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Sport aus Regensburg
Dienstag, 21. November 2017 7

Breitensport

SSC Hanau gewinnt beim Landkreislauf

Die Hessen beweisen ihre Klasse und siegen mit einer Viertelstunde Vorsprung. Shrinivas gewinnt wieder bei den Ultraläufern.
Von Jürgen Scharf, MZ

Regensburg.Bei vier Stunden, elf Minuten und 39 Sekunden blieb die Uhr stehen – und die Zaungäste im Zielraum schauten durchaus verblüfft auf die Anzeigetafel beim Mittelbayerische-Landkreislauf. Mit dieser Top-Zeit hatten wenige gerechnet. Die Herren-Staffel des SSC Hanau-Rodenbach war am Samstag wie ein Wirbelwind durch die Etappen gefegt und am Ende eine Klasse für sich. „Ja, das lief ganz gut“, meinte Kidane Tewolde, Top- und Schlussläufer des SSC.

Dass sich der in der Nähe von Frankfurt am Main beheimatete Vereine beim Landkreislauf präsentierte, war dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass ihr Coach Regensburg als wunderbares Ausflugsziel bewertete. Derzeit beginne die Vorbereitung auf die Wintersaison, erzählte Tewolde. Zum Start habe der SSC für seine Läufer ein gemeinsames Wochenende angesetzt, um den Teamgeist zu stärken. Am Freitag gab es einen Grillabend und am Samstag wurde am Landkreislauf teilgenommen. Als ambitionierte Trainingseinheit quasi.

Beeindruckende Atmosphäre

So sehen Sieger aus: Der SSC Hanau nutzte den Landkreislauf als Vorbereitung für die Wintersaison. Foto: Matthes

Die Cracks des SSC, teilweise bereits mit deutschen Meistertiteln ausgezeichnet, ließen dann auch nichts anbrennen. Schon bei der zweiten Etappe hatte sich der SCC-Läufer abgesetzt. Bis zum Ende der 70 Kilometer liefen die Hanauer dann allein auf weiter Flur. Von der Atmosphäre waren diese übrigens schwer beeindruckt: „An der ganzen Strecke wurden wir angefeuert, im Ziel dann noch der Empfang durch die Cheerleader, das war schon toll“, sagte Tewolde. Total überrascht sei er gewesen, dass ihn kurz vor dem Zieleinlauf der Führungsradler gefragt habe, welche Musik im Ziel aufgelegt werden soll. „Das war wirklich eine tolle Idee.“ Er entschied sich spontan für den Klassiker der Pop-Gruppe Queen: „We Are The Champions“.

Petz auf Rang zwei

Der einen Freud, der anderen kleines Leid. Armin Petz vom Armin-Wolf-Laufteam, das auf dem zweiten Platz landete, erkannte die Klasse der Hanauer neidlos an. Dieses Jahr hatte seine Mannschaft, die beim Landkreislauf bislang schon dreimal Zweiter wurde, aber eigentlich auf den ersten Platz geschielt. „Wir hatten ein bisschen gehofft, dass das heuer klappen könnte, aber nach ganz vorn ging am Ende nichts“, sagte Petz. So hatte sein Team am Ende zwar eine knappe Viertelstunde Rückstand auf die Sieger, war andererseits aber ganz klar das Beste des restlichen Feldes.

Discounter 2 vorne

Eine tolle Leistung erbrachte auch die beste Frauenstaffel. Das Team Laufshirt Discounter 2 kam nach fünf Stunden und neun Minuten ins Ziel. Die Mannschaft, die zum Großteil mit Läuferinnen aus der Oberpfalz zusammengestellt wurde, hatte „viel Spaß“ auf der Strecke, wie die Regensburgerin Jasmin Stahl erzählte. Und aus dieser guten Stimmung resultierte die gute Platzierung. Bei ihrer Zeit lagen die Damen am Ende allerdings etwas über der eigenen Zielsetzung. „Wir hatten eine Prognose für reinen Asphaltbelag hochgerechnet“, sagte Stahl. Dass es dann teilweise auch etwa über Kiesbelag ging, habe ein paar Minuten gekostet.

Institution Shrinivas

Völlig ausgepumpt kam Vinodkumar Shrinivas im Zielraum an. Der Ultraläufer ist mittlerweile eine Institution beim Landkreislauf. Bereits zum fünften Mal gewann er am Samstag die Wertung der Einzelläufer die gesamte Strecke.

Fünf Stunden und 32 Minuten brauchte er für die 70 Kilometer. Damit lag etwas über seiner persönlichen

Zielsetzung. „Irgendwo“ zwischen 5:15 und 5:30 habe er landen wollen. Bis zu Kilometer 60 sei er auch optimal auf Kurs gewesen, habe dann aber Magenkrämpfe bekommen.

Harrers erster Auftritt

Nicht nur ganz gut, sondern in Anbetracht ihrer Verletzungsmisere in diesem Sommer sogar glänzend lief es bei der Regensburger Vorzeigeläuferin Corinna Harrer. Die Olympia-Teilnehmerin von 2012 absolvierte beim Landkreislauf ihren ersten öffentlichen Auftritt sei dreieinhalb Monaten. Natürlich nur als leichte Trainingseinheit, um zu sehen wie der Fuß reagiert. „Mein Physio ist sogar die ganze Etappe mitgelaufen, um gleich da zu sein, wenn etwas wäre.“ Sie verspürte aber keinerlei Schmerzen: „Da bin ich jetzt einfach nur glücklich drüber.“

Die Ergebnisse der einzelnen Läufer können Sie hier abrufen.

Mittelbayerische Landkreislauf 2015

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