mz_logo

Sport aus Regensburg
Montag, 11. Dezember 2017 11

Eishockey

Eisbären ringen mit dem Schlendrian

In den Duellen mit Landshut und Miesbach geht’s für die Regensburger darum, die Linie auch mal über 60 Minuten durchzuhalten.
Von Heinz Gläser, MZ

Gegen Landshut wahrscheinlich wieder von Beginn an im Eisbären-Tor: Peter Holmgren Foto: Nickl

Regensburg.Im Bus nach Waldkraiburg oder spätestens auf der Rückfahrt bahnte sich das Unheil an. Jedenfalls haben die Regensburger Eisbären den Trip nach Oberbayern als wahrscheinlichen Infektionsherd identifiziert. Anschließend laborierten einige aus dem Eisbären-Tross an Symptomen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit – zuvorderst Cheftrainer Beppi Heiß, den es zwei Tage grippal aufs Krankenlager warf. Assistent Chris Heid leitete vorübergehend das Training des Eishockey-Oberligisten. „Es war auch eine Vorsichtsmaßnahme. Ich wollte ja keinen anstecken“, berichtet Heiß.

Gestern war der 54-Jährige wieder soweit auf dem Damm, dass er mal draußen frische Luft schnappen konnte. Und an diesem Freitag (20 Uhr) wird Beppi Heiß beim Heimspiel gegen den EV Landshut wie gewohnt in der Donau-Arena an der Bande stehen.

Komplett verschont

Während das fiese Virus im Trainer- und Betreuerstab grassiert, hat es die Mannschaft bislang komplett verschont. Heiß hat vor dem Derby gegen Landshut alle Mann an Bord – mit Ausnahme von Jakub Felsoci, der bereits seit Mittwoch beim Kooperationspartner EHC Bayreuth trainiert und auf einen DEL2-Einsatz heute im Spiel bei den Bietigheim Steelers hofft.

Landshut ist mit erst einem Sieg aus den ersten vier Spielen schlechter als erwartet aus den Startlöchern gekommen, der Gegner am Sonntag (18 Uhr), der TEV Miesbach, ziert derweil mit null Zählern das Tabellenende. Also alles klar für ein Sechs-Punkte-Wochenende der Eisbären? Beppi Heiß winkt ganz entschieden ab. Wenn der bisherige Saisonverlauf die Regensburger schon etwas gelehrt habe, dann dies: „Unterschätzen geht gar nicht!“

Die Niederbayern seien ungeachtet ihres holprigen Auftakts „immer ein schwerer Gegner“, wie sich auch beim 3:1-Sieg in Landshut am ersten Spieltag erwiesen habe. Miesbach wiederum zeigte in der Donau-Arena Steherqualitäten, ließ sich von einem klaren Rückstand nicht beeindrucken und kämpfte sich im letzten Drittel noch auf ein achtbares 4:7 heran. Außerdem hätten die Schützlinge von TEV-Coach Markus Wieland trotz der Niederlagen spielerisch meist überzeugt.

„Wir müssen unsere Linie beibehalten und das Tempo hochhalten. Und wir dürfen in keiner Phase überheblich werden“, fordert Beppi Heiß von seiner Mannschaft. Passiere dies, dann „schießen wir uns selbst ins Knie“.

Hier finden Sie alle Eisbären-Termine in unserem interaktiven Spielplan.

Das kann schmerzhaft sein. Beispiel Waldkraiburg am vergangenen Sonntag: Es bedurfte eines lauten Weckrufs der Löwen und eines 1:3-Rückstands nach dem ersten Drittel, ehe die Eisbären ihren Schlendrian in der Kabine ließen und letztlich noch souverän mit 7:3 siegten. 40 gute Minuten, 20 schlechte: So ähnlich hatte sich die Leistungskurve schon im Heimspiel gegen Miesbach dargestellt, nur dass sie seinerzeit stark abfiel, während sie in Waldkraiburg anstieg.

