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Sport aus Regensburg
Samstag, 25. November 2017 7

Eishockey

Eisbären wollen es den Starbulls zeigen

Der Regensburger Oberligist will es bei der Revanche gegen Rosenheim wissen – nach der 1:4-Pleite in der Donau-Arena.
von Dieter Krelle, MZ

Beim vergangenen Spiel gegen Rosenheim mussten sich die Regensburger in der Donau-Arena mit 1:4 geschlagen geben. Fotos: Nickl

Regensburg.Mit einem zufriedenen, breiten Lächeln kehrt Beppi Heiß, der Trainer der Eisbären Regenburg, von der letzten Trainingseinheit in der Donau-Arena in sein Besprechungs-Zimmer zurück. „Die Jungs haben konzentriert gearbeitet“, sagt er. Heiß ist mit dem Stand der Vorbereitung auf das Freitag-Spiel (Beginn 19.30 Uhr) bei den Star Bulls Rosenheim zufrieden: „Wir haben dreimal auswärts gewonnen und wollen diese Serie fortsetzen.“ Das solle die Revanche werden für die 1:4-Niederlage im ersten Heimspiel.

Eisbären-Trainer „Beppi“ Heiß erwartet heute einen harten Kampf.

Die Erinnerung an das Spiel ist noch ganz frisch, schließlich liegt es nur vier Begegnungen zurück. Es war eine Lektion an Effizienz für die Eisbären. Doch dass soll nun nicht mehr passieren. Vor allem in der Verteidigung zeigten die Regensburger bei diesen Spiel Schwächen. „Da haben wir noch Nachholbedarf. Aber meine junge Abwehr ist sehr lernwillig“, zeigt sich Heiß zuversichtlich.

„Wir waren nicht schlechter, hatten aber mit drei Pfostenschüssen Pech, während für die Gäste an diesem Tag alles optimal lief – einschließlich des Empty-Net-Treffers, als wir den Torwart vom Eis nahmen.“ Tagesgeschäft nennt das der Eisbären-Coach, über das sich aufzuregen nicht lohnt. Viel mehr beschäftigte ihn eine spielentscheidende Szene bei der 3:4-Heimniederlage am letzten Freitag gegen EV Landshut – den die Eisbären am ersten Spieltag noch 3:1 bezwingen konnten. Da war die Szene zum 2:4 in doppelter Unterzahl durch den Ex-Regensburger Bill Trew: „Die Strafzeit gegen Peter Holmgren hätte nie gegeben werden dürfen“, regt sich der Ex-Nationaltorhüter über die Begründung „Spielverzögerung“ auf. „Wenn ein defektes Tor so leicht zu verschieben ist, kann man das dem Torhüter nicht anlasten.“

Stetes Bemühen um Verbesserung

Das alles aber ist Schnee von gestern. „Wir haben eine Mannschaft mit soviel Offensiv-Talent. Die können auch unseren jungen Abwehrspielern helfen“, sagt der Eisbären-Trainer. Gerade dieses Element ist in den kommenden Aufgaben gefordert. „Wir denken derzeit von Spiel zu Spiel und befinden uns in ständigem Gedankenaustausch mit den Verantwortlichen“, beschreibt Heiß die Anstrengungen um stetige Verbesserung. Mit Ausnahme der Verletzung von Leopold Tausch, der wegen seiner Unterkörper-Beschwerden wohl sechs Wochen auszufallen droht, haben die von Grippe-Anfällen weitgehend verschonten Eisbären keinerlei Anlass zu klagen.

„Wir haben eine Mannschaft mit soviel Offensiv-Talent. Die können auch unseren jungen Abwehrspielern helfen.“

Beppi Heiß

Die Stimmung bei den Oberpfälzern ist auf jeden Fall recht unbeschwert. Und da tun sich vor allem Nikola Gajofsky und sein kongenialer Sturmpartner Arnoldas Bosas als „Gute-Laune-Bären“ hervor. Der Litauer nimmt in der aktuellen Oberliga-Scorerliste mit 15 Punkten (8 Tore, 7 Assists) Rang zwei hinter dem Weidener Josef Straka mit 16 Punkten (4/12) und vor seinem tschechischen Mannschaftskameraden Gajofsky ein, der mit 14 Scorerpunkten (5/9) Rang drei belegt. Dass hinter dem Weidener Martin Heinisch (13/9/4) zwei weitere Regensburger, nämlich Peter Flache (12/6/6) und Jason Pinizotto (12/4/8) folgen, unterstreicht die Heiß-Aussage vom offensiven Angriffs-Potenzial der Eisbären.

Welche Stürmer diesen beiden Pärchen zugeordnet werden sollen, ist die immer wieder gestellte Frage in der Wahl zwischen den beiden Hochtalenten Lukas Heger und Benjamin Kronawitter. Die Variationen ergeben sich auch aus den Beobachtungen der Gegner.

