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Sport aus Regensburg
Samstag, 1. Oktober 2016 24° 3

Leichtathletik

Florian Orths Taktik geht doppelt auf

Der Regensburger Läufer gewinnt auf zwei Strecken souverän. Seine Freundin Maren Kock ist die Dominatorin über 1500 Meter.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Alles perfekt gelaufen in Leipzig: Florian Orths Wagnis, über 3000 und 1500 Meter anzutreten, wurde mit zwei Titeln belohnt. Foto: Kiefner

Leipzig.Es sah leicht und locker aus, fast wie selbstverständlich: In souveräner Manier haben Maren Kock und Florian Orth von der LG Telis Finanz Regensburg der Oberpfälzer Leichtathletik drei Titel bei der deutschen Hallen-Meisterschaft der Leichtathleten in Leipzig beschert. Der 26-Jährige absolvierte in Leipzig einen goldenen Doppelstart, gewann erst am Samstag über 3000 Meter (8:07,39 Minuten) und tags darauf über 1500 Meter (3:51,20). Seine Lebensgefährtin Maren Kock entwickelt sich derweil zur Dominatorin: In Leipzig verteidigte sie ihren 1500-Meter-Titel und feierte damit nach drei Freilufttiteln den fünften Sieg in Folge über diese Strecke.

„Das sind ja inzwischen routinierte Leute“, sagte ein mit der Ausbeute von vier Medaillen und einem vierten Platz hochzufriedener Telis-Teamchef Kurt Ring. „Im Indianerrat“ mit Orths Heimtrainer hatte man zu dritt entschieden, den Doppelstart tatsächlich zu wagen. „Wir haben uns gedacht: Was kann schon passieren? Und zudem war der Vorlauf über 1500 Meter dann ja wie maßgeschneidert.“

Dreimal ging der Plan perfekt auf

Florian Orth selbst sah es als überzeugter Hallenläufer als „schönen Aufgalopp in eine Saison mit EM und Olympia“. Und schon nächste Woche beginnt mit der deutschen Cross-Meisterschaft im nordrhein-westfälischen Herten für Orth, Kock, aber auch die zuletzt beim Halbmarathon in Barcelona mit der EM-Norm so sehr überraschenden Anja Schneider-Scherl und Franziska Reng. Ganz nebenbei schaffte Orth in Abwesenheit der Titelverteidiger Homiyu Tesfaye (1500 Meter) und Richard Ringer (3000 Meter) mit der Doppelmeisterschaft ein Kunststück, das zuletzt nur Tesfaye und davor Dieter Baumann gelungen war.

Es waren zwei Musterrennen. Über 3000 Meter zog Orth mit einem steten Steigerungslauf dem ärgsten Konkurrenten Timo Benitz den Zahn. „Ich musste ihn auf Distanz und habe zwischendrin mal gedacht, dass es nicht reicht.“ Nach dem Rennen sorgte eine Dopingprobe von Blut und Urin bei Orth für Verzögerung. „Die ideale Nachbereitung war das nicht.“ Trotzdem reichte eine Tempoverschärfung zur rechten Zeit auch über 1500 Meter nach „sehr, sehr bummeligem Start“, um eine Lücke von 15 Meter zu reißen. „Und die hat, wenn am Ende auch knapp, gereicht“, sagt Orth. Orths Freundin Maren Kock löste ihre Aufgabe genauso souverän, verschärfte eingangs der letzten Runde und zog in 4:36,59 Minuten ungefährdet davon. Fast wäre es sogar ein Regensburger Doppelsieg geworden. Thea Heim, die angesichts der Konkurrenz statt über 3000 doch über 1500 Meter startete, verteidigte nach längerer Verletzungspause in 4:37,69 ihren dritten Platz aus dem Vorjahr. „Ich wusste nicht, wo ich stehe“, sagte Heim. „Hinten raus hat ein bissl die Tempohärte gefehlt.“

Zwei zahlen noch Lehrgeld

Nur über 800 Meter klappte es nicht wie erwünscht. „Beide sind ja noch neu in der deutschen Spitze“, sagt Kurt Ring über die Vierte Stella Kubasch und Benedikt Huber, dem im Vorlauf ein Zehntel zum Finale fehlte. „Er ist taktisch ein bissl unklug gelaufen und mit seinem langen Schritt nicht unbedingt ein Mann für die Halle.“

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