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Sport aus der Oberpfalz
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Gewichtheben

Bayerwald-Mann startet bei der WM

Der Rodinger Simon Brandhuber ist erst 26 Jahre alt – und doch bereits bei der vierten Weltmeisterschaft am Start.
Von Birgit Pinzer

Simon Brandhuber Foto: rhe

Roding. Georg Hecht kann sich noch gut an den jungen Simon Brandhuber erinnern. „Zehn Jahre war er alt, als er kam. Was mich an dem Buben fasziniert hat, war, wie gut er sich konzentrieren konnte. Oft sind Jungen in dem Alter hibbelig“, sagt Hecht. Und Hecht, dem Gewichtheben mittlerweile seit mehr als 40 Jahren in Treue verbunden, hat schon einige Talente in seiner langen, ehrenamtlichen Tätigkeit gesehen.

Simon Brandhuber, das Aushängeschild der Bundesliga-Heber des TB Roding 03, ist mittlerweile 26 Jahre alt und startet am Donnerstag bei den Weltmeisterschaften, die dieses Jahr im kalifornischen Anaheim ausgetragen werden. Für Simon Brandhuber ist es die vierte WM nach seinem Debüt 2011 in Paris, gefolgt von den Auftritten im kasachischen Almaty und in Houston (Texas).

Etwa um 19.55 Uhr mitteleuropäischer Zeit, schätzt Hecht, wird das Bayerwald-Eigengewächs auf der Matte stehen. In Roding drücken sie ihm die Daumen. Mit 70, 71 Kilogramm Körpergewicht ist er vor knapp einer Woche rübergeflogen, bis zum Wettkampf musste er noch für seine leichte Gewichtsklasse auf 69 Kilogramm abkochen. „Da hat Simon diesmal ein bisschen umgestellt. Früher ist er oft mit Idealgewicht angereist“, sagt Hecht. Aber Abkochen kann kräfteraubend sein, deswegen wählte der Sportsoldat dieses Mal diesen Weg. Brandhuber kämpft schon sehr lange in dieser Klasse. In eine höhere zu wechseln, ist nicht so leicht zu bewerkstelligen. „Kraft ist beim Heben nicht alles. Es kommt auf die Hebelwirkung an“, sagt Hecht.

„Ich fühle mich saustark.“

Simon Brandhuber

Brandhuber startet in der von der Papierform her etwas schwächer eingestuften B-Gruppe. „Ich denke, mit einem Platz unter den ersten zehn bis 15 wäre er zufrieden“, sagt Hecht. Brandhuber selbst sagt: „Die Vorbereitung lief sehr gut. Ich fühle mich saustark und hoffe, dass ich einen guten Tag erwische, damit ich es auch auf der WM-Bühne zeigen kann.“ Bis auf kleinere Wehwehchen ist er von Verletzungen verschont geblieben. Eine Grundvoraussetzung für einen guten Wettkampf.

Für die Rodinger Heber ist so ein Erfolg, diese internationale Beachtung, immer wieder eine Bestätigung der guten Arbeit, die dort geleistet wird. Natürlich braucht es unabdingbar dazu Athleten, die das nötige Talent mitbringen. Aber diese Talente zu halten, auch wenn nicht das große Geld fließt, das in Randsportarten sowieso von Haus aus ein eher kleineres ist, das ist andererseits wiederum die Kunst eines Vereins.

Denn auch ein Brandhuber, der als Sportsoldat mittlerweile in Heidelberg lebt und Mathematik studiert, hätte auch andere Angebote, dessen ist man sich im Bayerwald durchaus bewusst. Aber auch er, weiß was er an seinem Verein und den treuen Fans hat.

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