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Sport aus Regensburg
Montag, 26. September 2016 23° 2

LEICHTATHLETIK

Eine Gala, für die die Ideen nie ausgehen

Am Samstag kommen Gäste aus aller Welt – und der Veranstalter investiert am liebsten in die Rahmenbedingungen.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Zur Präsentation der Sparkassen-Gala rahmen die Telis-Läufer Philipp Pflieger und Corinna Harrer die Organisatoren Otto Prinzing (2. v. l.) und Kurt Ring (2. v. r.) mit dem Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Franz-Xaver Lindl ein. Foto: cw

REGENSBURG. Diesmal sind es 25 Nationen, aus denen die 1000 Teilnehmer kommen. Die Sparkassen-Gala, die bundesweit nur noch vom Istaf in Berlin übertroffen wird, lockt am Samstag die Leichtathletik-Welt ins Stadion an der Universität. Um 9.30 Uhr startet das Vorprogramm, ab 16 Uhr beginnt der Hauptteil der Top-Veranstaltung, die 2006 als Ausscheidung für den damaligen Europacup den Anfang in einer neuen Dimension nahm.

Auch international bekommt man Wind von den Bedingungen, die die LG Telis Finanz zum sechsten Mal bietet. „Israelis mit russischem Namen stehen in der Startliste, Starter aus Namibia oder Vietnam, die von der Sporthochschule in Köln kommen, und viele Skandinavier. Und Österreich kann man am Samstag ausplündern: Die sind alle in Regensburg“, sagt Meeting-Direktor Kurt Ring. „Dafür habe ich heuer bislang keine Australier, Neuseeländer oder Chinesen gesehen.“

Ring ist der Vater der Veranstaltung: Der 62-Jährige ist Kopf der Organisation und Vorstand, Trainer, Ideengeber und gestaltender Visionär in einem für die Sparkassen-Gala, die ihren Schub erfuhr, weil sich 2006 im Schatten der Fußball-WM in Deutschland niemand traute, die Europacup-Qualifikation durchzuführen.

Ring und Co. probieren immer wieder und gerne aus: Mit Kugelstoßen oder Dreisprung etwa klappte es in der Vergangenheit nicht so, diesmal fehlt der Stabhochsprung der Männer. „Das muss ja nicht so bleiben, aber der ist in der Abwärtslinie. Das ist Ringsche Politik. Die Höhen kamen doch eh meist von den Frauen“, sagt Kurt Ring.

Antrittsgelder zahlen sie bei der LG Telis Finanz nur, wo sie müssen. Hürdensprinterin Carolin Nytra, die ihren Aufstieg einst auch in Regensburg begann und inzwischen in der Weltklasse daheim ist, wäre so eine Athletin gewesen. „Für sie hätten wir tief in die Tasche gelangt“, sagt Ring. Hilft aber nichts: „Sie ist in den USA.“ Und dass Sprint-Europameisterin und Dauergast Verena Sailer anders als in den vergangenen Jahren fehlt, hat einzig einen Hintergrund: Sie ist verletzt.

Freilich hat der Gastgeber inzwischen genügend Eigengewächse, die kräftig mitmischen. Weitspringerin Michelle Weitzel ist eine davon: In Weinheim bewies sie am Samstag als Dritte mit 6,64 Meter ihre Klasse und bestätigte sie mit 6,53 Metern bei den deutschen Hochschulmeisterschaften.

Investiert wird am liebsten in Rahmenbedingungen. Den genauen Etat („Ein sehr guter fünfstelliger Betrag“) mag – natürlich – wieder einmal niemand nennen, nur die Kosten für die Technik: „Die kostet 30000 Euro“, sagt Ring. Per Livestream ist das Meeting im Internet zu verfolgen, eine zweite Videoleinwand macht es heuer möglich, auch im Biergarten beim Essen und Trinken das Geschehen zu verfolgen, ein Zeitlupen-Kamera ist im Einsatz. „Die Athleten erkennen inzwischen auch, dass sie bei uns anders zur Geltung kommen“, sagt Ring.

Die Sprinter lieben Regensburg von jeher: Bahn und Windverhältnisse sorgen für Topzeiten. Und mit der Laufnacht, die ab 19.30 Uhr den Läufern Top-Bedingungen bringen soll, steht ein neues Projekt an, das Schritt für Schritt Früchte tragen soll. Einen Wettbewerb wie die European Challenge würde Ring gerne als „Verschönerung“ sehen, für eine deutsche 10000-Meter-Meisterschaft hat man sich beworben. Das zeigt: Für die Gala gehen die Ideen nicht aus.

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