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Sport aus Regensburg
Samstag, 29. April 2017 13° 2

Super-Atmosphäre, aber das Ende der Eisbären-Serie

Fatal-bittere 48 Sekunden mit drei Wolfsburger Toren zum Auftakt des Schlussdrittels kosten die Tabellenführung

Irgendwie brachte Wolfsburgs Schlussmann Chris Rogles (hier gegen Eisbär Brent Gauvreau/Mitte) immer die Hand an die Scheibe.Foto: Lex

Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

REGENSBURG. Irgendwie stand die Partie für die Eisbären vom EV Regensburg von Anfang an unter einem unglücklichen Stern. Nicht beim Blick in die Donau-Arena: 4582 Zuschauer füllten die Ränge wie noch nie bei einem Vergleich mit Wolfsburg. Ausgerechnet vor diesem „Super-Besuch“, wie ihn GmbH-Geschäftsführer Markus Schrör klassifizierte, aber weckte die Mannschaft von Trainer Erich Kühnhackl früh die Befürchtung, dass den fünf Drei-Punkte-Siegen kein sechster folgen wird. Spielfluss, Harmonie und Überzahlspiel ließen trotz allem Fleiß und reichlich Kampfgeist zu wünschen übrig, ein 2:5 (0:0, 1:1, 1:4) war das Resultat, für das vor allem fatal-bittere 48 Sekunden zu Beginn des Schlussabschnitts mit drei Gegentreffern ausschlaggebend waren.

„Mit der neuen Situation, als Tabellenführer vor so vielen Leuten zu spielen, hatten wir noch zu kämpfen“, murrte Kühnhackl. „Die Mannschaft ist doch nicht so gut, wie sie denkt. Sie muss noch viel lernen. Und Sie können sich darauf verlassen, dass sie noch viel lernen wird“, kündigte er an. Die Position des Spitzenreiters sind die Eisbären ja auch erstmal los: Sie wechselte nach Dresden.

Ein einseitiges erstes Drittel bekam die Kulisse präsentiert, die die Eisbären unabhängig vom Spielstand stetig feierte und Gäste-Coach Bob Leslie später zu Komplimenten trieb: „Das war eine Super-Atmosphäre.“ Die Gastgeber marschierten zwar ständig, aber eben nicht total zwingend in Richtung Tor der Wolfsburger, die in Verteidiger Alexander Genze und Stürmer Jan Zurek neben Kapitän Lars Brüggemann noch zwei weitere wichtige Leistungsträger ersetzen mussten. Das ergab den Effekt des Zusammenrückens, aber auch Qualitäts-Engpässe vor allem in der Defensive, die der überragende Kapitän und Dreifach-Torschütze Todd Simon wegen der Zwei-plus-zehn-Strafe für Justin Kurtz (9.) zu überbrücken half.

Dazu kam Stoiker Chris Rogles im Tor der Grizzly Adams: Der 36-jährige Liga-Superstar lieferte eine eindrucksvolle Kostprobe seines Könnens. Kühnhackl: „Ich hatte darauf hingewiesen, dass er in den vergangenen fünf Jahren pro Spiel nur zwei Tore im Schnitt zugelassen hat. Mich ärgert die Tatsache, dass die Mannschaft Markus Janka im Stich gelassen hat. Das macht sie nicht so oft.“

Auch der EVR-Goalie hielt nämlich tadellos: Simons Führungstor in den Winkel war nicht zu halten (26.). Es fiel in die längste strafenfreie Phase der Wolfsburger, die jetzt auch gefährlicher agierten und Kühnhackl zur Auszeit zwangen (31:27). Weil spielerisch nichts ging, versuchte es Regensburg mit der Brechstange. Erfolgreich: Denn Kapitän Martin Ancicka, zwischen den Spielen am Samstag 31 Jahre alt geworden, machte sich nach dem wichtigen Tor vom Freitag beim 2:0 in Freiburg, noch ein sonntägliches Geschenk, in dem er Rogles leicht abgefälscht doch überwand (39.). Die zweite 5:3-Situation, die erste hatte der EVR kurz zuvor noch verstreichen lassen. Heraufbeschworen hatte sie das provokant langsame Wechseln, das Schiedsrichter Franz-Josef Trainer ausgerechnet in Wolfsburger Unterzahl und erst in der 37. Minute erstmals als Spielverzögerung ahndete. Nicht der einzige Grund, warum die Gäste mit dem Referee haderten. Sie verfassten sogar eine Zusatzmeldung. Grund: Erich Kühnhackl hätte Trainer unerlaubterweise in der zweiten Drittelpause in die Schiedsrichter-Kabine begleitet.

Zu Beginn des Schluss-Abschnitts folgte, was Kühnhackl so sauer machte: Simon, Boris Lingemann und Mark Kosick standen bei ihren Torerfolgen in besagten 48 Sekunden völlig frei vor Janka – fertig war die erste Niederlage, ausgerechnet im ersten Spiel, in dem der EVR über 60 Minuten alle sechs Ausländer und damit Bestbesetzung aufbieten konnte. „Für mich ist das sekundär“, sagte Kühnhackl. Fürs Spiel war’s das angesichts der sichtlich nicht fitten Chris Lipsett und Brent Gauvreau auch.

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