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Sport aus Regensburg
Sonntag, 24. Juli 2016 30° 8

Leichtathletik

Besonderes Rennen für Corinna Harrer

Erst will die Läuferin nach Russland und China und 2016 dann zu Olympia. Regensburg könnte ein Meilenstein auf dem Weg sein.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Trainer Kurt Ring mit seiner Top-Athletin Corinna Harrer Foto: Brüssel

Regensburg.Zuletzt im Ziel von Dessau mussten Corinna Harrer und Maren Kock lachen, obwohl es nicht lustig war. „Wir kommen ja aus unterschiedlichen Richtungen: Aber unsere beiden Varianten waren bescheiden.“ Harrer/Kock hatten es in Sachsen-Anhalt verbockt: 2:05er Zeiten über 800 Meter – das Vorzeige-Duo der LG Telis Finanz hatte mehr gewollt. „Das war nicht das, was es hätte sein sollen“, sagt Harrer. „Ich verstehe es, wenn manch einer sagt: Jetzt geht das bei der schon wieder so los.“

Die 24-jährige Mittelstrecklerin hatte scheinbar wie von selbst vor drei Jahren den Sprung zur EM in Helsinki und den Olympischen Spielen in London geschafft. Es blieben die bislang einzigen Teilnahmen an großen Meisterschaften. Danach ging erst einmal nichts mehr: Eine Salmonellen-Vergiftung und eine Fußverletzung verhinderten in den beiden Folgejahren alle Ambitionen auf die WM in Moskau und die EM in Zürich.

Wer hilft am Samstag?

Jetzt peilt Corinna Harrer (wie auch Maren Kock) Peking an – über 1500 Meter und mit der dafür nötige Norm-Zeit von 4:06 Minuten. „Ich traue mir das zu“, sagt Harrer. „Im Training habe ich das definitiv drauf“, sagt sie für das Rennen am Samstag ab 19 Uhr. Die Tschechin Tereza Capkova, U-23-Europameisterin Amela Terzic, die Österreicherin Jennifer Wenth oder die ehemalige deutsche 1500-Meter-Meisterin Denise Krebs könnten unterstützen. Ob sie das tun? „Vielleicht müssen wir uns gegenseitig helfen“, sagt Harrer mit Blick auf Teamkameradin Kock.

Als allererstes zählt die Team-Europameisterschaft: Mit den 4:11,37 Minuten vom Rolf-Watter-Meeting Mitte Mai führt die Regensburgerin immer noch die nationale Bestenliste an – und die Besten jeder Disziplin erhalten nach Regensburg das Ticket für das russische Tscheboksary am 20./21. Juni. „Den Platz möchte ich erst einmal behaupten“, sagt Harrer. Schon am Mittwoch startet sie in Huelva in Spanien beim nächsten Rennen.

Erst einmal über 1500 Meter

Erst einmal aber freut sich Corinna Harrer auf Regensburg. „So ein Heimrennen ist das Schönste, was es gibt“, sagt die Läuferin. „Das Lustige ist, dass ich bei der Gala erst einmal die 1500 Meter gelaufen bin und sonst immer 800. Selbst im Trainingsplan standen wieder die 800, weil Kurt vergessen hat, das zu überschreiben.“

Die Regensburgerin ist bei der Gala in einer besonderen Situation: „Ich arbeite ja auch noch bei der Sparkasse“, sagt sie. Und natürlich werden die Kollegen von ihrer Filiale am Neupfarrplatz die LG-Läuferin besonders unterstützen – auch wenn Harrers Sparkassen-Ausbildung Ende Juni erst einmal endet. Danach wird sie als Profi versuchen, die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro in Angriff zu nehmen. Zuletzt fraß die Büffelei für die Abschlussprüfung durchaus Zeit und Energie. „Vielleicht ist das dann ja schon meine letzte Gelegenheit. Man weiß ja nicht, was bis 2020 alles ist.“

Regensburg könnte also ein Meilenstein werden. Harrers Trainer Kurt Ring will die Normen-Hatz nicht überbewertet sehen: „Mir würde gefallen, wenn nicht jedes Wort die Norm wäre. Leichtathletik ist schön, wenn der Sieg ausgelaufen, ausgeworfen und ausgesprungen wird. Leichtathletik ist nicht schön, wenn die Leute verkrampfen.“

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