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Sport aus Regensburg
Freitag, 24. März 2017 15° 3

Ex-Sprintstar Frankie Fredericks hilft deutschen Sprintern

Sprint-Legende Frankie Fredericks (rechts) ehrte Schwabenpfeil Tobias Unger. Nachwuchshoffnung Christian Blum (Mitte) gefiel das Bild.

Regensburg hatte seinen Superstar. Doch Frankie Fredericks wollte im Hintergrund bleiben, fühlte sich sichtlich unwohl, als ihn nach der 200-Meter-Siegerehrung für Tobias Unger, Alexander Kosenkow und Christian Blum plötzlich eine kleine Journalistenschar umringte. Ende März war der 39-jährige Ex-Sprinter, der als bisher einziger Namibier derlei Medaillen sammelte, als Sprint-Berater des Deutschen Leichtathletik-Verbandes vorgestellt worden, Regensburg war einer der wenigen öffentlichen Auftritte.

„Ich arbeite sehr individuell mit den Athleten, wenn sie etwas brauchen“, sagt Fredericks und verweist ansonsten auf Manager Klaus Jakobs und die Trainer. Der 200-Meter-Weltmeister von Stuttgart 1993 ist der lebende Beweis, dass Beharrlichkeit und Glaube an sich selbst ans Ziel führen. „Wenn ich mein Wissen nicht weitergebe, ist es ja weg.“ Fredericks weiß genau, wovon er spricht: Er gewann bei WM und Olympia sieben Mal Silber und einmal Gold, lief die 100 Meter 27 Mal unter 10, die 200 Meter 25 Mal unter 20 Sekunden.

Zu Deutschland hat der Mann aus Windhoek eine „spezielle Verbindung“, wie er sagt: Sieben Jahre lang coachte ihn der Deutsche Willi Gernemann, zudem ist Fredericks mit Jessica, der Schwester von 800-Meter-Läufer Nico Motchebon, verheiratet. Vom hiesigen Nachwuchs ist er überzeugt: „Beeindruckt“ zeigte er sich etwa von Christian Blum. „Ich habe ihn hier das erste Mal gesehen.“ Und Fredericks peilt auch hohe Ziele an: In der Staffel spricht er ohne Scheu vom 25 Jahre alten DDR-Rekord von 38,29 Sekunden, bei Einzelstarts soll’s mehr sein, als sich nur zu qualifizieren. „Wir brauchen nur einen, der dabei ist, der zieht die anderen dann mit“, sagte er in Regensburg mit Blick auf die aktuelle WM-Qualifikation.

Christian Blum etwa war mit seinen 100 Metern nicht zufrieden, nicht nur des Gegenwinds wegen. Zwischen 50 und 100 Metern lief es nämlich nicht wie gewohnt. „Ich wollte mit aller Gewalt als Erster durchs Ziel, das war falsch, daraus lernt man“, sagte er mit Selbstkritik, drückte dafür später seine 200-Meter-Bestzeit auf 21,85.

Das wiederum brachte Schwabenpfeil zur Aussage, „was er über 200 kann, kann ich über 100 Meter auch“, wollte das aber nicht falsch verstanden wissen. Den Schwerpunkt setzt Unger auf den längeren Sprint, wo er nach den zumindest europäisch sehr guten 20,48 zunächst im Europacup „etwas gutmachen“ will. Dass er im Vorjahr angeschlagen in Malaga hintere Ränge belegte, wurmt ihn. „Ich will in München unter die ersten Drei. Wenn ich ihn 20,30 Vierter werde, kann ich aber auch nix machen.“

Regensburg empfand Tobias Unger, der nach einer Achillessehnenoperation lange pausieren musste, als Beseitigung der letzten Unsicherheit. „Ein Jahr lang hat mir die Fröhlichkeit gefehlt, jetzt bin ich wieder da“, sagte er. „Und es ist noch Luft nach oben, vor allem auf den ersten 100 Metern.“

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