mz_logo

Sport aus Regensburg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 4

Rassismus

Burglengenfelder Fans beleidigen Trainer

Deggendorfs Trainer Barbaros Yalcin wird beim Auswärtsspiel in Burglengenfeld rassistisch angefeindet. Der Bayerische Fußballverband will ermitteln.
von philipp zimmermann, mz

Deggendorfs Trainer Barbaros Yalcin musste sich in Burglengenfeld übel beschimpfen lassen. Foto: Brüssel

Burglengenfeld. Sportlich läuft es beim ASV Burglengenfeld momentan rund, nun sorgt der Verein aber dennoch für Negativschlagzeilen. Laut einem Bericht des Internetportals „heimatsport.de“ wurde Barbaros Yalcin, der Trainer der SpVgg Deggendorf, beim Fußball-Landesligaspiel am Sonntag von Burglengenfelder Zuschauern rassistisch angefeindet. Das Wort „Türkensau“ und weitere Beleidigungen seien gefallen.

Der Gästetrainer selbst äußerte sich am Montag zwar zu den Geschehnissen, wollte aber nicht wiederholen, was ihm im Detail zugerufen wurde. „Ich möchte das Ganze kleinhalten und solchen Menschen nicht unbedingt Beachtung schenken“, sagte Yalcin. Dass es aber massive Beleidigungen gab, bestätigte er: „So etwas passiert leider immer mal wieder, aber in dieser Art habe ich das noch nie erlebt.“ Matthias Bösl, der Coach des ASV, hatte Yalcin bereits am Montagmorgen angerufen und sich entschuldigt. „Für ihn tut es mir leid. Burglengenfeld ist eigentlich ein symphatischer Verein und hat jetzt wegen ein paar Idioten diesen Ärger. Von meiner Seite aus wird es deswegen kein böses Blut geben“, sagte der Deggendorfer.

Als eine „ganz unangenehme Geschichte“ bezeichnete Burglengenfelds Trainer die Vorfälle. „Mannschaft und Trainerteam können sich nur in aller Deutlichkeit von jeglicher Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit distanzieren. Es ist sehr schade, dass der ganze Verein durch so etwas in Mitleidenschaft gezogen wird“, so Bösl. Es sei nun Aufgabe des Vereins, die verantwortlichen Zuschauer ausfindig zu machen: „Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, werden wir den Betroffenen nahelegen, die Heimspiele des ASV nicht mehr zu besuchen.“

Bezirksspielleiter Thomas Graml gab gegenüber der MZ an, dass ihn bis jetzt keine offiziellen Informationen erreicht hätten. Sollte der Schiedsrichter eine Meldung verfassen, werde man das Ganze über das Sportgericht nachverfolgen und gegebenenfalls auch sanktionieren. Deutlicher wurde dagegen BFV-Pressesprecher Thomas Müther. Zwar habe sich Degggendorf noch nicht gemeldet, natürlich habe man aber die Berichterstattung mitbekommen. „Wir werden aber selbst aktiv werden, da gibt es bei uns keinerlei Akzeptanz. Wir müssen natürlich mit aller Vorsicht recherchieren, werden aber das Gespräch mit beiden Vereinen suchen. Über so etwas sehen wir nicht hinweg.“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht