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Sport aus Regensburg
Montag, 22. Januar 2018 11

Fussball

Jahn will Bielefeld nichts schenken

Ein überragendes Jahr endet mit der Partie gegen die Arminia. Die Pause danach kommt zur rechten Zeit, findet der Coach.
Von Jürgen Scharf, MZ

Ob Marc Lais (rechts) am Samstag gegen Bielefeld spielen kann, ist noch ungewiss. Wenn nicht, wäre Jann George (links) einer, der ihn in der Startelf ersetzen könnte. Foto: Nickl

Regensburg.Bei Arminia Bielefeld solle sich am Samstag nach der Partie bloß keiner beklagen, findet Achim Beierlorzer. Selbst wenn sein SSV Jahn Regensburg fehlerfrei spielt, brauche sich der Gegner nicht über herzlose Gastgeber beschweren, die keine Weihnachtsgeschenke verteilen. Dies habe der Jahn schließlich bereits vor viereinhalb Monaten im Hinspiel erledigt: „Unser Weihnachtsgeschenk haben wir damals schon abgegeben, es wird keine weitere geben.“

Es lief die 90. Minute in der Bielefelder Arena. Zum Saisonauftakt der 2. Liga hatten die Arminia und der SSV Jahn bis dahin ein schönes Fußball-Spiel gezeigt. Es gab Chancen hüben wie drüben und zwei tolle Tore. Mit dem 1:1 hätten beide Teams gut leben können und taten sich eigentlich auch nicht mehr groß weh. Doch dann wollte Marvin Knoll den Ball im eigenen Strafraum zu Torwart Philipp Pentke zurückköpfen, gab ihm aber nicht genug Schub mit. Bielefelds Andraz Sporar sagte Danke, sprintete mittenhinein und lupfte den Ball zum 2:1 ins Netz.

„Wahnsinns-Druck aufgebaut“

Beierlorzer sprach damals von einem „bitteren Ende“ des Spiels. So richtig wusste danach keiner vom Jahn, ob er sich über die eigentlich gute Leistung freuen oder über die unglückliche Niederlage ärgern sollte. Die Regensburger zogen auf jeden Fall ihre Lehren daraus, erinnert sich Beierlorzer. Es sei für die Mannschaft immens wichtig gewesen, zu erleben, was sportlicher Wettkampf in der 2. Liga bedeutet: „Wer damals mit dabei war, hat gemerkt, dass ein Wahnsinns-Druck von Arminia aufgebaut wurde.“ Ein Druck, mit dem der Jahn aber gut zurecht kam – wenn nur dieses Geschenk nicht gewesen wäre...

„Unser Weihnachtsgeschenk haben wir damals schon abgegeben, es wird keine weitere geben.“

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer

Viereinhalb Monate später treffen nun zwei Teams aufeinander, die beide gut da stehen. Bielefeld, das sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg rettete, spielt bislang eine äußerst souveräne Saison und hat sich im oberen Mittelfeld festgesetzt. Regensburg, das als heißer Abstiegskandidat galt, hat in der zuletzt zu Ende gegangenen Vorrunde fleißig Punkte gesammelt und sich ein Polster auf den Tabellenkeller erarbeitet.

Im Sommer völlig überraschend den Aufstieg geschafft, dann in der 2. Liga voll mitgehalten. Beierlorzer bilanziert zu Recht, dass es „ein sensationelles Jahr für den SSV Jahn Regensburg“ war. Es war aber auch eines, in dem die Mannschaft im Sommer im zweiten Jahr in Folge wegen der Relegation Überstunden leisten musste. Eine kurze Verschnaufpause sei deswegen nun wirklich nötig, findet der Coach. Gegen Bielefeld ein letztes Mal noch 90 Minuten Vollgas geben, „dann ist es aber mal gut“, sagt Beierlorzer. Jeder freue sich darauf, danach zwei Wochen mit Familie und Freunden kurz abzuschalten.

Verrückte Tabellensituation

Bei der verrückten Tabellensituation der 2. Liga kommt der Jahn aber nicht umhin, am Samstag noch einmal alles in die Waagschale zu werfen. 22 Punkte hat er in der Vorrunde geholt. Eine sehr gute Ausbeute für einen Aufsteiger. Da den vierten und den 15. Tabellenplatz aber nur mickrige vier Punkte trennen, müssen die Regensburger für alles gerüstet sein. Bei einem Sieg würden sie wohl auf einem einstelligen Platz überwintern und könnten sich diese überragende Zwischenbilanz als Gute-Laune-Macher an den Weihnachtsbaum hängen. Bei einer Niederlage würden die Abstiegsplätze dagegen wohl wieder unangenehm nah rücken.

Von außen verfolgen werden das letzte Spiel in diesem Jahr Andy Geipl, Oliver Hein und Joshua Mees, die verletzt sind. Ebenfalls fraglich ist der Einsatz von Marc Lais. Der musste schon am vergangenen Samstag gegen Bochum zur Halbzeit raus und hat immer noch Probleme mit dem Sprunggelenk. Falls er ausfällt, könnten etwa Jann George, Asger Sörensen oder Kevin Hoffmann seinen Platz im zentralen Mittelfeld einnehmen.

Bereits fix ist dagegen, dass es zwar für die Bielefelder kein Weihnachtsgeschenk geben soll, die Regensburger Spieler aber sehr wohl etwas für die freien Tage mitbekommen: einen Trainingsplan. Die Pause sei wichtig, sagt Beierlorzer, genauso wichtig sei es aber, dass sich jeder in Form halte. „Wir können es uns nicht erlauben, irgendwas an Leistungssubstanz zu verlieren.“

Die Weihnachtszeit genießen

Am 3. Januar ist dann Trainingsauftakt im neuen Jahr. Und ja, dazwischen wird die Weihnachtszeit genossen. Beierlorzer weist da mit Nachdruck darauf hin. Während des Fußballjahres, wenn es immer nur von einem Spiel zum nächste geht, sagt er, komme alles andere viel zu kurz. Da kriege man auch nicht mit, dass Weihnachten vor der Tür steht: „Aber das ist schon eine Zeit, auf die ich mich sehr freue.“

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