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Sport aus Regensburg
Sonntag, 26. März 2017 13° 3

BILANZ

Im Stabhochsprung fehlt die Süße in der Leistung

Meeting-Direktor wird ausgezeichnet, ist zufrieden und wettert über Missstände.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Sieht die Männer im Schatten der Frauen: Stabhochsprung-Dauerbrenner Tim Lobinger, inzwischen Münchner Foto: Brüssel

REGENSBURG. Wer eine richtig große Veranstaltung auf die Beine stellt, der kann irgendwann nur noch an Details feilen. Seit 2006, als die Gala glänzen lernte, tut das die LG Telis Finanz jedes Jahr ein Stückchen mehr. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Meeting-Direktor Kurt Ring, die treibende, aber gesundheitlich nicht mehr frische Kraft, die auf eine ganze Heerschar von fachkundigen Helfern baut, ein Fazit zieht wie in diesem Jahr: „Es war auch ein bisschen seltsam. Nach außen kommt das alles gut rüber und war eine feine Sache, aber hinter den Kulissen ist die Austragung auch grenzwertig.“

Rund 3500 Zuschauer dürften es gewesen sein, die im Laufe der über fünf Stunden, zu denen noch einmal sechs Stunden Vorprogramm kamen, zusahen. Nur, wer genau hinschaute, bemerkte, was Ring meint. Im Sprint zum Beispiel blieben in den sogenannten Finals Bahnen von Vorlauf-Topleuten leer, in anderen Lauf-Disziplinen reihten sich diverse Läufe mit von außen nicht unterscheidbarer Qualität aneinander.

Dinge, die auch Kurt Ring missfallen. „Die Leichtathletik ist die wohl schlechtest organisierte Sportart. Das gibt es nirgends, dass jemand im Endlauf nicht antritt“, wetterte der streitbare Macher. Rings Verdienste hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) im Hauptprogramm mit dem DLV-Ehrenschild gewürdigt, der in diesem Jahr unter anderem auch an Ex-Vizepräsident Prof. Dr. Eike Emrich (Saarbrücken) oder Olympiapark-Chef Wilfrid Spronk (München) vergeben wurde.

Zu maulen gab es insgesamt wenig: Vielleicht noch, dass die Tempolauf-Künste nicht bei allen verpflichteten „Hasen“ perfekt waren. „Das sind die teuersten Sportler der Gala“, sagt Ring. Andere Topleute flogen ihm zu, zum Beispiel die Stabhochsieger Carolin Hingst und Fabian Schulze. Hingst hatte zwar Regensburg in der Vorplanung auf ihrer Homepage stehen, doch erst ein Anruf klärte die Sache für die Sportlerin, weil man sich zuvor finanziell nicht einig war. Auch Schulze fand seinen ersten Platz finanziell nicht lukrativ, hatte sich aber erst am Freitag pro Regensburg entschieden, weil die Saison bisher nicht gut lief.

„Wir Männer stehen derzeit eindeutig im Schatten der Frauen“, sagte Stabhochsprung-Routinier Tim Lobinger auch im Blick auf drei erfüllte EM-Normen der Frauen (neben Hingst auch Lis Ryzih und Anna Battke) im Gegensatz zu einer mäßigen 5,40er-Höhe bei den Männer. Das miese Wetter schädigte die Stabartisten bislang arg. „Regensburg war so etwas wie der Saisoneinstand“, sagt Lobinger. Vielleicht aber gilt der Vergleich mit den heimischen Erdbeeren, die heuer auch erst im Juli reifen. „Ich hoffe, sie werden süß.“

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