Beppi Heiß legt bei der Analyse der Partie in Waldkraiburg den Finger in die Wunde. „Wir waren im ersten Drittel zu locker. Wir waren zwar am Mann, aber nicht konsequent genug.“ Leidtragender der laxen Einstellung war im Tor Jakub Urbisch, den Peter Holmgren nach 20 Minuten ablöste. „Kein Vorwurf an Jakub. Wenn die Vorderleute ihre Gegenspieler nicht mal beim dritten Nachschuss weghalten, ist das nicht seine Schuld. Er bekommt sicher wieder seine Chance“, nimmt Heiß den Deutsch-Tschechen in Schutz. Auch wenn sich der Trainer am Donnerstag in Bezug auf die Torwartposition noch nicht festlegen wollte, spricht vieles dafür, dass der routinierte Holmgren gegen Landshut den Vorzug erhalten dürfte.

Die Abwesenheit von Jakub Felsoci am Freitag will Heiß kompensieren, indem er bei Bedarf eine Defensivkraft in die vierte Reihe zu David Felsoci und Felix Schwarz beordert. „Wir haben genügend Verteidiger, die auch offensiv spielen können“, sagt Heiß. An seiner Marschroute mit vier Reihen will er prinzipiell festhalten, ohne diese zum Dogma zu erheben; „Natürlich muss ich als Trainer reagieren können, falls es notwendig wird. In Waldkraiburg haben wir mit vier Reihen begonnen und dann nach dem ersten Drittel auf drei Reihen umgestellt.“

Bescheidene Erfolgsquote

Die Statistik wirft vor dem Duell mit dem EVL eine Zahl aus, die eindeutig für die Niederbayern spricht. In Überzahlsituationen weist sie für die Regensburger Eisbären bislang eine bescheidene Erfolgsquote von 19,1 Prozent aus, während Landshut mit 44,4 Prozent in dieser Disziplin nur vom Deggendorfer SC übertroffen wird. Bahnt sich da eventuell eine Powerplay-Schwäche an? Für Heiß ist es viel zu früh für solche Betrachtungen. „Es muss nicht vom ersten Spieltag an alles perfekt sein“, wiederholt er sein Credo und zieht die Landshuter Zahl als Vergleichswert heran: „Trotz ihrer guten Überzahlquote haben sie drei Spiele verloren.“ Ergo: „Das bereitet mir überhaupt kein Kopfzerbrechen.“

Ähnlich verhält es sich mit der Zahl null in der Spalte Tore, die nach vier Spielen für Nikola Gajovsky aufscheint. „Er trifft den Pfosten, er trifft die Stange. Irgendwann gehen die Dinger auch rein“, sagt Heiß.

Der Oberliga-Spielplan sorgt derzeit für ein schnelles Wiedersehen nach dem anderen. Gerade mal zwei Wochen nach dem Auftakt steht für die Eisbären schon das jeweils zweite Aufeinandertreffen mit Landshut und Miesbach auf dem Programm. „Wir nehmen es, wie’s kommt“, sagt Heiß. „Man kennt die Gegner, für die Spieler gibt es keine Ausreden.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Das gilt umgekehrt bei unseren Gegnern natürlich auch.“

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

Eisbären-Notizen

  • Vater-Sohn-Duell:

    Zwei Wochen nach dem Saisonstart in Landshut kommt es zum zweiten Wiedersehen. Silvan Heiß, der 20 Jahre alte Sohn von Eisbären-Coach Beppi Heiß, gibt als EVL-Verteidiger in der Donau-Arena seine Visitenkarte ab, Der Kontakt zum Filius sei wie gewohnt, berichtet Beppi Heiß: „Wir haben ganz normal miteinander telefoniert.“

  • Kids-Day:

    Im Heimspiel am 29. Oktober sollen die „kleinen Eisbären“ im Mittelpunkt stehen. Spielbeginn gegen den EC Peiting ist bereits um 16 Uhr. Die Eisbären planen ein Programm mit Attraktionen für Kinder. Bei einem Malwettbewerb im Vorfeld gibt es Freikarten zu gewinnen. Nähere Informationen auf der Eisbären-Homepage.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht