum Spiel und es passt zur Geschichte zwischen Felix Zwayer und dem 1. FC Nürnberg. Den Elfmeter muss der Schiedsrichter klar zurückpfeifen“, sagte der Oberpfälzer nach der verlorenen Partie gegen die Oberbayern.

Schlechte Bilanz unter Zwayer

Nicht zum ersten Mal waren die Franken mit der Leistung des 36-Jährigen unzufrieden, immer wieder gab es in der Vergangenheit Unmutsbekundungen seitens des Vereins.

Vielleicht liegt es auch schlicht an der negativen Bilanz, die die Franken in Partien unter der Leitung des Mannes aus Berlin aufweisen: Von 14 Spielen unter Zwayers Regie gewann Nürnberg nur fünf, ein Spiel endete Remis, acht Mal ging der Club als Verlierer vom Platz.

Schuld an der Niederlage gegen Ingolstadt war Zwayer jedoch nicht – zumindest nicht allein. Denn die Franken agierten über weite Strecken der Partie zu harmlos, das Angriffsspiel geriet lethargisch, ohne Esprit und zündende Ideen. Hinzu kamen ungewöhnlich viele Abspielfehler und Missverständnisse in den Laufwegen.

Der Defensiv-Verbund um Abwehrchef Ewerton hatte mit Ingolstadts Stefan Kutschke, Thomas Pledl und Sonny Kittel alle Hände voll zu tun. In vorderster Reihe waren die Angreifer Cedric Teuchert und Mikael Ishak gegen die sattelfeste Abwehr der Gäste zumeist auf verlorenem Posten.

Wissenswertes rund um den FCN im Info-Block:

Gut zu wissen

  • Erste Niederlage:

    Im fünften Duell verlor der 1. FCN zum ersten Mal gegen den FC Ingolstadt.

  • Nürnberger Dauerläufer:

    FCN-Kapitän Hanno Behrens absolvierte mit 12,72 Kilometern die größte Distanz aller Akteure auf dem Platz.

  • Kein Elfmeterkiller:

    Von 41 Elfmetern parierte FCN-Torwart Thorsten Kirschbaum bislang zehn – eine Quote von 24,4 Prozent.

Das wiederum hatte mit dem pomadigen Auftritt des Nürnberger Mittelfelds um Kapitän Hanno Behrens, Patrick Erras und Kevin Möhwald zu tun. Nur selten bekam das Trio Zugriff auf das Spiel und war folglich nicht das erhoffte, wichtige Bindeglied zwischen Verteidigung und Angriff.

„Wir sind teilweise dem Ball nur hinterhergelaufen und waren zu passiv. Das geht nicht, daher haben wir auch verdient verloren“, befand Möhwald, der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1. Kollege Cedric Teuchert, der Möhwald bei dessen Treffer mustergültig bediente, pflichtete ihm bei.

„Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben kaum Bälle gesehen. Der Sieg für Ingolstadt geht in Ordnung“, haderte der 20-Jährige mit der Leistung des gesamtes Teams.

Nach der zweiten Pleite in Folge muss sich jedoch auch Michael Köllner kritische Fragen gefallen lassen. Etwa weshalb er auf den letzten möglichen Wechsel verzichtete und nicht direkt nach Ingolstadts Führungstreffer in der 80. Minute eine frische Offensivkraft einwechselte.

Drei Alternativen auf der Bank

Mit Tobias Werner, Edgar Salli und Lucas Hufnagel standen gleich drei mögliche Alternativen bereit. „Nach dem Gegentor war es schwer, noch zu reagieren. Wir konnten uns dann keine Torchance mehr erarbeiten“, so der 47-Jährige. Nach dem deutlichen Leistungsabfall in den vergangenen drei Partien mit dem knappen Sieg über Dresden und den Niederlagen gegen Heidenheim und Ingolstadt dürfte die bevorstehende Länderspielpause Köllner gelegen kommen.

So bleiben ihm zehn Tage Zeit, seine Spieler wieder aufzurichten und für die kommenden Aufgaben zu rüsten. Mit Holstein Kiel, Eintracht Braunschweig, dem SV Sandhausen und Fortuna Düsseldorf wartet ein straffes Programm auf die Franken.

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