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Sport aus Regensburg
Samstag, 23. Mai 2015 19° 4

3. Liga

Für Florian Hörnig gibt es keinen Bonus

Ex-Regensburger kommt wie Carsten Sträßer am Samstag mit Aufsteiger Chemnitz zum Aufstiegsduell ins Jahn-Stadion zurück.
Von Jens Wohlgemuth

Der Chemnitzer Florian Hörnig (r.) würde seinem Ex-Verein aus Regensburg (l. Mahmut Temür im Hinspiel) liebend gerne ein Bein stellen. Die Frage ist allerdings, ob er am Samstag spielen darf. Foto: Eibner

CHEMNITZ. Florian Hörnig nahm gestern mit einer leicht lädierten Lippe im Trainingsareal des Chemnitzer FC vor den Journalisten Platz. Vor der Rückkehr zum ehemaligen Arbeitgeber Jahn Regensburg am Samstag (14Uhr) hatte sich der Defensivspezialist im Training die kleine Verletzung zugezogen. „Das zeugt davon, dass es zur Sache geht“, sagte Trainer Gerd Schädlich schmunzelnd.

Dass es auf dem Platz im Punktspiel viel öfter richtig zur Sache geht, wäre dem 1,92-m-Hünen in den vergangenen Wochen sicher lieber gewesen. Denn mit der sensationellen Entwicklung des CFC vom potenziellen Abstiegskandidaten zum ernsten Aufstiegsaspiranten hatte der 25-Jährige nicht so viel am Hut, wie er sich gewünscht hätte. Meist saß Hering nämlich auf der harten Ersatzbank, als die Kollegen 16-mal in Folge ohne Niederlage blieben. Seit der Winterpause kam er zu drei Kurzeinsätzen. „Ich war in der Vorbereitung anderthalb Wochen krank, beim Start noch nicht bei 100 Prozent. Und bei dieser grandiosen Rückrunde gibt es keinen Grund zu wechseln“, beschreibt der gebürtige Münchner seine persönliche Situation: „Das ist natürlich Pech für mich.“

Doch ausgerechnet in Regensburg könnte das Glück zurückkehren. Weil Fabian Stenzel (Gelb-Rot) gesperrt ist, ist Kapitän Carsten Sträßer auf dessen Position als rechter Verteidiger eine Option. Dadurch würde ein Platz im defensiven Mittelfeld frei, um den allerdings neben Hörnig auch Matthias Peßolat und Marcel Wilke buhlen. Möglich ist auch eine Variante mit Wilke in der Viererabwehrkette.

Schafft es Gerd Schädlich wieder?

Trainer Gerd Schädlich ließ sich gestern noch nicht in die Karten schauen, deutete aber an, dass Hörnig gegen seinen Ex-Klub keinen Bonus genießt: „Ich will die Trainingseindrücke noch abwarten. Es gibt jedoch nichts zu verschenken, es steht zu viel auf dem Spiel“, erklärte Schädlich. Der Fußball-Lehrer hatte 1994 (FSV Zwickau) und 2003 (Erzgebirge Aue) bereits zwei Traditionsklubs aus Sachsen in die 2. Liga geführt und will dieses Kunststück weitere neun Jahre später nun auch mit dem CFC vollziehen.

Und mit Jahn Regensburg könnte sich das sportliche Schicksal für Chemnitz in dieser Saison verknüpfen. In der Hinrunde gipfelte Mitte November eine Schwächeperiode des Clubs in der 0:3-Heimniederlage gegen den Jahn. Danach wurde Linksverteidiger René Trehkopf in die zweite Mannschaft verbannt und intern Tacheles geredet. Kapitän Sträßer sieht die Partie damals als Wendepunkt im Saisonverlauf. Erst vorige Woche riss die Rekordserie beim 1:3 in Bielefeld. Dazu kamen zuletzt zwei Heim-Remis gegen Darmstadt und Wehen.

Abwehrchef Toni Wachsmuth glaubt aber nicht an einen Einbruch, sieht sein Team als Neuling im Endspurt sogar psychologisch im Vorteil: „Wir haben von allen Aufstiegskandidaten die günstigste Ausgangslage, weil wir als Aufsteiger den wenigsten Druck haben. Wir geben uns aber mit dem Erreichten nicht zufrieden und haben ein klares Ziel vor Augen“, meint Wachsmuth, der mit Jena und Paderborn in die 2. Liga aufgestiegen ist. Der 25-Jährige gehört neben Keeper Philipp Pentke, dem schnellen Standardspezialisten Ronny Garbuschewski (8 Tore, 18 Vorlagen) und Torjäger Anton Fink (10 Treffer) zu den Leistungsträgern der Himmelblauen.

„Die Endspiele, die ich liebe“

Auch Sträßer lässt nicht erkennen, dass seine Elf auf der Zielgeraden die Angst vorm Aufsteigen befällt: „Wir haben gegen Regensburg aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen. Das sind die Endspiele, die ich liebe und für die ein Fußballer lebt“, sagt der 31-Jährige, der die gestiegene Erwartungshaltung im Umfeld der besten Rückrunden-Mannschaft der 3. Liga nicht überbewerten will: „Wir können unsere Saison nur noch krönen. Die anderen müssen, wir wollen aufsteigen“ erklärt Sträßer und ist überzeugt: „Wenn wir unsere Leistung abrufen und die Nerven behalten, können wir in Regensburg gewinnen.“

Dann wäre man dem Aufstiegsziel ein Stück näher und die Euphorie würde sicher bei den Anhängern des DDR-Meisters von 1967 noch steigen. Bis gestern Abend waren rund 1500 Tickets für die Partie in Regensburg an die CFC-Fans über den Ladentisch gegangen. Mit 2000 eigenen Anhängern rechnet der CFC, neun Fan-Busse sind vorgesehen. Und als Zweitligist wäre es für den CFC sicher auch einfacher, den von der Stadt Chemnitz für rund 23 Millionen Euro beschlossenen Stadionumbau (geplanter Baustart nach Saisonende) in die Tat umzusetzen.

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