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Handball

Regensburg sucht noch nach seiner Linie

Bezirksoberliga: Nach dem Abstieg müssen sich die SG-Frauen mehr mühen als gedacht. Bei den Männern überzeugt Neutraubling.
Von Gerd Winkler, MZ

Kerstin Riedmüller spielt auf Links- und Rechtsaußen. Mit 29 Jahren gehört sie zu den Routiniers der SG Regensburg. Foto: Brüssel

Regensburg.Im ersten Heimspiel hatte es die Männer der SG Regensburg II mit dem Bezirksoberliga-Neuling HC Weiden zu tun: Der HC fuhr 26:25 (12:12) besiegt nach Hause. Nahezu in Bestbesetzung bekrittelte SG-Spielertrainer Michi Sigl, „dass wir uns da anders präsentieren müssen“. Erneut habe die Bewegung gefehlt: „Ohne dass wir vorher Druck auf die Abwehr ausüben, schließen wir früh ab.“ Anstatt den Ball laufenzulassen, verfielen die SG in Einzelaktionen. Weiden lebte von Halblinks Flierl (6 Feldtore) sowie dem Drittliga-erfahrenen Matthias Werner (5), der oft den Kreis anspielte.

Ohne Vier bzw. ohne etatmäßigen Halblinks kam der ESV 27 Regensburg gegen den HC Sulzbach II zum 36:31 (21:17)-Heimsieg. „Wir konnten unser Spiel durchbringen“, bilanzierte Bernie Goldbach: „Der Ball ist schnell gelaufen, jeder, vom Linksaußen bis zum Rechtsaußen, ist in die torgefährliche Zone gekommen“. Der ESV-Coach ergänzte: „Wir haben die Kreuzbewegung angesetzt und sind mit dem Schwung in die Zweikämpfe gekommen.“ Ausdrücklich lobte Goldbach die Schiedsrichter, das Chamer Duo zog die eingeschlagene Linie durch: „Man wusste, woran man ist.“

Heubeck zufrieden

Weiter ungeschlagen ist der TSV Neutraubling nach dem 25:22 (12:9)-Sieg in Herzogenaurach. Zunächst setzte TS-Linkshänder Schwandner (4 Feldtore) den Gästen zu. Erst mit einer kurzen Deckung (ab 15.), nach der Pause mit einer 5:1-Formation gelang es, die Kreise des Zweitliga-erfahrenen Halbrechts einzudämmen. Dafür konnte sich TS-Halblinks Jonas entfalten. „Damit kann ich leben, wenn der sieben Tore macht, die anderen aber nicht zum Zug kommen“, bilanzierte TSV-Coach Jürgen Heubeck. Nicht einmal in Front gelang der HSG Nabburg/Schwarzenfeld bei der HSG Erlangen/Niederlindach ein 26:26 (14:10). Nicht sauber ausgespielte Spielzüge mündeten oft in frühe Abschlüsse. Am eigenen Kreis gelang es zunächst, die Franken ins Zeitspiel zu bringen, doch mangels Konsequenz war der Abschluss nicht zu verhindern. Zudem landeten die Abpraller bei Erlangen. Nach der Pause ließ HSG-Übungsleiter Daniel Kessler nichts unversucht: „Wir haben die Außen kurz gedeckt, um dem Rückraum das Tempo zu nehmen.“ Jetzt gewann Erlangens des Öfteren bei Eins-gegen-Eins.

In der Frauen-BOL brachte die HG Amberg mit 22:19 (6:11) die Punkte bei Landesliga-Absteiger HC Forchheim mit nach Hause. Die Franken waren mangels Distanzwerferin permanent auf das Kreisanspiel aus. Nach der Pause kam Amberg wie verwandelt aus der Kabine. Nun mit Tempo im Positionsangriff gelang es, die deftig hinlangende HC-Defensive zu knacken. Im Rückraum kamen jetzt Nina Hagerer und Anja Hirschmann zum Wurf.

Ebenfalls nach der Halbzeit kam der FC Neunburg gegen die SG Rohr/Pavelsbach ins Rollen, so dass ein 20:19 (8:10)-Erfolg verbucht wurde. Vorher habe man übernervös agiert, befand Coach Georg Wittmann, nun sei das Trainierte umgesetzt worden: Hinten früher heraustreten, vorne Laufbereitschaft und viele Positionswechsel inklusive einlaufender Außen.

Naabtal tut sich im Derby schwer

Auch die SG Naabtal bog erst in der zweiten Hälfte auf die Siegerstraße beim 30:20 (14:14) bei Neuling SG Mintraching/Neutraubling II ein. Die dritte Umstellung (35.) des Abwehrsystems auf eine defensive 6:0-Formation griff. Fortan waren Mintrachings Kreis und die Außen aus dem Verkehr gezogen. Im Positionsangriff tat man sich lange schwer, weil beide etatmäßigen Rückraum Mitte fehlten. „Wir sind nicht in unsere Spielzüge gekommen, weil die Auslösehandlungen ungenau gespielt wurden“, berichtete Naabtals Übungsleiter Christian Deml. Auch, weil die einheimische Defensive sehr robust zu Werke ging.

Derweil kam LL-Absteiger SG Regensburg nicht über ein Heim-24:24 (13:13) gegen die HSG Pyrbaum/Seligenporten hinaus. „Das ganze Spiel war von falschen Entscheidungen geprägt“, kritisierte SG-Trainer Ben Heiligtag: „Entweder schließen wir zu schnell ab oder frei vor dem Tor spielen wir den Ball ab.“ Und der Rückraum habe krampfhaft versucht, den Kreis anzuspielen. „Wir haben in jeder Situation alles reingehauen, das war eine überragende kämpferische Leistung“, resümierte Gäste-Coach Peter Bartsch. Vorne „sind wir dahin gegangen, wo’s weh tut – wir sind in die Abwehrlücken rein“.

Eine „geschlossene Mannschaftsleistung“, so Übungsleiter Karl Söllner, sicherte der HSG Nabburg/Schwarzenfeld den 20:18 (13:10)-Sieg beim TV Erlangen-Bruck. Ohne etatmäßige Torfrau sowie mit dem stark Grippe geschwächten Rückraumduo Fleischmann/Söllner wurde die Partie in der 5:1-Abwehr gewonnen. „Wir haben gut zur Ballseite verschoben und den Gegner oft ins Zeitspiel gezwungen, meistens haben die über eine Minute gespielt“, lobte Söllner.

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