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Sport aus Regensburg
Samstag, 25. April 2015 22° 3

Aufholjagd

Jahn gefällt sich in der Rolle des Jägers

Für den Regensburger Drittligisten ist die heutige Partie gegen Offenbach eines von fünf Endspielen im Kampf um Platz drei.
Von Heinz Reichenwallner, MZ

Sebastian Nachreiners (r.) Rückkehr in die Innenverteidigung erwies sich gegen Heidenheim als guter Schachzug von Markus Weinzierl. Foto: Nickl

REGENSBURG. Vorhang auf zur Abendvorstellung: Die Drittliga-Fußballer des SSV Jahn Regensburg wollen am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr im Verfolgerrennen um Platz drei ein Zeichen setzen und mit einem Heimsieg über Kickers Offenbach die Mitkonkurrenten aus Chemnitz und Heidenheim eventuell überholen oder zumindest einholen. Wenn das keine Motivation ist!

Die heutige Partie sei eines von fünf Endspielen bis zum Saisonschluss, stellt denn auch Markus Weinzierl klar, wenngleich er sich der Schwere der Aufgabe im Duell zwischen dem Fünften und dem Achten bewusst ist. „Diese spannende Situation haben wir uns erspielt. Und nun brauchen wir einen Dreier, um Großartiges zu erreichen“, meint der Jahn-Trainer und gibt damit das Stimmungsbild rund um den Verein wieder.

Das Heidenheim-Spiel (0:0) vom Samstag wurde sachlich inzwischen analysiert, es sind keine neuen Verletzten dazugekommen, und der Einsatz im Training in den vergangenen beiden Tagen stimmte. Selbstverständlich darf Weinzierl daher vor der etwas besonderen Begegnung einen couragierten Auftritt seiner Jungs erwarten.

„Die Mannschaft wird mit Herz und Leidenschaft verteidigen und mutig in der Offensive agieren“, verspricht der Coach und setzt hinzu, dass die Rolle des Jägers seinem Team sehr gelegen komme und es sich darin sehr wohl fühle. „Zumal man uns nach den drei Niederlagen hintereinander gegen Burghausen, Osnabrück und Saarbrücken vor zwei Wochen schon abgeschrieben hat“, kann sich der Fußballlehrer einen kleinen Seitenhieb auf so manchen Skeptiker nicht verkneifen.

Tatsache ist: Fünf Runden noch wird die Hatz gehen, dann ist die Drittligasaison 2011/12 am Ziel. In der Meisterschaft und um Platz zwei – beide Ränge garantieren den Direktaufstieg – ist noch nichts abschließend entschieden. Ebenso interessant ist der Kampf um Rang drei, den Aufstiegsrelegationsplatz. Und auch im Rennen um den 4. Platz, der die Teilnahme an der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde gewährleistet, ist lediglich klar, dass noch nichts klar ist. Die Spannung ist daher groß, ebenso die Vorfreude.

Ob Weinzierl mit der Mannschaft von Heidenheim in die Partie gegen den OFC gehen wird, ist im Detail noch offen. Sicher ist, dass der Jahn-Coach mit der jüngsten Umstellung in der Defensive – Sebastian Nachreiner neben Andre Laurito in der Innenverteidigung sowie Stefan Binder in der Viererkette (links) –kein schlechtes Rezept gewählt hatte. Dass dafür der bislang gesetzte Mario Neunaber überraschend für manchen Beobachter diesmal außen vor blieb, sei aber kein Zeichen dafür, dass man das lange Warten auf ein „Zu-Null-Spiel“ an dem Abwehrmann festmachen würde, so Weinzierl. „Ich wollte damit nur etwas Neues in der Abwehr ausprobieren“, begründete er die Umstellung und sah sich beim starken Part seiner Abwehr bestätigt.

Im Hinblick auf die intensiven Tage mit drei Spielen innerhalb von acht Tagen – am Samstag geht es noch nach Unterhaching – stehen wohl einige Veränderungen im Teamgefüge an – auch weil fünf Jahn-Spielern (Schweinsteiger, Neunaber, Kurz, Laurito und Schlauderer) eine Spielsperre droht, nachdem sie mit jeweils vier Gelben Karten vorbelastet sind.

Erst einmal richtet sich der Blick aber auf die heutige Partie. „Wir müssen einen Dreier holen“, fordert Außenverteidiger Ronny Philp. Dass Gegner Offenbach zuletzt nach schwacher Leistung das prestigeträchtige Hessenderby mit 0:2 gegen den SV Wehen-Wiesbaden verloren hat, macht indes das Jahn-Vorhaben nicht leichter. Im Gegenteil: Für die Mannschaft von Trainer Arie van Lent wird der Auftritt in Regensburg sicher auch zu einer Art Charaktertest werden, nachdem die Kickers derzeit schwer in der Kritik ihrer Fans sind.

Gleichwohl hat Weinzierl ziemlichen Respekt vor den Gästen aus Offenbach, gegen die der SSV Jahn in der 3. Liga bislang noch nie gewinnen konnte. Die Kickers, zählt der Coach die Stärken des heutigen Gegners auf, verfügten über starke Offensivspieler und seien gefährlich bei ihren Standards. Zum Glück für den Jahn fehlt Offenbach diesmal mit dem gelbgesperrten Kapitän Elton da Costa aber nicht nur der Spielmacher und Torschütze, sondern auch der erklärte Freistoßkünstler.

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