Wer am Freitag spielt, ist noch unklar.

„Wir haben uns für die Partie in Rosenheim mehr Gedanken gemacht, als für das nächste Heimspiel gegen den EHC Waldkraiburg (Sonntag, um 18 Uhr), sagt Co-Trainer Chris Heid, der für den Headcoach in den ersten Regensburger Eingewöhnungswochen ein wichtiger Ansprechpartner war. „Das spart Energieverluste“, sagt Heiß. Bei der Bewertung der aktuellen Lage herrscht Einmütigkeit bei den Trainern: „Die zwei Heimniederlagen gegen die Spitzenteams aus Rosenheim und Landshut haben den Ehrgeiz eher noch verstärkt und das Selbstvertrauen keineswegs angeknabbert“, meint Heiß. Der Beweis soll heute gegen die Kofler-Mannen geführt werden, die mit der 1:4-Pleite beim EV Landshut schon aufzeigten, dass sie keineswegs unverwundbar sind.

Neues von den Eisbären

  • Spiel gegen Rosenheim:

    „Wir sind mit der bisherigen Saison durchaus zufrieden“, erklärt Eisbären-Geschäftsführer Stefan Liebergesell vor dem siebten Auftritt des Eishockey-Oberligisten am Freitag um 19.30 Uhr in Rosenheim in dieser Spielzeit. „Die Stimmung im Team ist gut. Da wächst was zusammen“, sagt er. Liebergesell nimmt die beiden Heimniederlagen gegen die Spitzenteams aus Rosenheim und Landshut nicht tragisch. „Die Saison hat gerade erst begonnen. Immerhin sind wir auswärts noch ungeschlagen – und das wollen wir auch heute bleiben.“

  • Nachwuchsarbeit:

    Der „Kids-Day“ für den Eisbären-Junganhang, für den eigens das Heimspiel gegen den derzeitigen Spitzenreiter EC Peiting auf Sonntag, 29. Oktober, um 16 Uhr vorverlegt wurde, wirft mit seinen Attraktionen wie einem Wettbewerb mit selbstgemalten Bildern für Kinder unter 12 seine Schatten voraus. Für die von einer Jury bestimmten zehn besten Exponate, die an die Eisbären Regensburg-Spielbetriebs GmbH, Walhalla-Allee 22, 93059 Regensburg, geschickt werden können, sind interessante Preise ausgesetzt.

  • Bestwerte der Oberliga:

    Der EC Peiting ist die Mannschaft der Stunde in der Oberliga. Dem Club gelang es sowohl beim Überzahlspiel mit 45,5 Prozent, als auch beim Unterzahlspiel mit 91,3 Prozent klare Bestwerte aufzuweisen. Zum Vergleich: Die Eisbären Regensburg liegen aktuell bei 25,0 und 85,3 Prozent. Absteiger Rosenheim verzeichnet zum aktuellen Zeitpunkt 21,2 und 88,5 Prozent.

Eine Niederlage als Mutmacher

„Das sollte auch uns Mut machen“, meint Eisbären-Geschäftsführer Stefan Liebergell, der beide Mannschaften auf Augenhöhe sieht und für sein Team auch für den nächsten Doppelvergleich mit dem neuen Spitzenreiter EC Peiting unter besondere Beobachtung stellt. Zunächst einmal hoffen alle im Eisbärenlager, dass Goalie Lukas Steinhauer nicht mehr so einen Sahnetag erwischt wie beim Auftritt in der Donau-Arena. Und bei den Herren Fröhlich, Baindl, Bucheli oder Lammassaari können die Regensburger auch gerne auf die erstaunliche Effizienz der vergangenen Begegnung verzichten.

Gegen die Starbulls müssen die Regensburger vollen Einsatz zeigen.

Erstaunlich und doch nicht unerwartet die Entwicklung von Verteidiger Kevin Schmitt, der mit sieben Scorerpunkten (1/6) die Abwehrrangliste vor Tomas Gulda (7/3) und Sebastian Alt (4/1/3) anführt und damit auch die Talente Kronwitter (5) und Heger (4) hinter sich gelassen hat. Der 23-Jährige mit dem knallharten Schlagschuss scheint damit das Versprechen einzulösen, das er schon unter Doug Irwin gegeben hat. Solche Beispiele unterstreichen das Entwicklungspotenzial ehrgeiziger Youngster wie Felix Schwarz, Alexander Eckl, der Felsoci-Brüder oder auch Xaver Tippmann und Philip Vogel, deren Entwicklung nach oben noch lange nicht abgeschlossen ist. „Das ist der Weg, den wir bestreiten wollen und auch müssen. Denn Geld haben wir nicht zu verschenken“, sagt Heiß.

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